Hengstkörung Westfalen 2016 Springen: Und immer wieder Cornet Obolensky

img_8010

Hengstkörung Westfalen 2016: Bei den Springpferden setzte sich Cornet Obolensky durch (© St.GEORG)

In der Springabteilung der Hengstkörung Westfalen 2016 bewarben sich 23 Hengste um die Zuchtzulassung, 14 erreichten das Klassenziel. Hoch flogen sie beinahe alle. Einige so, als ob sie den morgen streikenden Lufthansa-Piloten auf Augenhöhe begegnen wollten.

Der gerade erst in den vergangenen Wochen wieder hoch erfolgreiche Comme il faut von Marcus Ehning stellte zwei gekörte Söhne, von denen ein drahtiger, aus einer Captain Fire-Mutter gezogener Brauner, spritzig vom Boden kam und gut durch den Körper sprang. Sechsmal fand sich Cornet Obolensky auf der Vaterseite in der ersten oder zweiten Generation bei gekörten Hengsten. Und auch in den mütterlichen Pedigrees ist der Schimmelhengst mittlerweile fest verankert.

Internationales Parcoursblut beherrschte die Abstammungen. Zwischen Nachfahren von Diamant de Semilly, Heartbreaker, Verdi, Kannan oder Toulon fand sich immerhin noch ein Hengst, bei dem die westfälische Legende Pilot noch als väterlicher Großvater im Abstammungsnachweis verzeichnet stand. Dieser Pilothago-Sohn sprang am Ende hoch und gut, lediglich seine Galoppade hätte man sich etwas großzügiger gewünscht.

Es waren viele gute Springpferde vor Ort, eine breite Spitze, aus der die Körkommission, die „richtigen“ zu selektieren hatte. Keine einfache Aufgabe, denn viele Hengste sprangen außerordentlich hoch, wenn gleich es vergleichsweise wenig komplett krampfige Gewaltsätze zu sehen gab.

Flieg mein Hengst, flieg

Wenig natürlich sah das aus, was ein westfälischer Sohn des Franzosen Diamant de Semilly beim Freispringen zeigte. Da waren nicht 30, sondern mindestens 50 Zentimeter Luft zwischen seinen Vorderbeinen und der oberen Oxerstangen. Das sei die Abstammung wollten einige auf der Tribüne wissen, Muttervater Cornet Obolensky sorge ja auch für Vermögen. Letzteres ist unbestritten, aber der Gedanke, dass der Dunkelbraune aus dem Besitz von Zhashkiv Equestrian, Ukraine, lediglich aus lauter natürlicher Unbekümmertheit und ohne fremdes Dazutun meterhohe Gewaltsätze zeigte, darf wohl mit einem Fragezeichen versehen werden. Auch er wurde gekört.

Als dann wenig später ein eleganter, hübscher Don Diarado-Corrado II-Sohn mit brillanter Technik, kugelrund basculierend und mit blitzschnellen (!!) Reflexen über die Sprünge flog, auch mit viel Platz, aber bei weitem nicht so hoch wie der Diamant de Semilly-Sohn, wollte nicht so recht Stimmung aufkommen. Es gab Applaus, aber weniger enthusiastisch als das vielleicht sonst der Fall gewesen wäre. Sieger kann der Hengst eh nicht werden, er hat ein Oldenburger Brandzeichen. Gekört wurden Hengste aus fünf Zuchtgebieten (Westfalen, Zangersheide, Oldenburg, Hannover und Belgien).

Publikumsliebling war ein dunkelbrauner Kannan-Verdi-Cornet Obolensky-Sohn mit hannoverschem Brandzeichen, der sowohl im Modell als auch in den Grundgangarten überzeugen konnte. Auch er flog hoch über die Stangen.

Die Prämienhengste werden im Laufe des Abends benannt, am morgigen Mittwoch wird dann aus dem Kreis der Endringhengste der Siegerhengst ernannt.

 

Statistik Springen – väterliche Linien der neu gekörten Hengste

  • Cornet Obolensky (2 direkte Söhne) [des Weiteren über Comme il faut (2), Cornado I, Christallo II]
  • Contender [über Dantos HBC]
  • Furioso II [über Kannan (2)]
  • Grand Veneur, SF, [über Diamant de Semilly, Don Diarado]
  • Nimmerdor [über Etoulon]
  • Pilot [über Pilothago]
  • Stakkato [über Stakkato Gold]

St.GEORG NEWSLETTER

Schnell, aktuell und auf einen Blick wissen, was Sache ist!
Das bietet der St.GEORG Newsletter.