CCI4* Luhmühlen: Bettina Hoy auch hier Overnight Leader

Luhmühlen – CCI4Sterne/CIC3Sterne Deutsche Meisterschaft 2017

Bettina Hoy mit Designer im Viersterne-Cross von Luhmühlen. (© Stefan Lafrentz)

Auch im Viersterne-Cross in Luhmühlen blieben Bettina Hoy und Designer fehlerfrei, damit sind sie Overnight Leader vor Julia Krajewski mit Samurai du Thot und Nicola Wilson mit Bulana.

Auch in der Viersterne-Prüfung von Luhmühlen, dem CCI4*, ließ sich Bettina Hoy nicht von der Spitze verdrängen, die sie mit dem 13-jährigen Westfalen Designer v. Dali x nach der Dressur mit 36 Minuspunkten übernommen hatte. Trotz einiger banger Momente, vor allem in der ersten Hälfte, blieb Hoy ohne Hindernisfehler und in der Bestzeit von 11:11 Sekunden. Am ersten Wasser sah es so aus, als ob Designer stehen bleiben wollte. Aber er sprang ab, wobei er seine Reiterin fast aus dem Sattel katapultierte. Da Bettina Hoy aber mit dem ehemaligen Honorartrainer der deutschen Vielseitigkeitsreiter Chris Bartle viel trainiert hat und fest im Sattel sitzt, konnte sie sich schnell wieder fangen. Im Laufe der Strecke sprang Designer dann aber immer sicherer. Ein bisschen Glück war auch dabei, denn der Rumpler passierte an einem der Sprünge, die mit dem Sicherheitssystem Mim ausgerüstet waren und ein Auslösen des Mechanismus hätte elf Strafpunkte bedeutet. Mit ihrer Leistung im Gelände bleibt Bettina Hoy Overnight Leader. Fürs Springen morgen gab sie sich zuversichtlich, wies aber darauf hin, dass ihre Konkurrentin Julia Krajeweski die bessere Statistik in dieser Disziplin aufweisen könne.

Erster Viersterne-Cross nach Rio

Mit nur einem Punkt Abstand (37,00) folgt Krajewski mit Samourai du Thot. Die Vorjahrszweite segelte sicher und ohne erkennbare Probleme über den knapp 4000 Meter langen Kurs. „Ich bin super zufrieden“, sagte die 29-Jährige über ihren elfjährigen Selle Francais. „Wir hatten keinen Wackler. Es war meine erste Viersterne-Prüfung seit Rio, und ich bin froh, dass es so gut geklappt hat. Es hat Spaß gemacht.“ Bei Olympia in Rio war sie bekanntlich im Gelände ausgeschieden.

Briten stark vertreten

Dicht dahinter auf Platz drei mit 38,7 Minuspunkten liegt die beste der 15 britischen Starter, die sich in Luhmühlen um ein Qualifikationsergebnis bemühten, Nicola Wilson auf Bulana (38,70) vor ihrer Landsfrau Sarah Bullimore auf Lilly Corinne (39,30). Zwischen diesen vier Reiterinnen liegt weniger als ein Springfehler, alle vier blieben in der Bestzeit, wie insgesamt 17 von 48 Startern. Für Bulana sei es eine Viersterne-Premiere gewesen, sagte die Schülerin von Teamtrainer Chris Bartle. Nur sechs deutsche Reiter hatten sich für die lange Prüfung entschieden. Andreas Dibowski auf dem 14-jährigen Heraldik xx-Sohn Butts Avedon (Hann.) blieb nach einer sicheren Runde in der Bestzeit bei seinem Dressurergebnis von 41,2 Minuspunkten, zur Zeit Platz sechs.

Alle deutschen Starter ohne Hindernisfehler

Auch Beeke Jankowski gelang auf dem elf-jährigen Trakehner Tiberius v. Titulus eine gute Runde, zur Zeit Platz 22 mit 52,60 Minuspunkten. Zahlreiche Angstmomente bescherte Claas-Hinrich Romeike den Zuschauern. Häufig über dem Sprung hinter der Bewegung und nicht in Harmonie mit seinem Pferd, oft deutlich ohne Balance, kämpfte er sich durch den Kurs, wofür er nicht weniger als 11:58 Minuten benötigte und 18,5 Zeitfehler kassierte. Ordentlich bis auf einen Rumpler beim letzten Elements des Messmer-Teichs sah es beim Viersterne-Debütanten Nicolai Aldinger auf dem braven 16-jährigen Iren Tactic aus, der allerdings für seinen 12:02-Minuten-Ritt 20,40 Strafpunkte kassierte und sich momentan auf Platz 35 etabliert hat.

Ein Kurs auf der „soft side“

36 Reiter blieben ohne Hindernisfehler, der Brite Harry Dzenis auf Xam erhielt elf Strafpunkte, weil an Hindernis acht, am ersten Wasser, das Mim-System ausgelöst wurde. Drei Reiter gaben auf, zwei wurden eliminiert – am Ende des Tages war kein einziges Pferd gestürzt. Ein Ergebnis das dem Sport und dem Austragungsort Luhmühlen gut tut. Michael Etherington-Smith gab zu, dass sich die Kurse auf der „soft side“, also eher auf der freundlichen Seite befunden hätten, aber die vielen Ritte ohne Zeit- und Hindernisfehler hätten ihm keine Kopfschmerzen bereitet. „Ich musste den Platz erst kennenlernen und habe schon einige gute Ideen fürs nächste Jahr“, sagte er.

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