„Clifton-Dopingfälle“ keine weiteren Strafen für Vielseitigkeitsreiter

Jonathan „Jock“ Paget und Clifton Promise

Olympische Spiele London Greenwich Park 30.07.2012 Vielseitigkeit Gel‰nde: Jonathan Paget (NZL) und Clifton Promise Foto: Julia Rau Am Schinnergraben 57 55129 Mainz Tel.: 06131-507751 Mobil: 0171-9517199 R¸sselsheimer Volksbank BLZ 500 930 00 Kto.: 6514006 Es gelten ausschliesslich meine Allgemeinen Gesch‰ftsbedingungen (© Julia Rau)

Das Tribunal des Weltreiterverbandes hat keine weiteren Sanktionen gegen
Kevin McNab (Australien) und Jonathan Padget (Neuseeland), bei deren
Pferden Clifton’s Pinot und Clifton’s Promise nach dem CCI**** Burghley
das Beruhigungsmittel Reserpine gefunden wurde, ausgesprochen. Die
Ermittlungen zeigen: Abenteuerliche Mixturen finden offenkundig relativ
einfach ihren Weg in den Spitzensport.

Schon der Name des Mittels lässt aufhorchen: LesstressE, also Weniger-Stress heißt die Flüssigkeit, die Pfleger den Pferden Clifton Pinot und Clifton Promise in genau abgesprochenen Zeitfenstern vor der Dressurprüfung in Burghley verabreicht hatten. Mit Clifton Promise hatte Jonathan „Jock“ Paget 2013 das CCI**** Badminton gewonnen und nach dem Sieg in Burghley peilte er den Rolex Grand Slam an.
Hergestellt wird das betroffene Zusatzfuttermittel von einer Firma namens Trinity Consultant. Deren Geschäftsführer Robert Hatch hat die Mischung auf Kundenbestellung vor allem Vielseitigkeitsreiter, deren Pferde schlecht Dressur gingen zusammengestellt, mit einem Holzlöffel und einer Tasse im eigenen Labor, wie er dem Tribunal zu Protokoll gab. Reserpin, das in hohen Dosen sedierende Wirkung hat, sei in seiner Firma nie verwendet worden, weswegen er ausschließen wollte, dass Trinity Consultants für den Fund des Beruhigungsmittels verantwortlich gemacht werden könne. Allerdings wurde in von den Reitern angestrebten Untersuchungen Reserpine in einigen Flaschen in unterschiedlich hoher Konzentration gefunden.
Das Tribunal musste nun entscheiden, ob man den beiden Reitern nachweisen könnte, dass sie wissentlich Fehler begangen oder unachtsam gehandelt hätten. Denn dass sie wissentlich und mit der Absicht, die Pferde entspannter im Viereck präsentieren zu können, das Mittel LesstressE verabreicht haben, war unstrittig. Nach einer umfassenden Untersuchung, in der vor allem der indische Schlangenwurz (Rouvolfia serpentina), in seiner Heimat zur Behandlung von psychischen Problemen bis hin zu Abtreibungen im Einsatz und ein afrikanischer Verwandter, der Teufelspfeffer (Rauvolfia vomitoria), im Labor von Trinity Consultants im Mittelpunkt standen, kam das Tribunal zur Auffassung, die Reiter hätten nicht fehlerhaft oder nachlässig gehandelt. Schließlich stünde auf dem Etikett, das Mittel würde in Einklang mit den FEI-Dopingregeln stehen. Außerdem habe sich Kevin McNab auf der Webseite informiert und den Hersteller angerufen, um auf Nummer Sicher zu gehen. Es sei, so das Tribunal, wahrscheinlicher, dass Reserpine während der Herstellung in das Mittel gelangt sei, als dass dieser Fall auszuschließen wäre. Die Höhe der im Blut der Pferde gefundenen Spuren der Substanz, die normalerweise gespritzt und nicht oral verabreicht würde, ließe den Schluss zu, dass der von den beiden Reitern beschriebene Weg der Fütterung vor der Dressurprüfung stimmen könnte. Außerdem, so die Beschuldigten, seien sie so schon mehrfach vorgegangen, beispielsweise auch in Luhmühlen, wo in der Dopingprobe aber keine verbotene Substanz nachgewiesen wurde.
Schlussendlich wurden den Reitern die Platzierungen, im Fall von Paget also der Vier-Sterne-Sieg in der prestigeträchtigen Prüfung, aberkannt. Sie müssen das Gewinngeld zurückgeben und die Kosten des Verfahrens tragen. Damit rutscht Andrew Nicholson im Nachhinein auf Platz eins in Burghley und Ingrid Klimkes Abraxxas hat nicht als Fünfter, sondern als Vierter in Burghley seine internationale Karriere beendet.
Allerdings wurden keine weiteren Sanktionen gegen die Reiter erlassen, so dass sie auch weiterhin bei Olympischen Spielen, die verurteilten Dopingsündern verwehrt sind, teilnehmen können. Andrew Nicholson, Jonathan Paget, Tim Price, Sir Mark Todd werden das Team bei den Weltreiterspielen in der Normandie bilden, Jonelle Price und Lucy Jackson werden als Einzelreiterinnen für Neuseeland an den Start gehen. Paget sagte, er könne jetzt aufatmen. Er habe nach dem positiven Dopingfund den Eindruck gehabt, jemand habe ihm seine Karriere gestohlen, nun habe er sie zurückbekommen. McNab wird in Australien nur als Reservist für die Weltreiterspiele geführt.

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