Acht Fragen nach dem Barr-Beitrag im Stall Ludger Beerbaum

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Barren? Touchieren? RTL-Beitrag

Der Barr-Beitrag von RTL, in dem angeblich gezeigt wird, wie bei Ludger Beerbaum Pferde mit der Methode des „Barren“ zu vorsichtigerem Springen motiviert werden sollen, wirft viele Fragen auf. Acht davon haben wir in der Redaktion des St.GEORG analysiert.

Der Barr-Beitrag von RTL – 30 Minuten, davon in Summe knapp eine Minute Filmmaterial, das wirkliche Fragen aufwirft. Um die Dinge besser einordnen zu können, haben wir das Material unter acht Fragen analysiert und strukturiert.

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Was ist im RTL-Film zu sehen?

Der halbstündige Beitrag hat drei zentrale Sequenzen, aus denen sich auch die Vorwürfe ableiten, die der Film gegen Ludger Beerbaum erhebt:

In den heimlich gefilmten Trainingssequenzen sind vier verschiedene Pferde zu sehen, von denen drei gesprungen werden, bei denen Helfer Stangen einsetzen: zwei Füchse, einer geschoren, einer nicht – es sieht zumindest so aus, als seien es zwei verschiedene Pferde – sowie ein Dunkelbrauner mit Blesse. Frage: Barren oder Touchieren?

Ein weiterer Brauner wird auf dem Platz Schritt geritten. Sein Reiter kommuniziert mit einem Mann am Boden, der eine Stange in der Hand hält. Der Mann am Boden könnte Ludger Beerbaum sein, zweifelsfrei zu erkennen ist er aber nicht.

Was die Reiter auf den Pferden im Training angeht: Dem Anschein nach sind es drei verschiedene, von denen zumindest bei dem auf dem Dunkelbraunen mit Blesse und auf dem geschorenen Fuchs infrage gestellt werden kann, ob es Ludger Beerbaum ist.

Sowohl bei dem Dunkelbraunen als auch bei dem anderen, nicht geschorenen Fuchs, dessen Reiter möglicherweise in Sachen Größe und Statur Beerbaum sein könnte, zeigt ein Pfeil mit dem Schriftzug „Ludger Beerbaum“ auf den Reiter.

Dann wird in einem Interview mit einer nicht zu erkennenden Frau ein durchgebrochenes, zersplittertes vierkantiges Hartholz gezeigt. Es soll nach einem Training auf dem Springlatz gelegen haben. Außerdem findet die als Praktikantin getarnte Reporterin Stangen, die mit Plastiknoppen überzogen sind, zunächst in einem Schuppen am Springplatz, dann schleicht sie sich angeblich heimlich auf einen Dachboden, wo sie weitere solche Stangen findet, von denen sie auch sagt, sie seien schwerer als normale Hindernisstangen.

Was für Bild- und Tonmaterial kommt im Beitrag zum Einsatz?

Die zentralen Bilder des vermeintlichen Barrens, Ludger Beerbaum spricht in einer ersten Reaktion von erlaubtem „Touchieren“, sind schlecht zu erkennen. Um die handelnden Personen unkenntlich zu machen, sind sie verpixelt, also unscharf gestellt. Eine gängige Praxis, Persönlichkeitsrechte müssen gewahrt werden. Wenn die Stange das Pferdebein trifft, hört man einen dumpfen, hohlen Klang, der unverhältnismäßig laut im Vergleich zum restlichen Ton wirkt. Vor allem in den Zeitlupensequenzen.

Das Interview mit einer anonymen Kronzeugin findet in einer Reithalle statt. Investigativjournalist Günter Wallraff stellt Fragen und guckt entsetzt.

Die Aufnahmen von den mit Kunststoffnoppen überzogenen Stangen sind im typischen Boulevardstil gefilmt. Dabei „entdeckt“ die Reporterin etwas und ist entsetzt darüber, was sie auch sofort in Richtung Kamera mitteilt. An dieser Stelle fragt man sich, ob man bei einer heimlichen Recherche auf einem Dachboden sofort Texte in eine Kamera (eigene Handykamera im Selfiemodus?) spricht. Ähnlich die Aufnahmen bei der „Entdeckung“ der Noppen-Stange in dem Schuppen am Springplatz.

Hier findet die Reporterin auch vierkantige Hölzer. Deutlich zu sehen ist, dass an diesen Hölzern teilweise Isolatoren angebracht sind, wie man sie von Weidezaunpfählen zur Befestigung von Litzen kennt.

Wer spielt noch eine Rolle?

Neben den zentralen Motiven werden mehrere Handlungsstränge parallel erzählt. Die Protagonisten und Themengebiete sind:

Das misshandelte Springpferd

Janis Brunner, laut Beschreibung ein „Springreiter“ (und die Recherche in der FN zeigt, dass es einen Reiter dieses Namens gibt), der einen Rappen namens Ballentine’s hat, dem seiner Aussage zufolge psychische Schäden durch Misshandlungen im Springsport entstanden sind. Dabei sei vermutlich auch Strom im Spiel gewesen, denn das Pferd reagiere deutlich, sobald es ein Weidezaungerät ticken hört. Janis Brunner hat mittlerweile mitgeteilt, dass die Geschichte des Pferdes im Beitrag missverständlich dargestellt wurde: „Richtigstellung, weil das im TV-Beitrag leider falsch dargestellt wurde: Als Ballantine’s zu mir kam, war ein in einem guten Zustand! Die Vorbesitzer haben ihn gerettet und aufgebaut. Die diversen Traumata sind einige Zeit davor entstanden und haben nichts mit den direkten Vorbesitzern zu tun!“

Die Reitexpertin

Durchaus stimmig ist das, was Kerstin Gerhardt zum Begriff „Touchieren“ ausführt und auch am (Dressur-)Pferd in der Handarbeit demonstriert. Eine leichte Berührung mit der Touchiergerte und das Pferd zuckt im Hinterbein. Touchieren beim Dressurpferd!

Viele Interviewpassagen sind in einer Sattelkammer gedreht. Sie berichtet, wie ihr im Rahmen der Barr-Affäre vor mehr als 30 Jahren, bei der sie nach eigenen Aussagen Paul Schockemöhle angezeigt hatte, die Reifen ihres Autos zerstochen worden seien. Für den aktuellen Sachverhalt eine allerdings eher zu vernachlässigende Information. Gerhardt war auch die Initiatorin der Online-Petition gegen das Springreiten im Modernen Fünfkampf. In der RTL-Dokumentation über Totilas kam sie ebenfalls zu Wort. Ihre fachliche Qualifikation beschreibt sie auf ihrer Homepage mit den Worten „Bereiterin FN und Berufsschullehrerin für Pferdewirte“.

Die Tierärztin gegen den Reitsport

Eine der engagiertesten unter den Tierärztinnen, die sich mit dem Pferdesport auseinandersetzen, ist Dr. Kirsten Tönnies, sei es beim Bundeschampionat oder dem Kampf gegen zu eng verschnallte Nasenriemen. Hier kommt sie beim Besuch eines Springens anlässlich eines Amateurturniers zu Wort. „Stress“, schließt sie aus dem Umstand, dass ein Pferd beim Grüßen äppelt. Mehrere Pferde verweigern und werden mit Gertenschlägen bestraft. Diese Bilder werden aneinander geschnitten, eines davon mehrfach in der Wiederholung gezeigt. Ein direkter Zusammenhang mit den Aufnahmen aus den Beerbaum Stables besteht nicht.

Ludger Beerbaum

Archivmaterial aus diversen Lebensabschnitten von Ludger Beerbaum, mitunter garniert von Zeitungs-Überschriften und Schlagzeilen von Internetportalen, verbinden die einzelnen Handlungsblöcke. Beerbaum mit Chaman in Aachen. Beerbaum beim Lesen eines Buches auf der Terrasse. Beerbaum beim Unterrichten in Riesenbeck. Beerbaum in Balve (wo er schon lange nicht mehr gestartet ist, das letzte Mal 2014). Beerbaum beim Interview in Aachen. Die unterschiedlichen Haarfarben und Frisuren zeigen: Material aus verschiedenen Jahrzehnten musste hier herhalten.

Der Gutachter

Dr. Maximilian Pick, Jahrgang 1937, ist ein bekannter Tierarzt und Sachverständiger, der auch Bücher verfasst hat. Er beurteilt die Bilder des Barr-Beitrags aus Riesenbeck auf dem Laptop der RTL-Redakteurin auf seinem bayerischen Bilderbuchhof. Sein Urteil: Hier wird eindeutig gebarrt.

Die Barr-Affäre

Bilder, die 1990 überall zu sehen waren, werden in dem Barr-Beitrag erneut gezeigt: Pferde, die auf einem Springplatz bei Filmaufnahmen für die Verkaufsvideos der P.S.I.-Auktion gebarrt werden. Dazu diverse Interviewausschnitte von Paul Schockemöhle. Eines davon dem Augenschein nach erst aus den letzten Jahren. Hier sitzt ein schneeweißhaariger Paul Schockemöhle vor einem Ölgemälde seines Erfolgspferdes Deister und blickt zurück. Auf anderen Bildern ist u. a. der junge Joseph Klaphake erkennbar, der Vater von Laura, wie er mit einem Ast hantiert, der zerbricht. Ein Pferd ist dabei nicht zu sehen.

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Wie glaubwürdig sind die Aufnahmen im Barr-Beitrag?

Die Filmsequenzen vom Trainingsplatz sind qualitativ schlecht. Zweifelsohne zeigen sie aber, wie Pferde zum höheren oder vorsichtigerem Springen über Hindernisse animiert werden sollen, indem man ihnen Stangen an die Beine schlägt. Wie die Stange aussieht – maßgeblich für die Einschätzung wäre, ob sie rund, wie beim Touchieren erlaubt, oder eckig ist, wie beim Barren nicht unüblich – kann nicht geklärt werden.

Allerdings ist zu erkennen, wie die Stangen angehoben werden, während das Pferd abspringt – nämlich von weit unterhalb der obersten Stange des Sprungs. Die Richtlinien für Reiten und Fahren Band 2 der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) besagen jedoch, dass beim Touchieren die Stange erst ab der Höhe der obersten Hindernisstange angehoben werden darf. 

Ob das zerbrochene Vierkantholz in der Hand von Günter Wallraff während seines Gesprächs mit der anonymen Informantin tatsächlich beim Barren in Riesenbeck verwendet wurde, ist reine Spekulation.

Eine der Noppenstangen wurde im Schuppen am Trainingsplatz gefilmt. Ob sie schon vorher da lag, lässt sich nicht beweisen. Sie ist auffallend sauber.

Die vermeintlich zum Barren verwendeten Kanthölzer, die in dem Schuppen abgefilmt werden, weisen oben Isolatoren auf, wie sie bei Weidezäunen üblich sind. Beerbaum schreibt in seiner Mitteilung, dass die „in der Scheune von der angeblichen Praktikantin vorgefundenen „Mehrkantstangen“ (…) Holzstangen“ seien, „die ausschließlich für den Bau und die Reparatur unserer Weidezäune benutzt werden“.

Wer sind die Zeugen im Barr-Beitrag?

Eine anonyme Frau, die von Günter Wallraff interviewt wird und die RTL-Redakteurin Sina Meyer, die sich als Marketingpraktikantin bei den Beerbaum Stables Zugang zum Gelände verschafft hat.

Was sind die zentralen Zitate?

Kerstin Gerhardt

„Entweder machen wir Tierschutz oder wir machen keinen Tierschutz.“

„Prinzipiell wenn man etwas hält wie einen Baseballschläger, ist es nicht touchieren, es ist schlagen. Touchiert wird mit Daumen, Zeigefinger, lockerem Handgelenk. Es ist nicht mehr als die Berührung einer Fliege.“ (Sie zeigt dabei beginnende Handarbeit mit einer Touchiergerte und einem Pferd in der Reithalle).

„Der Mann (Ludger Beerbaum) hat doch alles erreicht. Warum muss er denn jetzt als Vorbild (…) zu solchen Methoden greifen? Das ist als ob ein Millionär irgendwo zehn Euro klauen geht. Das ist vollkommen unlogisch, unnötig.“

Dr. Maximilian Pick

„Solche Utensilien (Stangen mit Stacheln, Anm. d. Red.) liegen ja nicht deshalb rum, weil sie eine Zierde darstellen, sondern weil sie benutzt werden.“ Danach Sprecher: „Einen Nachweis, dass sie benutzt werden, haben wir nicht. Aber was bedeutet der Besitz von unerlaubten Hilfsmitteln?“ Daraufhin Pick: „Ich kenne einen ähnlichen Fall, da hat die entsprechende FN dann – das war im Ausland gewesen – der Reiterin Reitverbot erteilt, weil da tierschutzrelevante Dinge herumlagen.“

„Ich würde in meinem Gutachten aufschreiben, was ich gesehen habe. Ich würde Vermutungen weglassen, weil die haben in einem Gutachten nichts verloren. Für mich ist das Barren ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und auch gegen die Leitlinien des Bundesministeriums.“

Sprecher: „Unserem Experten zeigen wir genau die gleichen Sequenzen (wie der FN, die sagt, sie könne anhand der Bilder nicht erkennen, ob es sich um Barren oder Touchieren handelt), und der kommt zu einem klaren Ergebnis“: Maximilian Pick: „Touchieren heißt für mich ein leichtes Berühren. Und wenn’s so knallt, wie’s hier geknallt hat, dann kann man weiß Gott nicht von einem leichten Berühren, sondern dann muss man von heftigem Schlagen sprechen.“

„Naja, Sie wissen ja, dass die FN eine Reiterliche Vereinigung ist. Eine Reiterliche Vereinigung heißt, sie vertritt die Interessen der Reiter und nicht die der Pferde, und aus diesem Grund ist es für mich völlig nachvollziehbar, dass sie da vorsichtig ist und ja nicht wieder etwas in die Welt setzen will, was schon mal bei Schockemöhle so viel Aufregung verursacht hat.“

Dr. Kirsten Tönnies über eine Springprüfung auf einem ländlichen Turnier:
„Wenn Pferde hier reinkommen und äppeln, dann ist das Anzeichen, dass sie ein sehr hohes Stresslevel haben.“

Günter Wallraff

„(…) den Spitzenreitsport insgesamt auf den Prüfstand stellen.“ (Forderung an die FN)

Wie reagiert der Beschuldigte?

Ludger Beerbaum ist zur Zeit der Ausstrahlung mit seinem Geschäftspartner Andreas Helgstrand in Wellington, Florida/USA. 13,5 Stunden nach der Sendung des Barr-Beitrags nimmt er per Pressemitteilung Stellung. Er weist die Vorwürfe von sich, betont, dass Pferde das Kapital seien, um das sich tagein, tagaus gekümmert werde. Beerbaum spricht von Touchieren und kündigt rechtliche Schritte gegen die Urheber des Beitrags an. Zudem stellt er andere Dinge klar, so sei keine Styroporblende, sondern ein Fangständer getragen worden. Und die Goldmedaille von Athen sei ihm wegen damaliger „verbotener Medikation“ nicht wegen eines Dopingvergehens aberkannt worden.

Zwischenzeitlich funktionierte der Instagram-Account der Beerbaum Stables nicht, war aber schnell wieder aktiv.

Wie reagiert die FN?

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) will das Gesehene überprüfen (gegebenenfalls könnte sie sportgerichtlich gegen Beerbaum vorgehen, so man ihm denn einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz nachweisen könnte). Sie verlangt dazu aber, das gesamte Drehmaterial des Barr-Beitrags sichten zu können.

Als „inakzeptabel“ werden die mit Plastiknoppen besetzten Stangen bezeichnet, von denen es im Beitrag heißt, sie würden in einem Schuppen in der Nähe des Trainingsplatzes lagern. Die von der FN erstattete Anzeige gegen Unbekannt aus dem Jahr 2021 bei der Staatsanwaltschaft NRW wurde im November eingestellt. Nun wollen die Warendorfer dort nachhaken.

Außerdem soll das Expertengremium zu „Ausbildungsmethoden im Pferdesport“ sich einmal mehr mit dem Thema Touchieren beschäftigen.

Danach wurde noch ein Kurz-Interview mit FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach online gestellt: „Wir setzen mit unserem Ausbildungssystem, den Richtlinien und Regelwerken darauf, den Menschen zu erklären, was richtig ist und was nicht. Das bringen wir ihnen von der ersten Reitstunde über Reitabzeichenlehrgänge, die Trainerausbildung bis zum Kaderlehrgang immer wieder nahe. Dort, wo Grenzen überschritten werden, gehen wir mit all unseren Möglichkeiten dagegen vor und sanktionieren Fehlverhalten. Ebenso übergeben wir tierschutzrelevante Fälle an die Strafverfolgungs- oder Veterinärbehörden, damit die Täter auch auf staatlicher Ebene ihre gerechte Strafe erhalten.“

Touchieren oder Barren – das sei eine Grauzone.

Was sagt die öffentliche Meinung nach dem Barr-Beitrag?

Der Imageverlust ist da. Alle großen Medien haben das Thema aufgegriffen. Hier einige Beispiele:

Stern: „RTL extra deckt verbotene Trainingsmethode Barren bei Ludger Beerbaum auf“
n-tv: „Schwere Vorwürfe gegen Olympiasieger Beerbaum“
t-online: „Skandal um deutsche Reit-Olympiasieger“
FOCUS: „Tierquälerei auf Beerbaum-Hof? Olympiasieger soll verbotene Methode anwenden“
WELT: „
Beerbaum wehrt sich – „Verleumderisch und ehrverletzend“
BILD: „Tierquäler-Vorwurf gegen Olympiasieger Beerbaum: RTL deckt es auf!“
FAZ: „Reiter Beerbaum wehrt sich gegen schwere Vorwürfe“
Süddeutsche: „Wenn Günter Wallraff sich Ludger Beerbaum vorknöpft“.

In den sozialen Netzwerken sind die Meinungen unterschiedlich.

  1. Kiki

    Was für überflüssige 8 Fragen , auch wenn der RTL- Beitrag das reißerische Moment des Boulevard aufweist.
    Das Video mit dem Sprung zeigt es deutlich, was passiert. Es wurde auch nicht von Herrn Beerbaum bestritten, was dort zu sehen ist.
    Die zentrale Frage kann nur sein: wann wird das Touchieren aus dem Reglement gestrichen, da offenbar jeder dieses tierschutzwidrige Verhalten nach seinem Gusto auslegt. Auf der Anlage Beerbaum holt man zum Touchieren offenbar aus und nennt es dann Trainingsmethode. Touchieren bedeutet etwas berühren , streifen. Das Video zeigt einen aktiv ausgeführten Schlag einer Person gegen ein entgegen springendes Pferdebein. Wer da noch die Augen verschließen kann, ist schon sehr abgebrüht.
    Die Forderung des Verbotes fehlt bei St- Georg. Cavallo ist da schon weiter.

    • Anna-Lena

      Ich finde, das ist eine sehr gute Zusammenfassung des von RTL gezeigten Themas. Die Frage ist nicht, ob es Touchieren oder Barren ist. Die Frage lautet auch nicht, ob das Pferd dabei Schmerzen hat und auch nicht, ob Beerbaum der Trainer ist.
      Die Frage ist viel mehr, warum wir noch darüber diskutieren, ob das Tierschutzrelevant ist. (was es ja eindeutig ist)

  2. Carla

    Ich finde der Artikel bietet eine gelungene und übersichtliche, sachliche Darstellung. Persönlich wünsche ich mir, dass ein nachhaltiger Imageverlust entsteht (da bin ich mir gar nicht so sicher, Paul Schockemöhle gilt ja auch irgendwie als rehabilitiert und steht wirtschaftlich mehr als gut da).

    Was wir brauchen, ist ein Verband, dee sich endlich mal klar Positioniert und schon beinahe lächerlich wirkende Grauzonen abschafft. Auch hier muss man befürchten, dass wenig passiert.

    Dass der RTL Beitrag all jenen in die Hände spielt, die Reiten im Allgemeinen verteufeln, ist ebenfalls sehr bedauerlich.

  3. Evelyn

    Geld regiert die Welt. Könnten Pferde weinen, jaulen oder kreischen wäre vieles einfacher. Leiden leider stumm, vielleicht schaut so mancher nun weniger auf die Umsatzzahlen und dafür mehr in die traurigen Augen dieser Pferde. Höher, schneller, weiter…. ausgetragen auf dem Rücken von Lebewesen die sich größtenteils nicht mal mehr wehren. Touchiert man mit einer Stange einen Menschen bekommt es mit Sicherheit mehr Aufmerksamkeit.
    In meinen Augen völlig egal wie laut oder leise hier touchiert oder gebarrt wird. Das sind Lebewesen!!!
    Leider wird sich auch nach diesem Vorwurf wieder nicht viel ändern solange es noch Menschen gibt die aus sportlichen oder materiellen Gründen wegsehen.

  4. Kati

    Was für ein überflüssiger Beitrag. Hier geht es es eindeutig nicht um das Pferdewohl, und dieser Satz ist ja wohl die Höhe: „Dass der RTL Beitrag all jenen in die Hände spielt, die Reiten im Allgemeinen verteufeln, ist ebenfalls sehr bedauerlich.“

    Schade dass die Pferdewelt noch so sehr im Mittelalter steckt. Die komplette Reiterwelt muss sich drigend ändern.

  5. Thomas Schickling

    Hört euch mal das klappen des Holzes wie es angeblich an die Läufe von dem Pferd geschlagen wird nimmt ein Stück Holz und lass es auf ein anderes Stück Holz fallen und ups das hört sich ja genauso an bei einem Tier hört sich das nicht so an da fällt Holz auf Holz
    Genauso die selbstverherrlichung von dieser pferdetrainerin mit der „harmlosen“ Haltung der Reitgerte, die kann man doch noch viel besser verstecken. Ich bin mit Sicherheit kein Freund vom Reitsport und bin absolut dafür das bei Prüfungen jeglicher Art Sporen und reitgerten verboten werden.
    Aber eine transparente nachvollziehbare Berichterstattung sieht meiner Meinung nach anders aus.

  6. Friederike Großmann

    Was ich nicht verstehe: Warum macht so jemand sowas? Er hat doch alles erreicht. Wonach giert man da noch? Nicht, dass es eine Entschuldigung wäre, aber bei denen, die noch nach oben wollen, kann ich derartige Verfehlungen zwar nicht verstehen, aber mir doch erklären. Aber bei ihm? Da kann es dann doch nur Gewohnheit sein. Eben weil man „es so macht“. Immer schon und immer wieder. Weil es eben gar keine seltene Ausnahme ist. Und wieviele sind durch diese Schule gegangen? Und durch die, in der er es gelernt hat?

    Und die FN kuscht vor der Macht des Geldes. Wenn Frau Winter- Schulze mal wieder bereit sein soll, ein Championatspferd vor dem Verkauf ins Ausland zu bewahren, sollte man ihren Ziehsohn nicht liefern. Ein einziger Filz.

    Das „touchieren“ nicht tierschutzrelevant sein soll, hatte ich juristisch zumindest für zweifelhaft. Aber welcher Richter oder Staatsanwalt hat sich damit schon mal beschäftigt und das mal bis zur letzten Instanz geklärt? Woran orientiert sich da der Pferdelaie im Amtsgericht? An den Statuten der FN. Und damit beeinflussen die ganz elementar die Auslegung des Tierschutzrechts. Und tragen damit eine erhebliche Verantwortung, der sie mit ihrem Rumlavieren, um niemandem auf die Füße zu treten, oder um nicht eine ganze Sparte des Sports zu liefern (?), ganz und gar nicht gerecht werden. Da fehlt jegliches Rückgrat.

  7. Glitzer Pizza

    Was sollen diese 8 Fragen jetzt bringen? Interessant, es wird sich lieber über die Art der Berichterstattung echauffiert, als sich mit dem Sachverhalt auseinander zu setzen – nämlich, dass es im Reitsport unbestritten viel Tierquälerei und fragwürdige Trainingsmethoden gibt. Das die FN seit Jahren herum eiert. Ob nun wirklich Beerbaum auf dem Pferd saß oder am Boden war oder tatsächlich auch gar nicht anwesend, spielt finde ich keine große Rolle. Diese Arbeitsweise am Pferd ist nicht sauber und wird dort – wie auch anderswo – praktiziert. Ob nun mit dem Rundholz oder dem Vierkant, mit oder ohne Stacheln, 2 oder 3,875 kg schwer ist egal. Man schlägt keine Pferde. Ich möchte einen Reiter sehen (bin selbst seit 30 J. Reiter u. Pferdehalter), der noch kein geschundenes, über die Uhr gedrehtes Ex-Turnierpferd kennen gelernt hat. Diese Pferde gibt es nun mal und es gibt Menschen, die dafür verantwortlich sind und sowas verursachen.

  8. Heidi Borsum

    Der Bericht ist überflüssig und tendenziös. Da wird von „angeblich“ behauptetem Barren gesprochen; da ist von „dem Anschein nach“ die Rede. Diese 8 Fragen dienen wohl nur dazu, die Dinge am Laufen zu halten und zu zerreden. Jeder anständige Pferdemensch sieht: Pferde, die willig springen – und für ihre Leistung bestraft werden, indem man ihnen mit einem Holzstock auf die Beine schlägt! Vollends charakterlich disqualifiziert man sich wohl, wenn man sich diese eindeutige Situation noch mit “ Touchieren“ zurechtlügt. Das sollte reichen, um den Laden zu schließen.

  9. Martin Stellberger

    Die zitierten Schlagzeilen lassen Schlimmes erahnen. Nach diesen „abgeschriebenen Beweisen“ ist Beerbaum schon geliefert. Dabei betonen doch seriöse Schreiber, dass eine Vorverurteilung nicht gilt. Was also läuft da ab? Jedenfalls nichts, was man unter gerecht versteht. Das zu entscheiden sollte man nicht nur Verbänden zugestehen, sondern vor allem Gerichten überlassen. Dafür sind sie da. Und die wurden ja bereits eingeschaltet. Also heißt es seriös: etwas Geduld bitte. Nachfragen jeweils erlaubt und korrekt. Einem RTL-Beitrag blind zu folgen ist unseriös.


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