Bundeschampionat 2022: Holsteiner dominieren bei den siebenjährigen Springpferden

WARENDORF – Bundeschampionate 2022

Rolf Göran Bengtsson ritt den Sohn seines Erfolgshengstes Casall, Caillan, zum Bundeschampionatstitel der siebenjährigen Springpferde 2022. Jetzt wurde es in Lanaken auch noch was mit dem WM-Titel. (© sportfotos-lafrentz.de)

„Hoch, breit und lang, aber fair und gut zu reiten“, lautete die Beurteilung der Anforderung im Parcours der Springprüfung Kl.S** mit Stechen, den Parcourschef Peter Schuhmacher am späten Samstagnachmittag für das Finale der siebenjährigen Springpferde gebaut hatte. So wurde neben Springvermögen vor allem Kraft und Kondition abgefragt. Vor dem Hintergrund, dass dies der dritte Wettkampftag in Folge für diese Altersklasse war, auch ein Kriterium der Selektion.

Es dämmerte schon, als Caillan, der neue Bundeschampion, mit einem strahlenden Ralf-Göran Bengtsson im Sattel auf die Ehrenrunde ging. Strahlend auch Züchter und Besitzer Gerd Ohlsen, der den Sieg seines Holsteiner Wallachs auf der Burandtwiese verfolgt hatte und hier die Glückwünsche persönlich entgegen nehmen konnte.

Zehn der 35 angetretenen Starterpaare hatte den Umlauf strafpunktfrei beendet, als dritter Starter im Stechen Caillan. Zuvor hatte Munin, der Holsteiner Schimmelwallach von Mylord Carthago, MV Chin Chin, unter Richard Vogel eine pfeilschnelle Runde vorgelegt, 44,25 Sekunden waren schon mal eine Vorgabe. Das zu toppen gelang dem Altmeister aus Schweden mit dem Sohn seines einstigen Erfolgshengstes Casall in tadelloser Manier, 43,32 Sekunden waren Spitze, Sieg und Titel gingen nach Breitenburg in Holstein.

Sophie Hinners, die in nicht nur in Warendorf so erfolgreiche junge Reiterin aus Dagobertshausen, gab noch einmal alles mit Honey Bunny, der sympathischen Holsteiner Stute von Livello, MV Cento. Und fast hätte sie ihren Trainingspartner und Lebensgefährten Richard Vogel noch geschlagen, schlussendlich war das Paar nur ein Zehntel langsamer, 44,35 Sekunden. Es reichte aber zu Bronze für die von Otto Boje Schoof gezogene Honey Bunny, die im Besitz von Vogels Onkel Richard Grom steht.

Die drei Medaillenträger überraschten weniger als die an vierter Stelle platzierte Painted Rijenna, die Westfalen-Stute von Pilothago, MV Rüter. Die Zuschauer auf den an diesem Nachmittag voll besetzten Tribünen applaudierten der Reiterin Christina Gierlich und der Pilothago – Rüter-Tochter begeistert, als sie in 45,32 Sekunden zwar nicht mehr in die Medaillenränge, aber auf den vierten Platz galoppierte. Jochen Figge hat Painted Rijenna gezüchtet, er ist auch Besitzer der Braunen, die ihren Vornamen „Painted“ durchaus zu Recht trägt.