Montag, 2. August: Julia Krajewski – eine Medaille für Deutschland?

First Horse Inspection – Olympic Games Tokyo 2020

Julia Krajewski und Amande de B'Neville beim Vetcheck bei den Olympischen Spielen in Tokio 2021. (© hippofoto.be)

Julia Krajewskis Aufgaben für heute sind klar definiert: Keine Springfehler machen! Dann ist ihr die Silbermedaille sicher. Zeiten, Chancen und Anforderungen für das Finale in der Olympischen Vielseitigkeit.

Für Julia Krajewski und Co. steht heute zunächst der Vetcheck an. 9.30 Uhr in Tokio, also 2.30 Uhr in Deutschland. Auf unserer Webseite wird stehen, wie der ausgegangen ist. Die deutschen Pferde sahen nach der Prüfung alle gut aus. Weil es nach neuem Reglement kein Streichergebnis gibt, wäre ein Ausfall bitte. Wobei es die Möglichkeit gibt, den Reservereiter einzusetzen, sollten medizinische Gründe gegen den Start eines Mannschaftspferdes sprechen. Allerdings bekommt dann die Mannschaft 20 zusätzliche Strafpunkte.

Der Protest der deutschen Mannschaftsleitung, die versucht hatten, gegen die elf Strafpunkte vorzugehen, die Michael Jung heute für das Auslösen des MIM-Sicherheitssystems erhalten hat, wurde abgewiesen. Jung geht damit auch weiterhin als Zehnter des Zwischenklassements ins Rennen.

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Die Ecke, die Michael Jung zum Verhängnis wurde, 14 c, war übrigens der Sprung, an dem es laut Fence Report die meisten Vorkommnisse gab. Siebenmal wurde das MIM ausgelöst, zwei Pferde verweigerten. Dass das MIM wichtig ist, zeigte der Ritt von Louise Romeike (SWE). Die hatte ihren Cato zu diesem Zeitpunkt nicht mehr sicher an den reiterlichen Hilfen. Mit wenig Lenk- und Bremskraft kam die Reiterin zur Ecke. Der Rumpler, der daraus resultierte, hätte ohne MIM sicherlich eine unschönen Sturz verursacht. So verlief es einigermaßen glimpflich.

Springen: zwei Parcours, Einzelfinale bis 1,30 Meter hoch

Dann stehen zwei Springparcours an. Zunächst das Mannschaftsfinale. Hier ist der Kurs maximal 600 Meter lang. Er soll nicht mehr als 16 Sprünge mit 11-12 Hindernissen enthalten. Die Hindernisse sind hier maximal 1,25 Meter hoch. Im Springen wird jeder Abwurf mit vier Strafpunkten geahndet.
Die 25 Besten aus dem Mannschaftsspringen gehen dann ins Einzelfinale. Hier ist der Kurs etwas kürzer, es sind auch nur maximal zwölf Sprünge erlaubt und nicht mehr als neun Hindernisse. Dafür muss hier aber noch etwas mehr gesprungen werden. 1,30 Meter ist hier die Maximalhöhe. In beiden Springen ist die Zeit auf 375 Meter/Minute festgelegt.

Wer springt am besten?

In Sachen Springqualitäten haben sich Oliver Townend und Laura Collett gestern auf der Pressekonferenz eher bedeckt gehalten. Ihnen war mehr danach, vom Gelände zu schwärmen. Ein Blick auf die letzten zehn Ergebnisse der Paare zeigt: Oliver Townends Ballaghmor Class war in drei Prüfungen im Parcours ohne Abwurf. Allerdings schaffte er zwei der drei Nullrunden davon in den beiden letzten Prüfungen. Und die hat er beide gewonnen hat, das CCI4*-S Alnwick-Burnham und das CCI5*-L in Kentucky.

Für Julia Krajewski und Amande de B’Neville stehen sechs Nullrunden in den vergangenen zehn Springparcours zu Buche. In Luhmühlen sprang „Mandy“ zwar super, aber ihr Ehrgeiz machte ihr einen, wenn auch kleinen, Strich durch die Rechnung. Da schlug sie einmal überm Oxer mit den Hinterbeinen aus und daraus resultierte ein Abwurf.

Die beste Quote der Top drei hat die Britin Laura Collett: London hat nur zweimal gepatzt, ging also achtmal ohne Fehler aus dem Parcours. Vitali ist unter dem Neuseeländer Tim Price bislang noch wenig Prüfungen auf diesem Niveau gegangen.

Das Mannschaftsspringen beginnt um 17 Uhr, wenn in Tokio schon die Sonne allmählich untergeht und es in Deutschland gerade einmal 10 Uhr ist. Gegen 19.35 Uhr (12.35 Uhr) soll laut Zeitplan der Teamwettbewerb entschieden sein. 20.45 Uhr (13.45 Uhr) ist als Beginn des Einzelspringens angesetzt.