Bundeschampion Caillan Weltmeister der siebenjährigen Springpferde, Kannan- und Stakkato Gold-Kinder siegen bei Fünf- und Sechsjährigen

WARENDORF – Bundeschampionate 2022

Rolf Göran Bengtsson ritt den Sohn seines Erfolgshengstes Casall, Caillan, zum Bundeschampionatstitel der siebenjährigen Springpferde 2022. Jetzt wurde es in Lanaken auch noch was mit dem WM-Titel. (© sportfotos-lafrentz.de)

Heute ging es in Lanaken um die Medaillen der fünf-, sechs- und siebenjährige Springpferde bei den Weltmeisterschaften. Landes- und Bundeschampion Caillan krönte unter Rolf-Göran Bengtsson seine Saison mit Gold bei den Siebenjährigen und hält damit für Holstein die Fahne hoch. Christian Ahlmann gewann knapp Silber. Ansonsten lief es für einen als Irisches Sportpferd eingetragenen Stakkato Gold-Sohn und eine Irische Sportpferde-Stute v. Kannan am erfolgreichsten.

Landeschampion in Holstein, umjubelter Bundeschampion und jetzt Weltmeister der siebenjährigen Springpferde: Der Casall-Carry-Sohn Caillan hätte seine überragende Saison wohl nicht besser abschließen können. Von Gerd Ohlsen gezogen, der übrigens auch live vor Ort war und mit dem immer noch in seinem Besitz stehenden Caillan mitfieberte, ritt der erfahrene Rolf-Göran Bengtsson den Braunen zunächst ins Stechen mit einer sicheren Nullrunde im Umlauf.

Caillan mit perfektem Abschluss einer perfekten Saison

Fürs Stechen hatten sich neben Caillan noch sieben weitere Paare der insgesamt 40 Finalisten qualifizieren können. Allerdings stelle sich nach einigen Ritten heraus: Gut abschneiden kann, wer eine zweite Nullrunde hinlegt. Bengtsson ritt zügig, ohne das Tempo zu arg zu forcieren und flog ohne Fehler nach 38,92 Sekunden ins Ziel. Alle Augen waren schlussendlich nochmal auf Christian Ahlmann gerichtet, letzter Starter im Stechen mit dem so imposant springenden Dourkhan Hero Z v. Don’t Touch Tiji Hero aus einer Zandor-Mutter. Doch es reichte nicht für den Hengst aus der Zucht von High Jumper Sprl, der mittlerweile im Besitz des Gestüts Zangersheide steht und dort als Deckhengst fungiert. Mit 41,55 Sekunden wurde es aber noch die Silbermedaille für den Hengst. Rang drei ging an Olivier Philippaerts mit Precious Dwerse Hagen dank des dritten von drei Null-Fehler-Ritten im Stechen. Die belgisch eingetragene Cornet Obolensky-Casall-Tochter (Z.: BV De Dwerse Hagen) galoppierte nach 44,74 Sekunden über die Ziellinie.

Pech für Hannes Ahlmann

Wirkliches Pech hatte Hannes Ahlmann in den Finals am Sonntag. Mit der Toulon-Tochter Tokyo aus der Zucht von Jürgen Böge ritt er die schnellste Runde im Stechen mit 38,41 Sekunden (eine halbe Sekunde schneller als Bengtsson!), ärgerlicherweise fiel jedoch am letzten Oxer die Stange. Damit wurde es Rang vier für das Paar. Mit seinem zweiten für das Finale qualifizierten Pferd, dem fünfjährigen Madness, hatte Ahlmann es ebenfalls ins Stechen geschafft. Dort allerdings stürzte der Team-Europameister 2022 der Jungen Reiter, der Medaillentraum war damit auch in dieser Konkurrenz ausgeträumt.

ABC Saving Grace siegt bei den Sechsjährigen

Unter dem irischen Reiter Ethen Ahearne durfte die irische Sportpferdestute ABC Saving Grace aus der Zucht und im Besitz von Patrick Kehoe die letzte Ehrenrunde der Sechsjährigen anführen. Die Kannan-Cruising-Tochter setzte sich gegen 13 Paare im Stechen durch mit einer fehlerfreien Runde in 36,74 Sekunden. Auch hier hatten 40 Pferde am Finale teilgenommen. Silber ging an das Selle Français mit Garance de Vains v. Diamant de Semilly-Ogano Sitte. Die Stute war von Valentin Pacaud aus Frankreich zu einer Zeit von 37,13 Sekunden geritten worden. Zirocco Blue stellte den Bronzemedaillengewinner dieser Konkurrenz: der KWPN-Wallach Lacoste VDL, gezogen und im Besitz des VDL Gestüts stehend, löste die Lichtschranke mit dem Briten Alex David Gill im Sattel nach 37,83 Sekunden aus.

Das beste Pferd aus einem deutschen Zuchtgebiet war der an siebter Stelle platzierte Hannoveraner Wallach Schabernack. Der für die Slowakei reitende Peter Kopecky präsentierte den Cornet Obolensky-Quidam de Revel-Sohn für den Züchter und Besitzer Frank Plock. Mit der Zeit von 33,92 Sekunden im Stechen hätte es mit Weile für den Sieg gereicht, allerdings nahm der Wallach unterwegs eine Stange mit.

Bp Goodfellas heißt der neue Weltmeister der fünfjährigen Springpferde

Nochmal Irland hieß es bei den Springpferden des Jahrgangs 2017. Gerard O’Neill aus Irland stellte den vom Hannoveraner Hengst Stakkato Gold abstammenden Wallach Bp Goodfellas aus der Zucht von Kevin Babington & Gbbs Int Ltd vor. Mit einer Nullrunde im Umlauf qualifizierte sich das Paar neben 17 weiteren für das Stechen. Hier lieferten sie mit 40,12 Sekunden dann die schnellste Runde des gesamten Starterfeldes und blieben dabei auch noch fehlerfrei: Das bedeutete die Goldmedaille für den als irisches Sportpferd eingetragenen Wallach aus einer Quality-Mutter. Zweiter wurde der belgische Aldo du Plessis-Cooper van de Heffinck-Sohn Ristretto vd Heffinck, dessen Suffix für den Züchter steht, unter seinem Besitzer, Olivier van der Vaart (NED), mit 40,52 Sekunden. Der Bronzerang ging an den KWPN-Hengst Mindset Es v. Aganix du Seigneur-Kannan aus der Zucht von Egbert Schep, der sich auch noch für den Besitz des Hengstes veranwortlich zeichnet. Unter dem Sattel von Jarno van Erp aus den Niederlanden wurden es 42,05 Sekunden im Stechen.

Nochmal Aganix du Seigneur hieß es auf Rang vier. Unter dem Sattel von Christian Ahlmann kam die Zangersheider Stute Ansingh de Lis Z wurden es im Stechen 42,34 Sekunden. Bestes deutsches Pferd in der Konkurrenz war der an fünfter Stelle rangierende Diarado-Casall-Sohn Davis aus der Zucht von Timm Peters. Der Holsteiner steht in Besitz der Helgstrand und Bengtsson GmbH wurde von Thibaut Huyvaert (BEL) vorgestellt und kam nach 43,29 Sekunden ins Ziel.

Vor den spannenden Entscheidungen um die Medaillen bei den jungen Springpferden stand am Samstag noch die Belgische Meisterschaft in Lanaken an. Dort konnte der Zwillingsbruder von Olivier Philippaerts, Nicola, groß auftrumpfen.

Belgische Meisterschaft für Nicola Philippaerts

43 Reiter bewarben sich um den Titel bei der nationalen Meisterschaft. Mit insgesamt weniger als einem Abwurf durfte Nicola Philippaerts mit der Levisto Z-For Pleasure-Tochter Luna van’t Ruytershof am Ende auf die oberste Stufe des Podiums steigen: 3,65 Strafpunkte sammelten die beiden über insgesamt drei Parcoursrunden, einen davon nahm der 29-Jährige in der letzten Runde für Zeitüberschreitung in Kauf. Auf den Silberrang schaffte es Thibeau Spits mit King van Essene, einem belgisch eingetragenen Hengst v. Calido I-Chacco-Blue und 6,13 Strafpunkten. Die Bronzemedaille ging an Jordy van Massenhove, der die Bustique-Tochter Gaga E d‘ Augustijn ritt. 7,18 Strafpunkte schlugen für dieses Paar insgesamt zu Buche.

Alle Ergebnisse aus Lanaken finden Sie hier.

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