Wiesbaden: Isabell Werth siegt in Grand Prix-Kür, Le Noir fehlt bei Abschied

El Santo unter Isabell Werth

MŸnster 15.07.2010 Deutsche Meisterschaft Dressur/Springen hier Dressur Finale Mediencup fŸr Nachwuchs-Grand-Prix-Pferde: Foto ©Julia Rau Am Zollhafen 12 55118 Mainz Tel.: 06131-507751 Mobil: 0171-9517199 RŸsselsheimer Volksbank BLZ 500 930 00 Kto.: 6514006 Es gelten ausschliesslich meine Allgemeinen GeschŠftsbedingungen (© El Santo unter Isabell Werth)

Nach dem Sieg im Grand Prix auf Don Johnson wurde es heute Abend noch eine zweite goldene Schleife beim Wiesbadener Pfingstturnier für Isabell Werth mit El Santo. Eigentlich sollte heute Abend auch Uta Gräfs Le Noir in Wiesbaden verabschiedet werden, doch daraus wurde nichts.

Werth und El Santo blieben das einzige Paar, das heute Abend im Henkell Trocken-Preis die 80 Prozent-Marke knacken konnte – und das trotz Fehlern wie dem Umspringen beim Übergang vom starken in der versammelten Galopp vor einer Pirouette. Machte unter dem Strich genau 80,525 Prozentpunkte, wobei insbesondere die Galopptour sowohl in den versammelten als auch in den verstärkten Phasen Punkte brachte.

Zweiter wurde der erst 20 Jahre junge Sönke Rothenberger auf dem 16-jährigen Rheinländer Favourit. Der Fidermark-Sohn ging eine saubere Runde. Er wirkt unter dem hoch aufgeschossenen Studenten allerdings ein wenig ponyhaft. Ein Bild, das noch dadurch verstärkt wird, dass der Dunkelfuch immer noch dazu neigt, sich einzurollen und zu eng zu machen. Insgesamt kamen die beiden auf 77,80 Prozent, ihr zweitbestes gemeinsames Ergebnis überhaupt.

Dritte wurde die einstige Junioren-Europameisterin Charlott-Maria Schürmann mit ihrem Burg-Pokalsieger von 2012, Burlington. Mit 76,925 Prozent verdrängte sie Nadine Husenbeth und Florida, die wie Schürmann auch schon Siegerin im Piaff Förderpreis gewesen war, auf den vierten Platz (74,800).

Le Noir auf dem Weg zum Sieg in der Kür beim Wiesbadener Pfingstturnier 2012.

Julia Rau (© Julia Rau)

2012 hatte ein Paar die Siegerehrung der Kür in Wiesbaden angeführt, das zum Liebling des Publikums wurde: Uta Gräf mit Le Noir. Für die Rheinland-Pfälzerin war dies einer der schönsten Erfolge ihrer Karriere. Aus diesem Grund wollte sie den Abschied des Holsteiner Hengstes aus dem Besitz der Familie Herzog heute Abend in Wiesbaden feiern. Doch Gräf erschien allein auf dem Viereck und hatte ausnahmsweise kein strahlendes Lächeln im Gesicht. Sie erzählte, dass Le Noir topfit gewesen sei. Aber am Morgen habe die Pflegerin bemerkt, dass er „ein bisschen komisch in der Box stand“. Es wurde gemutmaßt, dass der 15 Jahre alte Leandro-Sohn sich in der Nacht festgelegt und dabei möglicherweise den Hals verdreht hat. So entschied man sich in Absprache mit den Besitzern, Le Noir zuhause zu lassen. Uta Gräf war trotzdem sichtlich ergriffen. Sie erzählte, was sie dem Rappen zu verdanken hat, der ihr den Weg in den internationalen Sport geebnet und sie eigentlich erst richtig bekannt gemacht hat. Vor allem habe er ihr aber gezeigt, was feines Reiten bedeutet. Gräf: „Anfangs habe ich mich auf ihm immer gefühlt wie ein Grobmotoriker. Aber er hat es mir beigebracht. Und er hat die Latte für alle ihm nachfolgenden Pferde sehr hoch gelegt.“ Der Hengst soll nun noch bei Seminaren gehen, sich vor allem aber auch vermehrt dem Deckgeschäft widmen.