Dressurweltcup: Amerikaner Peters siegt, Werth Zweite

Sieg: Steffen Peters (USA) und Ravel

Las Vegas Thomas & Mack Center 18.04.2009 Weltcupfinale Dressur- und Springreiten hier Dressur-KŸr (Finale): ©Julia Rau Am Zollhafen 12 55118 Mainz Tel.: 06131-507751 Mobil: 0171-9517199 RŸsselsheimer Volksbank BLZ 500 930 00 Kto.: 6514006 Es gelten ausschliesslich meine Allgemeinen GeschŠftsbedingungen (© Julia Rau)


Mit einer
kleinen Sensation ist das diesjährige Finale um den Dressur-Weltcup zu Ende
gegangen. Der US-Amerikaner Steffen Peters siegte mit 84,95 Prozent vor der
Favoritin Isabell Werth (84,50). Titelverteidigerin Anky van Grunsven (NED) kam
mit ihrem Zweitpferd Painted Black auf Platz drei. Die Bewertung des niederländischen Richters Wim Ernes fiel deutlich zu Ungunsten von Isabell Werth aus.

Dass der Vierte der Olympischen Spiele von Hongkong mit seinem Niederländer Ravel v. Contango ein Pferd unter dem Sattel hat, das das Potenzial hat, ganz vorne mitzumischen, war spätestens seit vergangenem Jahr klar. Einen Sieg hatten dem gebürtigen Deutschen aber vor allem die amerikanischen Fans zugetraut. Frenetisch war sein Sieg im Grand Prix von der nur zu ca. einem Viertel ausverkauften Halle gefeiert worden. Da waren Satchmo allerdings Fehler unterlaufen. Mit Steffen Peters hat erstmals ein US-Reiter den Dressurweltcup aus eigener Kraft gewonnen. Debbie MacDonald und Brentina hatten die Trophäe erst nach dem Dopingfund bei Ulla Salzgebers Rusty 2003 im Nachhinein zugesprochen bekommen.
Peters schrammte haarscharf an der 85-Prozent-Marke vorbei. Drei Richter sahen ihn allerdings nur auf Platz zwei und Isabell Werth mit dem Hannoveraner Satchmo in Front, dem ein kleiner Fehler in den Zweierwechseln unterlief. Einzig die amerikanische Chefrichterin Linda Zang bei C und der Niederländer Wim Ernes fanden Peters‘ fehlerfreien Ritt besser als die Darstellung von Isabell Werth. Bei Zang betrug die Differenz in der A-Note 1,5 und in der B-Note ein Prozent. Deutlicher fiel das Urteil des Niederländers zu Gunsten des Amerikaners aus: Vier Prozent in der A-Note und fünf Prozent in der B-Note – 93 Prozent, genau wie Linda Zang. Da darf man wohl vom Königsmacher sprechen. Ein Schelm, wem da die nächtliche Debatte aus Hongkong wieder einfällt, dem Höhepunkt des Streits um die Richternominierungen, der schlussendlich die Abservierung des Dressurkomitees der Internationalen Reiterlichen Vereinigung zur Folge hatte. Damals war vor allem von holländischer Seite massiv Kritik an dem deutschen Richter Gotthilf Riexinger geäußert worden.
Dritte wurde Anky van Grunsven mit ihrem Zweitpferd Painted Black. Damit hat der Gribaldi-Sohn seine Reputation wiedererlangt. Die Richter hatten den Gribaldi-Sohn lange Zeit recht hoch bewertet. Als Anky van Grunsven nach ihrem dritten Olympiasieg allerdings unmissverständlich zu verstehen gegeben hatte, dass sie in dem schwarzen Hengst keinen Salinero-Nachfolger sieht, waren die Noten weniger hoch ausgefallen. Das ist nun Vergangenheit. Auch die von ihrem Trainer und Ehemann in Erwägung gezogene Möglichkeit, Erstpferd Salinero notfalls per anwaltlicher Hilfe ins Finale zu bugsieren, zählt nun zu den Annekötchen der Weltcupsaison 2008/09. Painted Black kam auf 82,25 Prozent, nachdem er bereits im Grand Prix als Zweiter knapp vor Isabell Werth und Satchmo rangiert hatte, eine zweite persönliche Bestleistung des Rapphengstes.
Was die technische Bewertung anbelangt, sahen die Juroren van Grunsvens Teamkollegen Hand Peter Minderhoud noch vor der Titelverteidigerin. Mit Noten zwischen 75 und 79 Prozent hätte er van Grunsven mit seiner Fuchsstute Nadine v. Partout geschlagen, aber die hohen B-Noten der Kürspezialistin ließen nur Rang vier für „Hapi“ zu (81,050).
Ein Paar, das in den letzten zwei Jahren auf dem nordamerikanischen Kontinent beständig große Erfolge feiern konnte und dem man in Hongkong sogar eine kleine Überraschung zugetraut hätte, ist die Kombination Ashley Holzer und Pop Art. Die Kanadierin ritt ihren niederländischen Amsterdam-Sohn auf Rang fünf (79,200). Mit zweieinhalb Prozentpunkten Abstand folgte Monica Theodorescu mit Whisper v. Welt Hit I (76,850) vor der zierlichen Niederländerin Jeanette Haazen und dem Jazz-Sohn Nartan. Dem Oldie im Feld, Jan Brinks Briar, blieb bei seinem letzten Turnierauftritt Rang acht (71,650). Vor das Schwedendoppel setzte sich der Pole Michael Rapcewicz mit Randon (72,750).