Ankum: Nächster Intermédiaire II-Sieg für Langehanenbergs Bryan und mehr

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Helen Langehanenberg (© Pauline von Hardenberg)

Etwas ängstlich sei er, berichtete Helen Langehanenberg vor kurzem über ein Pferd, das diesen Winter immer wieder für eine Schleife gut war: Bryan, ein 13-jähriger Wallach ohne Abstammung, an den sie offenbar nicht zu unrecht „absolut glaubt“.

Im Interview mit Dressursport Deutschland hatte Kaderreiterin Helen Langehanenberg neulich von ihrer komfortablen Pferdesituation zur Zeit berichtet. Der 13-jährige Bryan trägt seinen Teil dazu bei. Von vier Prüfungen, die er seit Anfang des Jahres gegangen ist, hat er alle gewonnen, heute Nummer vier.

Bei seiner ersten Intermédiaire II Anfang des Monats hatte er gut 71 Prozent erhalten, auch das in Ankum. Heute waren es 75,833 Prozent. „Mal sehen, wie weit wir mit ihm kommen“, hatte seine Reiterin in besagtem Interview gesagt und berichtet, dass er seit zwei Jahren in ihrem Stall steht und eigentlich von einer Schülerin geritten wird. Bryan habe „unheimlich viel gelernt“, sei aber auf Turnieren noch aufgeregt und abgelenkt. Mittlerweile scheint er Prüfungsroutine bekommen zu haben, wenn man sich die Punkte anschaut.

Die Richterin bei H, Cornelia Hinsch, hätte allerdings nicht Langehanenberg sondern Anabel Balkenhol mit Crystal Friendship an vorderster Stelle gesehen. Auch „Fritz“ – so der Stallname des Hannoveraner Fidertanz-Sohnes – ist noch recht grün in Sachen Piaffe und Passage auf dem Turnier. Auch für ihn war es die vierte Prüfung, in der die Lektionen höchster Versammlung verlangt werden. Und seine Bilanz ist ebenfalls beachtlich: ein Sieg und mit dem von heute drei zweite Plätze. Diesmal gab es 73,684 Prozent.

Dritter wurde Mannschaftsweltmeister Sönke Rothenberger auf Santiano R, seinem in Brandenburg gezogenen San Amour-Sohn, der seit Balve 2018 nicht mehr auf dem Turnier gewesen war. In Balve hatte Santiano durch einen Sieg in der Intermédiaire II und einen zweiten Platz im Kurz-Grand Prix hinter Hubertus Schmidt und Escorial auf sich aufmerksam gemacht. Heute kam er mit 73,158 Prozent aus dem Viereck.

Knapp geschlagen geben musste sich Victoria Max-Theurer mit ihrem Grand Prix-Hoffnungsträger Benaglio auf Rang vier (73,114). Dahinter reihte sich Helen Langehanenberg mit ihrem zweiten Pferd ein, dem elfjährigen Herzensdieb-Sohn Hollywood, auch dies eines der Pferde, auf die die Mannschaftseuropameisterin für die Zukunft setzt (72,632).

Die Piaffe-Passage-Feuertaufe bestanden hat auch das Pferd auf Rang sechs. Dessen Debüt haben wohl insbesondere die Züchter mit Spannung erwartet, denn der Oldenburger ist einer der ganz gefragten Deckhengste in Deutschland: For Romance. Unter Therese Nilshagen erhielt der Fürst Romancier-Sohn vom Dressurpferde Leistungszentrum Lodbergen bei seinem Debüt 71,316 Prozent.

Kür-Sieg an Bernadette Brune

Mit gerade mal vier Paaren war die Grand Prix-Kür heute morgen in der Früh um acht Uhr ziemlich mau besetzt. Unangefochtener Sieger wurde der von Bernadette Brune vorgestellte Oldenburger Stedinger-Sohn Spirit of the Age mit 76,042 Prozent.

Von den anderen Paaren konnte keiner eine 7 an vorderster Stelle erreichen. Zweite wurde mit 69,750 Prozent Alina Röhricht auf Atlantis. Dahinter landeten mit 57,583 bzw. 67,083 Prozent Dr. Candida Romero Tirado für Spanien auf Lord Roland und noch einmal Alina Röhricht, diesmal mit High Point.

Weitere Prüfungen und Plätze

Noch zwei M-Dressuren standen heute auf dem Plan in Ankum, eine für Reiter, eine für den Nachwuchs. In Ersterer waren Hedda Droege und der erst siebenjährige Belarus-Sohn Bonderman mit 72,010 Prozent das Maß der Dinge. Zweite wurde hier Andrea Timpe auf Black Devil (70,686 Prozent).

Ihr Comeback nach ihrer Babypause feierte Isabel Freese mit einem dritten Platz auf dem siebenjährigen Total Hope. Dieser Oldenburger Hengst ist ein besonderes Pferd. Seine Eltern sind keine Geringeren als Totilas und Weihegold. Gezogen von Weihegolds Besitzerin Christine Arns-Krogmann und Besitz von Paul Schockemöhle, für den Freese ja reitet, ging Total Hope bislang unter schwedischer Flagge. Unter anderem startete er im vergangenen Jahr bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde mit Pernilla Andrè Hokfelt und wurde Neunter. Nun ist er also im Beritt von Isabel Freese. Das heute war sein erstes Turnier hier in Deutschland. Ergebnis: 69,902 Prozent.

Den vierten Platz sicherten sich Fabienne Müller-Lütkemeier und der von ihrer Mutter Gina gezogene De Niro-Sohn Delavega mit 69,069 Prozent. Für den siebenjährigen Wallach war es gerade mal das fünfte Turnier seines Lebens und die zweite M-Dressur.

Fünfte wurde die achtjährige Oldenburger Stute Adele unter Melanie Tewes. Sie wurde von Sissy Max-Theurer gezogen und ist die Vollschwester zu deren Augustin OLD, der unter Tochter Victoria jahrelang zu den besten Dressurpferden der Welt gehörte. Seine Schwester wurde heute mit 68.676 Prozent bedacht.

Bei den Junioren und Jungen Reitern siegte die U18-Europameisterin, Valentina Pistner auf dem einstigen Burg-Pokal Sieger Flamboyant. Sie waren das einzige Paar mit einem Ergebnis über 70 Prozent, 73,186 Prozent, um genau zu sein. Zweite war Elisabeth von Wulffen im Sattel von Dancing World (69,020), gefolgt von Vivien Borgmann auf Rimband (68,725).

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