Kreuth: Emma Brüssau und Hanna Knüppel, die Deutschen Meisterinnen der U18- und U21 Buschreiter

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Nicht nur in Balve wurde dieses Wochenende um den Deutschen Meister-Titel geritten, sondern auch in Kreuth. Hier traten Deutschlands beste Nachwuchsvielseitigkeitsreiter zum Kampf um die Medaillen an. Besonders Emma Brüssau dürfte an diesem Wochenende beseelt nach Hause fahren.

Denn Emma Brüssau belegte mit ihren beiden Pferden Donnerstag und Dark Desire gleich die ersten beiden Plätze in der langen Ein-Sterne-Prüfung von Kreuth. Ähnlich war es schon beim Preis der Besten gewesen. Nur dass Emmas Pferde diesmal die Rollen getauscht haben. In Everswinkel war Dark Desire (Hann. v. Don Frederico) das Pferd für den Sieg gewesen und Donnerstag (Trak. v. Cadeau) Dritte. Diesmal ließ letztere ihre Stallkollegin direkt hinter sich. „Schuld“ Schuld war ein Abwurf im Springparcours von Dark Desire. Donnerstag hingegen beließ es im Gelände und im Parcours beim Dressurergebnis von 42,20 Minuspunkten. Was nach der Dressur noch der achte Rang war, wurde schließlich ein Sieg.

Silber bzw. Rang drei in der Gesamtwertung holte Johanna Schulze-Bisping auf dem bewährten Abke’s Boy (Old. v. Abke). Der hatte schon mit seiner ersten Reiterin Pauline Knorr siegreich DM-Luft geschnuppert. Unter seiner neuen Reiterin zeigte er sich in Gelände und beim Springen ebenso souverän. Auch hier beendete das Paar die Prüfung mit seinem Dressurergebnis. 45,20 Minuspunkte waren nach der Dressur noch Rang 17. Am Ende reichte es für Silber.

Über Bronze konnte sich Lisa Zunder im Sattel der zwölfjährigen Holsteiner Stute Valmalou v. Jayadeva de Mackinac AA freuen. Hier ging es von Rang 24 rauf aufs Bronzetreppchen mit 47,60 Minuspunkten.

U21-Gold für Knüppel

Hanna Knüppel hat mit ihrem Holsteiner Carismo schon reichlich Titel gewonnen in ihrem Leben. Heute kam noch ein weiterer hinzu. Nach der Dressur hatten die beiden, die in Marbach schon Neunte auf Drei-Sterne-Ebene gewesen waren, noch an zweiter Stelle gelegen. Im Gelände hatten die 20-Jährige und ihr 13-jähriger Con Air-Sohn keinerlei Probleme. Lediglich beim Springen nahm er eine Stange mit. Aber damit war er in guter Gesellschaft. Fehlerfrei kam kein Paar aus dem Parcours. Lediglich zweien gelang es, die Stangen liegen zu lassen, aber hier reichte dann die Zeit nicht. So wurde es der Titel für Knüppel mit 47,50 Minuspunkten.

Silber sicherte sich Knüppels Teamkollegin der silbergeschmückten EM-Mannschaft von 2016 in Montelibretti, Tina Krüger auf der rheinischen Dutch Capitol-Tochter Dolce Mia. Auch sie fügte ihrem Dressurergebnis noch vier Fehler beim Springen hinzu, so dass am Ende 48,40 Minuspunkte zu Buche schlugen. Sie meinte hinterher trocken: „Ich war fast null. Für uns ist ein Abwurf wie kein Abwurf!“ Ernst fuhr sie dann damit fort, dass sie hofft, „nun endlich das elende Spring-Gespenst gelöst“ zu haben.

Bronze ging an eine Debütantin im Junge Reiter-Lager, Lara Schapmann auf Quinzi Royal. Im vergangenen Jahr ritten die beiden in Montelibretti noch als Einzelstarter bei den Junioren, nun gab es die erste U21-Medaille. 51,50 Minuspunkte schlugen zu Buche für die Westfalen Stute v. Quinta Real.

Richtig Pech hatte die Preis der Besten Gewinnerin Johanna Zantop. Auch für sie ist es das erste Junge Reiter-Jahr und sie übernahm prompt die Führung nach Dressur und Gelände. Aber am Morgen vor dem Springen stand ihr Santana’s Boy lahm im Stall. „Die Tierärzte befürchten ein Hufgeschwür“, berichtete sie. Damit sind ihre EM-Träume geplatzt, denn dafür fehlt ihr das Zwei-Sterne-Qualifikationsergebnis. Aber Zantop ist Pferdefrau: „Jetzt muss er sich erstmal auskurieren, dann sehen wir weiter.“

Wer zur EM nach Millstreet reisen darf, entscheidet sich letztendlich Anfang Juli nach einem Sichtungslehrgang in Warendorf.

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