CCI**** Luhmühlen: Belgier sorgt für frischen Wind, Klimke Zweite

Platz zwei für Ingrid Klimke und Escada

(© Platz zwei für Ingrid Klimke und Escada)

Beim Viersterne-Event in Luhmühlen sind neben den bekannten Routiniers einige neue Gesichter und Pferde zu sehen. Allen voran der für Belgien startende Julien Despontin, der sich nach der Dressur an die Spitze des Teilnehmerfeldes gesetzt hat.
 Ingrid Klimke rangiert auf Platz zwei.

Der Belgier Julien Despontin hat zwei Jahre bei Andreas Ostholt gelernt und war danach zwei Jahre im Stall Koschel bevor er sich in Lienen selbstständig gemacht hat. Dieses Wochenende sitzt der 25-Jährige im Sattel von Waldano, einem 14-jährigen Hannoveraner Wolkentanz-Sohn. Das Paar, das in Luhmühlen seine zweite Viersterne-Prüfung bestreitet, ging schon gestern an den Start und in Führung mit 31,9 Minuspunkten. Julien Despontin „Waldano hat super brav mitgemacht und sich die ganze Aufgabe hindurch konzentriert. Dressur ist einfach seine Stärke und es macht Spaß, mit ihm zu arbeiten. Jetzt freue ich mich richtig auf das Gelände. Der Kurs ist fair, aber nicht zu unterschätzen. Mein Ziel ist, den Tag mit einer schönen Runde zu beenden und Waldano gesund und munter nach Hause zu reiten. Die Zeit ist dabei völlig zweitrangig.“
An zweiter Position nach der Dressur rangiert Reitmeisterin Ingrid Klimke auf Escada, mit der sie 2014 Mannschaftsweltmeisterin wurde. 32,7 Minuspunkte gab es von den Richtern für eine durchweg gelungene Runde. Für das Halten zu Beginn, die Trabtraversalen und die Galopptour wurde mehrmals die Note neun notiert. Ingrid Klimke bekam für Sitz und Einwirkung eine neun und eine zehn. Die Zeiten, in denen Escada in der Dressur wegen Nervosität und Spannung ein Wackelkandidat war, sind vorbei. „Die viele Dressurarbeit hat sich bezahlt gemacht“, so Klimke. „Die Stute war perfekt auf den Punkt vorbereitet, losgelassen und ausdrucksstark. Ich hatte ein super  Gefühl und kam sehr gut zum Reiten. Besonders die Trab-Tour hat sich toll angefühlt aber auch im Schritt war sie sehr gelassen. Mein Ziel für morgen ist, null und in der Bestzeit nach Hause zu reiten. Das Gelände ist toll, die Bodenverhältnisse sind jetzt optimal. Dennoch darf man die Aufgaben nicht unterschätzen. Es ist wichtig sich die Kräfte gut einzuteilen, damit man auch am Ende der Strecke genug Reserven im Tank hat, um die letzten Aufgaben souverän zu meistern.“
Platz drei mit 32,8 Minuspunkten nimmt momentan die Neuseeländerin Jonelle Price ein, die mit ihrem zweiten Pferd im CIC*** Platz zwei belegt. In der Viersterneprüfung hat sie Faerie Dianimo gesattelt, eine zehnjährige britische Sportstute v. Keystone Dimaggio. Jonelle Price war überrascht von ihrem tollen Ergebnis: „Die Stute ist nicht immer einfach, da sie etwas hitzköpfig sein kann. Ich musste lange daran arbeiten, sie auf meine Seite zu bringen und mit ihr zusammenzuwachsen. Heute waren wir ein Team, sie war noch nie so konstant. Ich weiß, dass sie alle Voraussetzungen mitbringt, um eine ausdrucksstarke Dressur zu gehen. Die Geländestrecke ist sehr schön und nicht zu schwierig. Dies ist nach Pau erst unsere zweite Viersterne-Prüfung und ich freue mich auf eine schöne Runde.“ Auf den Plätzen vier und fünf rangiert Michael Jung. Im Sattel seiner Vize-Weltmeisterin Rocana bekam er 34,1 Minuspunkte. Nur 0,1 Punkte mehr hat er mit Doppelolympiasieger Sam (34,2 Minuspunkte). Der Australier Christopher Burton liegt mit Graf Liberty auf Rang sechs (36,4). Alle Reiter der Top Ten liegen nach der Dressur dicht beieinander – der Abstand zwischen Platz eins und Rang zehn beträgt lediglich 6,3 Minuspunkte.

Um 9.30 Uhr geht morgen der erste Starter des CCI**** auf den Geländekurs.
Einen besondere Perspektive auf die Strecke bekam vorab Angela Bandte. Die Gewinnerin der St.GEORG Verlosung durfte gestern bei dem von Horseware initiierten Course Walk mit Ingrid Klimke dabei sein. „Die Besichtigung des Strecke war wirklich klasse“, erzählte sie im Anschluss. „Ingrid Klimke hat ganz ausführlich die einzelnen Sprünge erklärt. Es war sehr aufschlussreich zu erfahren, was sie denkt und wie sie sich einen Plan für die Strecke macht. Als Zuschauer hat man ja gar nicht die Möglichkeit, so nah an die einzelnen Sprünge zu kommen. Solch eine Perspektive bekommt man nicht jeden Tag. Es war wirklich toll!“

Alle Ergebnisse der Dressurprüfung finden Sie hier.

 

Julien Despotin auf Waldano

Julien Despontin auf Waldano (Thomas Ix) (© Julien Despotin auf Waldano)