Olympia-Qualifikationen für Springreiter aus Sri Lanka, Syrien und Jordanien noch nicht sicher

Ahmad Saber Hamcho hat mit Wonderboy III bereits an den Olympischen Spielen in London teilgenommen. (© Julia Rau)

Mathilda Karlsson, Ahmad Saber Hamcho und Ibrahim Bisharat haben offiziell einen Olympiastartplatz für ihre Heimatländer Sri Lanka, Syrien und Jordanien erritten. Doch ob sie wirklich startberechtigt sind, wird derzeit noch geprüft.

Hintergrund ist der, dass Fragen aufkamen bezüglich der Turniere, auf denen die Qualifikationen erritten wurden. So hat Mathilda Karlsson (SRI) neun ihrer 15 Ergebnisse, die für ihren Platz im Olympia-Ranking zählten, beim Zwei-Sterne-CSI in Villeneuve, Südfrankreich, gewonnen.

Wurden dort in den vorangegangenen Jahren zwei bis drei Turniere jährlich abgehalten, waren es diesmal zwölf. Bei einigen dieser Prüfungen waren gerade mal fünf Paare am Star.

In Damaskus, der syrischen Hauptstadt, fanden von Oktober bis Dezember neun CSI2*-Turniere statt. Es wurden zwar auch Reiter anderer Länder eingeladen (inklusive Deutschland, Italien und Frankreich), doch de facto waren pro Turnier durchschnittlich zehn Reiter am Start, die pro Prüfung zwei Pferde vorgestellt haben.

Bei Ahmad Saber Hamcho (SYR) und Ibrahim Bisharat (JOR) kamen sieben bzw. 13 der insgesamt 15 für die Rangliste zählenden Ergebnisse von diesen Turnieren.

Kurz und gut: Stimmen mehren sich, dass nach Betrug und gekauften Olympia-Startplätzen riecht. Weitere Details finden Sie auf www.horsesport.com im Blog der bekannten Reitsport-Journalistin Pippa Cuckson (in Englisch).

Statement des IJRC

Dazu gibt es nun ein Statement des International Jumping Riders Club.

„Uns ist die unschöne Situation bewusst, die sich ergeben hat. Viele Springreiter und andere Beteiligte haben sich beschwert, dass es einigen Reitern zu leicht gemacht wurde, sich die Einzelstartplätze ihrer Gruppen in Tokio zu sichern.

Der International Jumping Riders Club (IJRC) ist verantwortlich für die Formel der FEI Rangliste, aber verantwortlich für die faire Entwicklung der Turniere und die Abnahme der Aussschreibung sind die nationalen Verbände, die FEI und der von der FEI bestimmte Fremdrichter.“

Weiter heißt es, man habe den Rechtsbereich der FEI sowie das Spring-Komitee bereits über die Angelegenheit informiert. „Der IJRC hat die FEI aufgefordert, einzuschreiten, Fair Play zu sichern und den fairen Ablauf von Springturnieren sicherzustellen. Um die Glaubwürdigkeit unseres Sports und der Turniere zu erhalten, ist es wichtig, sich an Art. 100 der FEI General Regulations zu halten, die besagen ,Athleten sollen unter fairen und gleichen Voraussetzungen gegeneinander antreten‘.

Ferner darf nicht nur nach den Regeln gehandelt werden, sondern auch mit Reperkt gegenüber Athleten, Mannschaften, dem internationalen Verband, den nationalen Verbänden und den Fans, so wie es in der Olympischen Charta steht. Wir hoffen, dass die zuständigen Autoritäten die Sache gründlich untersuchen und die richtigen Entscheidungen treffen.“

Auch habe der IJRC die Abteilung Springreiten innerhalb der FEI aufgefordert, schnellstmöglich eine Arbeitsgruppe einzurichten, die sich mit der Angelegenheit beschäftigt.

FEI ist alarmiert

Tatsächlich hat die FEI gegenüber Horse Sport bereits bestätigt, dass sie dabei sind, die Sache zu untersuchen.

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