CCI4* Luhmühlen: Andreas Dibowski ist der Sieger

It’s me xx unter Andreas Dibowski

(© It's me xx unter Andreas Dibowski)

Er hat’s geschafft: Vor heimischen Publikum hat Andreas Dibowski nach einer denkbar spannenden Entscheidung das CCI4* gewonnen. Julia Krajewski sorgte für einen deutschen Doppeltriumph.

Es war mucksmäuschenstill im Luhmühlener Stadion, als Andreas Dibowski mit It’s me xx als Letzter an den Start ging. Ihn trennten nur 1,1 Punkte von dem Zweitplatzierten Franzosen Maxime Livio, der in Luhmühlen seine zweite Viersterne-Prüfung absolvierte und seinen mächtig springenden Selle Français-Wallach Qalao des Mers fehlerfrei durch den Parcours gesteuert hatte. Um zu gewinnen, mussten Dibowski und It’s me xx alle Stangen liegen lassen – und sie blieben liegen. Der 50-jährige Reiter spielte seine ganze Erfahrung aus und absolvierte mit dem gerade mal 1,60 großen Vollblüter aus der Zucht des Gestüts Hof Iserneichen eine tadellose Runde. Sieg mit 43,8 Minuspunkten vor Maxime Livio (44,9). Der Jubel war groß, genau wie die überschwängliche Freude beim Reiter und der Pferdebesitzerin Susanne Heigel. Selbst bei der Siegerehrung konnte Andreas Dibowski, für den das nach 2011 der zweite Sieg in Luhmühlen war, seinen Triumph noch nicht richtig fassen. „Wir hätten nie gedacht, dass dieses kleine Pferd hier an der Spitze stehen kann. It’s me xx hat an diesem Wochenende seine absolute Bestleistung abgeliefert, angefangen bei der Dressur über das Gelände bis zum abschließenden Parcours – er kann eigentlich gar nicht so hoch springen, aber das weiß er nicht“, erklärte er mit einem Lächeln. „Es war ein langer Weg, den mein Team und ich mit It’s me xx gegangen sind.“ Seit drei Jahren sei der Vollblüter, der in jungen Jahren lange krank gewesen war, stabil und im Vorfeld sei er perfekt auf dieses Turnier vorbereitet worden, Dressurtraining bei Dolf Keller und regelmäßige Behandlung durch eine Physiotherapeutin inklusive. Er war in dieser Saison schon zweimal Zweiter in einer Dreisterneprüfung geworden. Auf die Frage, ob er nach dem Ausfall von Butts Avedon jetzt doch wieder mit Olympia liebäugelt, sagte Andreas Dibwoski, dass er sich darüber keine Gedanken gemacht habe, das sollten die Bundestrainer tun. Aber er würde sich freuen, wenn sie ihn in ihre Überlegungen miteinbeziehen würden.

Thomas Ix

Viersterne-Sieger Andreas Dibowski und It’s me xx (Foto: Thomas Ix)

Immer noch etwas ungläubig nach dem Springen war Julia Krajewski. Im Sattel von Samourai du Thot hat die 27-jährige Nachwuchsbundestrainerin ihre Viersterne-Debüt gegeben – und zwar eines nach Maß. Nach der Dressur war sie in Führung gegangen, im Gelände ließ sie sich lediglich Zeitfehler anrechnen und im abschließenden Parcours flog sie nur so über die Hindernisse und galoppierte ohne Fehler und mit 49,0 Minuspunkten auf den dritten Platz. „Ich kann es immer noch nicht so richtig realisieren“, so die Reiterin. „Unter den Top drei zu sein ist unglaublich.“ Über ihren neunjährigen Selle Français-Wallach v. Milor Landais, den sie seit fünf Jahren ausbildet, sagte sie: „Das ist schon cool, wenn man Sam springen darf. Er ist wie ein Gummiball am Sprung. Ich glaube, dass er den Job, den er macht, richtig gut findet.“ Wie Andreas Dibowski auch steht Julia Krajewski auf der Longlist für die Olympischen Spiele in Rio.

Vierter der CCI4*-Prüfung wurde der Neuseeländer Tim Price mit Ringwood Sky Boy, der im Parcours alle Stangen liegen ließ, allerdings vier Fehler für Zeitüberschreitung in Kauf nehmen musste (50,2). Landsmann Andrew Nicholson und Qwanza kamen auf Platz fünf (51,9) vor William Levett (AUS) auf Alexander (54,6), der einen Sonderehrenpreis erhielt, weil er in der Geländeprüfung mit einer Punktlandung ins Ziel kam – die Uhr blieb genau bei der Bestzeit von 11 Minuten und zehn Sekunden stehen.
Bei Kai Rüder und dem OS-Wallach Colani Sunrise v. Chico’s Boy fiel im Parcours eine Stange, 60,1 Minuspunkte bedeuteten Rang neun. Claas Hermann Romeike lieferte mit Cato eine fehlerfreie, etwas zu langsame Parcoursrunde ab, mit fünf Zeitfehlern kam er in der Endabrechnung auf 84,2 Minuspunkte, Rang 18. Der viertplatzierte nach dem Gelände, Oliver Townend, zog den 15-jährigen Wallach Black Tie vor der letzten Verfassungsprüfung zurück.

Die deitaillierten Ergebnisse finden Sie hier.