PSSM2 beim Pferd – die Trainings-Intoleranz

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Manchen Pferden merkt man PSSM2 gar nicht unbedingt an. Sie zeigen sich nur unmotiviert oder kraftlos. (© www.slawik.com)

Unmotiviert, kraftlos, Muskeldellen oder ataktisch – PSSM2 hat viele Gesichter. Mitunter treten bei diesen Muskelkrankheiten gar keine Symptome auf, manchmal sind sie aber schwerwiegend. Viel diskutiert wird über den PSSM2-Gentest und dessen Folgen für die Zucht. Ein Auszug des Specials aus der St.GEORG-Ausgabe 5/2021.

Eigentlich sollte es ein nur ein kurzer Besuch zum Impfen werden, doch als Dr. Peter Richterich von der nordrhein-westfälischen Pferdepraxis Boyenstein bei seiner neuen Kundin in den Stall kommt, trifft er auf eine Pferdebesitzerin, deren Sorgen sich aktuell weniger ums Impfen drehen. Seit mehr als zwei Jahren mag ihr Wallach nicht mehr galoppieren. Durch die ganze Republik ist sie mit ihrem Pferd schon gereist und hat verschiedenste Kliniken aufgesucht. Doch auch CT, Szintigrafie und andere Diagnosemöglichkeiten brachten die Ursache nicht ans Licht.

Dr. Peter Richterich ahnt nichts von der langen Odyssee, die die Pferdebesitzerin hinter sich hat. Ihm fällt beim Impfen allerdings auf, dass das Pferd vom Aussehen her typische Anzeichen von PSSM2 zeigt. „Die Oberlinie des Wallachs war nicht schön aufgebaut, außerdem hatte er Muskeldellen im Bereich des Schulter­gürtels. Die Muskeln an der Lende waren fester als andere Muskeleinheiten und außerdem war im Bereich der Kruppe eine Art hohle Stelle zu erkennen“, erklärt der Tierarzt, der sich seit Jahren intensiv mit dem Thema PSSM2 aus­einandersetzt.

Mit den beiden Tierärztinnen Dr. Jessika Briese und Dr. Sabine König aus Berlin/Brandenburg sowie Dr. Eva-Maria Saliu, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Tierernährung an der Freien Universität Berlin, und dem Neuro­pathologen Prof. Thomas Bilser aus Lever­kusen hat er eine Arbeitsgemeinschaft gegründet, um mehr über PSSM2 heraus­zufinden – denn PSSM2 ist so vielschichtig, dass noch viele Fragen im Raum stehen.

Was ist eigentlich PSSM2?

PSSM steht für Polysaccharid Speicher Myopathie, also eine fehlerhafte Einlagerung von Zucker in den Muskeln. PSSM1 tritt vor allem bei Kaltblütern und Quarter Horses auf. Durch einen Gentest kann die Krankheit erkannt und entschieden werden, ob sich die Tiere für die Zucht eignen. Während es sich bei PSSM1 um eine einzelne Krankheit handelt, werden unter dem Begriff PSSM2 verschiedenste Muskelkrankheiten zusammengefasst. Ursache für die Probleme ist bei ihnen nicht eine fehlerhafte Zucker­einlagerung, sondern ein Defekt in der Muskel­struktur – ein besserer Begriff wäre daher Equine Myopathie.

Wie sich PSSM2 äußert, wie es sich vererbt und welche Diskussionen es um den Gentest in der Zucht gibt, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des St.GEORG. 

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