Futterverunreinigung: Holsteiner Verbandshengst Charaktervoll muss Leistungsprüfung nachholen

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Immer wieder hat die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) in den vergangenen Wochen vor Futtermitteln gewarnt, die mit Koffein verunreinigten Apfeltrester enthalten könnten, was zu positiven Medikationskontrollen führen kann. Nun wurde ein Holsteiner Verbandshengst bei seiner Leistungsprüfung positiv getestet.

Es handelt sich um den dreijährigen Charaktervoll v. Comme il faut-Contendro-Capitol aus der Zucht von Manfred von Allwörden und im Besitz des Holsteiner Verbands. Er gehörte im September zu den Prüflingen in Neustadt/Dosse, taucht dort in der Ergebnisliste aber nicht auf.

Der Holsteiner Verband berichtet auf seiner Website davon, dass in den vergangenen Monaten bei mehreren Medikationskontrollen Pferde positiv auf die verbotenen Substanzen Coffein und Theophyllin getestet worden seien, und dass die FN eine entsprechende Warnung vor kontaminierten Futtermitteln veröffentlicht habe.

Nun sei „auch ein Hengst der Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH betroffen“, heißt es vom Holsteiner Verband. Seine Leistungsprüfung sei von der FN entsprechend der HLP-Richtlinien für ungültig erklärt worden.

Bei Norbert Boley, dem Geschäftsführer der Holsteiner Verbands Hengsthaltungs GmbH, schrillten ob der Meldung der FN die Alarmglocken, denn auch die Hengste des Holsteiner Verbands bekommen mit Apfeltrester versetztes Futter. Er ließ daraufhin das Futter untersuchen. Dabei stellte sich heraus, dass das Futter tatsächlich mit Koffein kontaminiert war.

Statement des Futterherstellers

Der Futtermittelhersteller hat sich nun zu der Sache geäußert. Im Wortlaut heißt es in dem Statement: „Nach unseren Erkenntnissen hätten die im Mai und Juli an Sie gelieferten Pferdefutter keinen positiven Befund ergeben dürfen. Auch die gelieferte Partie im August war negativ. Aus diesem Grund sind auch bei Ihnen keine Maßnahmen unternommen worden. Nach den heutigen Erkenntnissen ist es aber so, dass auch frei beprobte Partien Apfeltrester kontaminiert sein konnten […]. Diese Erkenntnis kommt in Ihrem aktuellen Fall leider zu spät. Sie sind in diesem Fall völlig schuldlos hineingeraten. Hierfür können wir uns bei Ihnen nur in aller Form entschuldigen. Für uns ist dieses Thema in unserer Firmengeschichte das erste Mal aufgetreten, und auch wir sind die Betroffenen durch die kontaminierte Ware unseres Zulieferers.“

Charaktervoll soll seine Leistungsprüfung zum nächstmöglichen Zeitpunkt nachholen.

www.holsteiner-verband.de