Zweiter American Gold Cup für Kent Farrington und Gazelle

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Kent Farrington (USA) und Gazelle, Sieger im Großen Preis von Aachen 2019 (© von Korff)

Die Aachen-Sieger von 2019, Kent Farrington und Gazelle, haben Corona gut überstanden, wie sie bei der Jubiläumsausgabe des American Gold Cup in Traverse City, USA, demonstrierten.

50 Reiter aus neun Nationen kämpften um den Sieg im 50. American Gold Cup, einem CSI4* Großen Preis, bei dem es um 213.300 US-Dollar ging (gut 180.000 Euro). Kent Farrington und die nun 14-jährige belgische Kashmir van Schuttershof-Tochter Gazelle waren letztes der zwölf Paare im Stechen und rollten in 39,06 Sekunden das Feld von hinten auf. Damit war der American Gold Cup dem Sieger im Großen Preis von Aachen 2019 sicher. Für Farrington und Gazelle war es der zweite Sieg in diesem prestigeträchtigen Springen nach 2016 und ein Preisgeld von 70.389 Dollar.

Kent Farrington erklärte später: „Die Pferde haben lange keine schwierigen Parcours mehr gesehen, wie sie es sonst gewohnt sind. Warscheinlich war das Springen darum einen Tick einfacher als in den vergangenen Jahren. Das ist der Grund für die vielen Null-Fehler-Ritte. Aber einen Abwurf hat man schnell und das kann den Besten von uns passieren. Insofern waren es in meinen Augen immer noch eine Menge Nuller, obwohl einige der Favoriten unglückliche Abwürfe hatten.“

Im Stechen habe er alles auf eine Karte gesetzt, wissend, dass seine Gazelle nicht nur blitzschnell ist, sondern auch jede Menge Erfahrung hat und er sich voll auf sie verlassen kann. „Ich denke, sie hat eine außergewöhnlich gute Wendung auf die Kombination zu gemacht und eine unglaubliche 180 Grad-Wendung auf das letzte Hindernis zu. Wahrscheinlich waren das die ausschlaggebenden Momente heute.“

Wer etwas über Strategie im Stechen lernen möchte, auch hier hat Kent Farrington Tipps: „Die erste Linie war optional, man konnte sie mit neun oder auf einem Pferd mit großer Übersetzung mit acht Galoppsprüngen reiten. Gazelle kann beides. Ich habe mich für neun Galoppsprünge auf leicht gebogener Linie entschieden, um nicht zu viel Risiko einzugehen und sie nicht schon zu früh zu flach zu haben mit einem geschlossenen Liverpool als nächstem Hindernis.“

Die Wendung auf die Kombination zu sei schon ein großes Risiko gewesen, räumte Farrington weiter ein, aber: „Ich wusste, da kann ich abkürzen. Sie springt Kombinationen sehr gut, sie ist sehr vorsichtig. Auf den Steilsprung zu war es das gleiche – ich konnte sie in vollem Tempo ganz nah heran reiten und ganz kurz wenden. Auf das letzte Hindernis zu konnte ich dann wieder mehr auf Sicherheit reiten, weil ich wusste, dass ich meinen Vorsprung sicher hatte.“

Die weiteren Platzierten

Auf Platz zwei sprang Lillie Keenan mit dem erst zehnjährigen Vigo d’Arsouilles-Sohn Fasther, den sie seit Anfang 2019 unter dem Sattel hat in 39,83 Sekunden. Bliss Heers und Antidote de Mars mussten sich mit gerade mal sechs hundertstel Sekunden Abstand mit Rang drei begnügen.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

Wiedersehen mit Alamo und Clinta

In Traverse City hat Daniel Bluman (ISR) sein Turnierdebüt mit Steve Guerdats Weltcup-Sieger Alamo gegeben. Die beiden gingen einem der 1,45 Meter-Rahmenspringen an den Start und kamen mit fünf Strafpunkten ins Ziel.

Nach ziemlich genau eineinhalb Jahren Turnierabstinenz war auch McLain Wards Mannschaftsweltmeisterin Clinta in Traverse City wieder am Start. Schon am letzten August-Wochenende hatte sie ihr Comeback mit einem neunten Platz in dem CSI3*-Grand Prix feiern können. Dieses Wochenende waren sie auch beim American Gold Cup am Start, konnten sich aber nicht unter die Platzierten mischen.

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