Wiesbaden: Kathi Offel gewinnt Preis des Hessischen Ministerpräsidenten

Katharina Offel und Charlie

Kathi Offel, hier auf Charlie, konnte sich im CSI4* Grand Prix von Samorin an dritter Stelle platzieren. (© WRFC/Toffi)

Die für die Ukraine reitende und in der Nähe von Maastricht beheimatete Katharina Offel aus Rosenheim war das Maß der Dinge im Hauptspringen am Sonntag beim Wiesbadener Pfingstturnier.

Seitdem Offel 2005 die ukrainische Staatsbürgerschaft angenommen hat, war sie bei fast allen großen Championaten am Start, Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften. Vor einigen Monaten hat sie Deutschland auch räumlich verlassen und sich in der Nähe von Maastricht niedergelassen, wo sie nun zusammen mit der US-Amazone Reed Kessler einen Turnierstall betreibt.

Für die schweren Springen in Wiesbaden setzt Offel auf den zwölfjährigen Westfalen Charlie, mal wieder einem Schimmel v. Cornet Obolensky (Mutter v. Potsdam), der auf internationalem Parkett brilliert. Er war heute im Preis des Hessischen Ministerpräsidenten eines von acht Pferden, die das Stechen erreichten und ließ auch dort nichts anbrennen. Selbst von den Paaren mit Fehlern im Stechen kam keines an Charlies fehlerfreie 38,22 Sekunden heran. Kein Wunder, denn wie seine Reiterin versichert, hat Charlie „ein großes Kämpferherz“. Sie muss es wissen. Schon sechs Jahre steht der Schimmel bei ihr im Stall – so lang wie kein anderes Pferd. Das schweißt zusammen: „Charlie ist mein Freund geworden – egal, ob er gut geht oder nicht.“ Denn das sei nicht immer der Fall gewesen: „Früher war es etwas schwieriger mit ihm, aber inzwischen ist er sehr angenehm im Parcours zu reiten.“ Dementsprechend setzt Offel auch auf Charlie, wenn es morgen, am Pfingstmontag um den Großen Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden geht, der zugleich die eigentliche Riders Tour-Wertungsprüfung ist.

Bei dem Zweitplatzierten wird das anders. Dabei handelt es sich um Holger Wulschner, der von seinem heutigen Sportspartner Cha Cha – zehnjähriger Holsteiner Hengst v. Casall-Le Grand – sagt,  dass er „eher noch ein Kind ist mit ein paar Flausen im Kopf“. Zwar komme er nach der Runde heute, in der der Braune dem erfahrenen Charlie beinahe noch den Sieg streitig gemacht hätte (Ergebnis: null Fehler, 38,48 Sekunden), ins Grübeln, „aber eigentlich steht der Plan.“ Und der sieht vor, dass Wulschner morgen den bewährten Cavity in den Start bringen wird.

Platz drei im Preis des Hessischen Ministerpräsidenten ging heute an den Belgier Constant van Paesschen auf Taalex, einem Tangelo van de Zuuthoeve-Sohn aus einer Alexis Z-Mutter, der nach 41,07 Sekunden ins Ziel kam. Auch Felix Haßmann hatte es ins Stechen geschafft. Hier leistete sich sein zehnjähriger Holsteiner Claudio-Ramirado-Sohn Cayenne allerdings einen Abwurf, der ihm Rang fünf einbrachte.

Noch einige weitere Deutsche verpassten zwar das Stechen, waren aber noch im Geld. Das gilt die beiden mit einem Zeitstrafpunkt behafteten Runden von Johannes Ehning auf dem Iren Coral Springs (v. Douglas-Cavalier) und Meredith Michaels-Beerbaum auf dem neunjährigen Lewitzer OS-Hengst Comanche (v. Coupe de Coeur-Baloubet du Rouet), aber auch für die Vier-Fehler-Ritte von Lars Nieberg mit dem selbst gezogenen Giorgio-Sohn Galippo, Maurice Tebbel auf Chacco’s Son v. Chacco-Blue-Lancer III sowie Gerrit Schepers im Sattel des Holsteiners Czerny N v. Cassini-Alcatraz.

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