1:0 für Werth und Weihegold in Salzburg

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Ein weiterer Sieg auf dem Konto von Isabell Werth und Weihegold. (© EQWO.net)

Schon um acht Uhr heute morgen begann der Grand Prix für die Weltcup-Kür bei den Amadeus Indoors in Salzburg. Die spannendste Frage war: Wer würde diesmal gewinnen? Werth und Weihegold oder von Bredow-Werndl und Dalera BB? Die Antwort ließ bis zum letzten Paar auf sich warten.

Bei den Deutschen Meisterschaften in Balve hatten Jessica von Bredow-Werndl und ihre Trakehner Stute Dalera BB Isabell Werth und Weihegold im Grand Prix Special vom Thron schubsen können. In der Kür drehten die dreifachen Weltcup-Sieger den Spieß dann wieder um. Wie würde es in Salzburg ausgehen?

Bis Isabell Werth und Weihegold als letztes Paar ins Viereck kamen, führten Jessica von Bredow-Werndl und Dalera ganz klar mit mehr als drei Prozent Vorsprung. 79,630 Prozent hatten die Richter dem Paar für seinen Auftritt gegeben.

Für die Durchlässigkeitsüberprüfung, Halten und Rückwärtsrichten, daraus antraben, gab dreimal 8, zweimal 7,5. Die erste Passage: 8, 8, 9, 8,5, 8,5. Die Piaffe, die doppelt zählt: 8, 8,5, 9,5, 8,5, 8. Ähnliche Verteilung bei den Übergängen. Der starke Schritt erhielt Bewertungen zwischen 7,5 und 8,5. Der versammelte Schritt zweimal 7, dreimal 6 und der Übergang zur Passage Noten von 6,5 bis 7,5. An dieser Stelle verloren die beiden zum ersten Mal ein paar Punkte, die ihnen hinterher fehlten.

Das zweite Mal war in den Zick-Zack-Traversalen und dann noch einmal in den Einerwechseln, wo Raphael Saleh bei M offenbar einen Fehler gesehen hat (Note 5), der der Tschechin Gabriela Valerianova bei H entgangen war (Note 8). Die anderen Kollegen lagen dazwischen.

Auf der Schlusslinie konnten Dalera und ihre Reiterin dann noch mal richtig Punkten mit zweimal 10,0 für die Piaffen. Aber würde das reichen?

Jeder Punkt zählt

Nein, würde es nicht. Am Ende hatten Isabell Werth und Weihegold mit 81,848 Prozent einen ziemlich komfortablen Vorsprung. Die nun 16-jährige Don Schufro-Tochter fing gar nicht so stark an. Im starken gab es auch heute nicht mehr als 7, öfter 6,5. Und auch bei ihr war die Schritttour kein Punktebringer.

Wo die beiden ihren Vorsprung herausritten, war vor allem die Galopptour – Zick-Zack-Traversalen, Einerwechsel, Pirouetten sind alles Lektionen, die doppelt zählen und wo Isabell Werth nicht ein Pünktchen liegen ließ. Keine einzige Bewertung unter 8 ist dabei.

Und auf der letzten Mittellinie konnte auch Weihegold noch mal nachlegen und erntete mehrere Zehnen. Fazit des Samstagmorgens im verschneiten Salzburg: 1:0 für Weihegold.

Isabell Werth: „Chapeau für die Einstellung dieser Stute, das was sie in den letzten 13 Jahren geleistet hat, ist einfach phänomenal. Sie legt am Turnier den Schalter um und weiß ganz genau was los ist und um was es geht. Das war heute ein schöne, präzise Runde, schauen wir mal was morgen passiert.“

Die weiteren Plätze

Den dritten Rang sicherte sich Patrik Kittel auf Delaunay. Der Oldenburger v. Dr. Doolittle ist das Pferd, das der Schwede auch bei den letzten Weltcup-Qualifikationen immer im Einsatz hatte. Heute erreichten die beiden das zweithöchste Grand Prix-Ergebnis ihrer Karriere: 76,087 Prozent. Mehr hatte es nur beim letzten Weltcup-Finale in Göteborg 2019 gegeben, dem bisherigen Höhepunkt in Delaunays Karriere, wo er am Ende Sechster geworden war.

Dorothee Schneider konnte sich heute über eine neue persönliche Bestmarke auf internationaler Ebene mit ihrem Hannoveraner Faustus freuen. Der 13-jährige Falsterbo-Sohn, der sie dieses Jahr zu DM-Bronze getragen hatte, gewinnt offenbar immer mehr die Sicherheit, die ihm in der Vergangenheit mitunter gefehlt hat, um seine Qualitäten voll ausspielen zu können. So gab es 75,147 Prozent und den vierten Platz.

Und auch Helen Langehanenberg und ihre Holsteiner Conteur-Tochter Annabelle aka „Mausi“ stellten einen neuen persönlichen Rekord auf internationaler Ebene auf: 74,457 Prozent, Rang fünf.

Auf den weiteren Plätzen folgten Antonia Ramel (SWE) mit Brother de Jeu (73,50), die Dänin Carina Cassøe Krüth auf der wunderbaren und erst zehnjährigen Fürstenball-Tochter Heiline’s Danciera (72,804) sowie Gestüt Sprehes australische Stallreiterin Simone Pearce mit dem 14-jährigen Desperados-Sohn Destano, der ihr übrigens mittlerweile anteilig auch gehört (72,043).