Rollkurdebatte in Lausanne: „Dr. Gerd Heuschmann: Erstaunlich konstruktive Gesprächsatmosphäre“

Agressiv oder nur LDR – Viel Spaß den Stewards

Turin (ITA) La Mandria 29.08.2007 Europameisterschaft Dressurreiten (Training): Anky van Grunsven (NED) zieht Salinero den Kopf bis auf die Brust ©Julia Rau Hindenburgstraße 49 55118 Mainz Tel.: 06131-507751 Mobil: 0171-9517199 Rüsselsheimer Volksbank BLZ 500 930 00 Kto.: 6514006 Es gelten ausschliesslich meine Allgemeinen Geschäftsbedingungen (© Julia Rau)

Kurz nach dem Ende des Rollkur-Meeting in Lausanne hatte ST.GEORG die Gelegenheit mit dem Tierarzt zu sprechen.

Agressivem Reiten soll ein Riegel vorgeschoben werden. Das klingt so weit gut. Doch wie genau dieses aggressive Reiten aussieht, das sollen die Disziplinen in ihren Ausschüssen nun definieren. Prinzessin Haya hat in der Gesprächsführung stark darauf geachtet, dass nüchtern und sachorientiert diskutiert wurde, sagt Dr. Heuschmann. Zunächst war versucht worden, die einzelnen Begriffe einzuschränken. Was ist Rollkur, was Hyperflexion? Wo ist die LDR-Methode (Long, deep and round) anzusiedeln? Anky van Grunsvens Mann, der niederländische Bundestrainer Sjef Janssen habe seine Trainingsmethode dargestellt. Der kurzfristig zusätzlich eingeladene Niederländer Rene van Weeren von der Universität Utrecht brachte seinen bereits 2006 beim Rollkur-Workshop in Lausanne präsentierten Vortrag noch einmal zu Gehör. Allerdings mit recht harmlosen Bildern tierschutzrelveant war das nicht, sagt Dr. Heuschmann. Die Frage, ob man auf diese Art und Weise ein Dressurpferd ausbilden will, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Wichtig, so Dr. Heuschmann, sei dass nicht nur eine zu tiefe Halshaltung problematisiert wurde. Auch wenn einer ein Pferd oben eng zusammenzieht, es so vermeintlich kurz macht, und dabei den Kopf hin und herzieht, womöglich noch mit extremem Sporeneinsatz, wird er dafür zur Rechenschaft gezogen werden können. Das dies zukünftig ein Regelverstoß ist, finde ich einen Schritt in die richtige Richtung. Es sei klar geworden, dass es Kämpfe auf Abreiteplätzen nicht mehr geben solle. Dass wir (Heuschmann und die britischen Tierschützer von World Horse Welfare) mit mehr als 40.000 Unterschriften von unterschiedlichen Internetseiten in der Aktentasche nach Lausanne gekommen sind, hat unsere Position schon gestärkt, glaube ich. Damit war allen am Tisch klar, dass der Sport in der Öffentlichkeit ein Imageproblem hat. Nun bleibt abzuwarten, wie die Stewards zukünftig auf Abreiteplätzen agieren.

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