„Kurz-VA“ für drei- und vierjährige Hengste in Warendorf

Hengstleistungsprüfung: 14-Tage-Test

Symbolfoto Hengstleistungsprüfung (© Beelitz/St.GEORG)

Das DOKR war seit Montag Schauplatz einer weiteren der neuen „Kurz-Veranlagungsprüfungen“ (VA) für drei- und vierjährige Hengste, die den 14-Tage-Test ersetzen könnten.

Das Projekt wird gerade bei mehreren Zuchtverbänden getestet, der Oldenburger Verband hatte damit angefangen und im Rahmen seiner Sattelkörung zugleich eine Veranlagungsprüfung eingebaut. Der Ablauf der Kurz-VAs ähnelt dem der Sportprüfungen, nur wird keine Aufgabe geritten. Ziel sei die „erste Überprüfung der Reiteignung zur Beurteilung der natürlichen Grundveranlagung unter dem Sattel“, so der Leiter der Abteilung Zucht bei der FN, Dr. Klaus Miesner.

An den Sporttests für die Vier- und Fünfjährigen solle sich aber nichts ändern und auch die 50-Tage-Tests sollen bleiben. Ob es nun nur noch Kurz-VAs gibt, oder man doch wieder zum 14-Tage-Test zurückkehrt, soll Ende des Jahres entschieden werden.

Ob das Pilotprojekt funktioniert, davon konnte sich Dr. Klaus Miesner in den vergangenen Tagen sozusagen zuhause ein Bild machen, denn das DOKR war Gastgeber für eine solche Kurz-Prüfung. Zehn drei- und vierjährige Youngster nahmen daran teil.

Bei den Vierjährigen schnitt der KWPN-Hengst Dutch Dream v. Dream Boy-Fürst Romancier aus niederländischem Besitz am besten ab. Er kam auf eine Endnote von 8,64, sie sich zusammensetzte aus Trab 8,8, Galopp 8,7, Schritt 8,0, Rittigkeit 8,8, Leistungsbereitschaft 9,0.

Bester Dreijähriger war mit einer 8,54 der Westfale Legendary v. Lord Leopold-Blue Hors Laredo. Er war für den Ferienhof Stücker angetreten und erhielt im Trab 8,3, im Galopp 8,6, im Schritt 8,7, in der Rittigkeit 8,5 und in der Leistungsbereitschaft wieder eine 8,7.

Dr. Miesner betonte, dass es um die reine Veranlagung gehe, es also auch nicht schlimm sei, wenn das Pferd mal einen Satz zur Seite macht. Miesner: „Dabei hat es sehr geholfen, dass unser Disziplin-Experte Wolfgang Egbers gleich beim ersten freien Training allen beteiligten Reitern den möglichen ‚Druck’ genommen hat. Die ganze Prüfung verlief danach in ruhiger und altersgerechter Atmosphäre. Alle Hengste bekamen individuell die Zeit, die sie benötigten.“