17 Hannoveraner Springhengste gekört, sechs prämiert

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Der teuerste Prämienhengst v. Grey Top-Stolzenberg (© Hannoveraner Verband/Tammo Ernst)

Es ist dieses Jahr eine etwas andere Körung beim Hannoveraner Verband, als man es gewohnt ist. Nicht nur, dass die Dressur- und Springhengste getrennt auftreten, die Springer mussten dieses Jahr zweimal durch die Freispringgassen. Hier sind die, die besonders überzeugen konnten.

Neu war auch der Bodenpersonaleinsatz bei der Präsentation der Springhengste mit deutlich weniger Personen in der Bahn und dem Verzicht auf das wiederholte Anführen der Hengste, bevor sie in die Freispringgasse gehen. Auch wurde beim Springen weniger „nachgetrieben“. So waren die Hengste stärker sich selbst überlassen und ihr natürliches Verhalten am Sprung besser zu beurteilen.

Am Ende wurden von 30 Kandidaten 17 gekört und sechs prämiert. Aus dem ersten Ring ging die erste Prämie des Tages an die Katalognummer 2, einen Sohn des Alaba (v. Arpeggio-Cassini Boy Junior) aus einer Mutter v. Monti Obolensky-Loran, gezogen und ausgestellt vom Ferienhof Stücker bzw. der Familie Wilbers. „Ein sehr athletischer Hengst, der über alle Besichtigungen voll zu überzeugen wusste“, so der Kommentar. Das Landgestüt Warendorf sicherte sich den Youngster für 30.000 Euro.

Der zweite Prämienhengst war die Katalognummer 7 v. Chacoon Blue-Balou du Rouet-Lordanos aus der Zucht von Gerd Janssen in Neuschoo und ausgestellt durch die Besitzergemeinschaft Schlüsselburg und Wohlers, bei dem es kurz und bündig hieß: „Ein Hengst, der viel von dem mitbringt, was wir benötigen, nämlich Vermögen.“ Er kommt aus dem Stamm von Julien Epaillards Fünf-Sterne-Stute Quincy Lady. Die Qualität in Kombination mit der Abstammung war dem Celler Landgestüt 60.000 Euro wert.

Aus dem zweiten Ring ging eine Prämie an die Nummer 14, einen ausgesprochen schicken Rappen v. Diarado-Sampras-Quality, der seinen Vater nicht verleugnen kann, und den Tessa Pfeil nach Verden geschickt hatte. Die Körkommission lobte nicht nur den Typ, sondern vor allem auch die Einstellung des Hengstes und die allgemeine Elastizität. „Ein Hengst ganz im Look seines Vaters und aus einem echten Leistungsstamm“, urteilte Springexperte Markus Beerbaum. „Er lässt sich auch durch einen Fehler nicht aus dem Konzept bringen und zeigt eine entsprechende Reaktion“, so Beerbaum weiter. Der Rappe ging für 34.000 Euro nach Dänemark.

„Alles richtig gemacht“ lautete das Urteil über die Nummer 16 v. Grey Top-Stolzenberg-Contendro aus der Zucht von Peter Wisch und in kanadischem Besitz. Der Hengst kommt aus bester Familie. Die Mutter wurde nicht nur selbst mit 10,0 beim Freispringen bewertet, sie gehört auch zur mit einer Ib-Prämie bedachten Familie der Herwart von der Decken-Schau 2017. Die Vollschwester des Hengstes, Glücklich, wurde 2018 Hannoveraner Springpferdechampionesse. „Das Freispringen absolvierte er mit unglaublicher Gelassenheit, und selbst bei Höchstabmessungen spielte er nur“, so Markus Beerbaum. Der Hengst fand für 64.000 Euro ein neues Zuhause.

Der fünfte Hengst mit Prämie war einer von zwei gekörten Zinedream-Söhnen, die beide aus dem Stamm der Nondura und dem Zuchtstall von Dr. Carsten Haack kommen. Prämiert wurde die Katalognummer 29 aus einer Stolzenberg-Contendro-Raphael-Mutter, ein Hengst mit „faszinierendem Springen“, so das Urteil der Körkommissare. Markus Beerbaum schwärmte: „Ein sehr leichtfüßiges Pferd mit leichtfüßigem Springen, er spielt mit Höchstabmessungen und verfügt über eine tolle Technik, die sich auch bei hohen Hindernissen durchsetzt.“ Am Ende kostete der Rappe 50.000 Euro.

Und schließlich gab es noch eine Prämie für die Katalognummer 30, einen Schimmel v. Zirocco Blue-Cornet Obolensky-Polydor, der bei Michael Klumpe zur Welt kam und von Christian Thelker ausgestellt wurde. Beiden dürften Markus Beerbaums Worte in den Ohren geklingelt haben: „International erfolgreiche Genetik führt hier zu einem Pferd mit unbegrenztem Potenzial. Er bringt alles mit, was der moderne Springsport verlangt.“ Nachdem der Hengst bei 38.000 Euro schon einmal zugeschlagen worden war, entschied sich doch noch ein anderer Interessent, weiter zu bieten. So wurde der Schimmel schließlich für 41.000 Euro zugeschlagen.

Für die Vielseitigkeitszüchter

Unter den Hengsten, die künftig Hannoveraner Stuten beglücken dürfen, ist auch einer für die Vielseitigkeitszüchter: die (WFFS positive) Katalognummer 17 v. Jaguar Mail (der ja selbst 2008 bei den Olympischen Spielen in Hongkong gesprungen ist) aus dem Butts’schen Erfolgsstamm, aus dem auch Abraxxas (Ingrid Klimke), Avondale (Anna Siemer), Avedon (Andreas Dibowski) & Co. hervorgegangen sind.

Jaguar Mail ist ja selbst ein Hand in Glove xx-Laudanum xx-Almé-Sohn, der hier von Andrea Erdmann mit ihrer Duke of Hearts xx-Heraldik xx-Sir Shostakovich xx-Tochter Butts Angel Delight angepaart wurde. Das Ergebnis dieser Anpaarung ist also fast ein reiner Vollblüter, den Dr. Volker Steinkraus nach Verden geschickt hatte. Wie Zuchtleiter Ulrich Hahne sagte: „Wenn wir in der Hannoverschen Zucht Pferde für die Vielseitigkeit anbieten wollen, müssen wir diesen Sohn des Jaguar Mail kören und so haben wir es gemacht.“

Hannoveraner Hengst des Jahres

Die Körung der Springhengste war auch die Gelegenheit, um den Hannoveraner Hengst des Jahres zu küren. Das wurde der 25-jährige, aber offensichtlich noch kein bisschen müde Forsyth v. For Pleasure-Dorian. Sein sportliches Aushängeschild ist sicherlich Eric Lamazes Fine Lady, die nicht nur Bronze bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio gewann, sondern zum Beispiel auch zweimal hintereinander den Preis von Europa in Aachen gewann.

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