EM Fontainebleau 2018: Erste Medaillen für Dressur-Junioren und Spring-Children

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Linda Erbe und Fierro beim Preis der Besten 2018, wo sie den U18 Titel gewannen. (© Mirka Nilkens)

Die Europameisterschaften der Jungen Reiter, Junioren und Children in Dressur, Springen und Vielseitigkeit finden dieses Jahr alle zusammen im französischen Fontainebleau statt. Die ersten Medaillen sind bereits verteilt und Deutschland hat ordentlich mitgemischt.

Wenngleich es für die Dressur-Junioren auch nicht zur Titelverteidigung gereicht hat. Es war spannend bis zum Schluss. Die stärksten Konkurrenten waren die Niederländer, die ihr bestes Paar zum Schluss aufs Viereck geschickt hatten: Daphne van Peperstraten mit Cupido. Die beiden hatten schon im vergangenen Jahr den Einzeltitel in der Kür gewonnen – schon damals dicht gefolgt von Linda Erbe mit dem DSP-Wallach Fierro. Linda ging auch heute als Schlussreiterin für Deutschland an den Start.

Bis dato lagen die Mannschaften noch dicht beieinander. Die beiden letzten Reiterinnen hatten alles in der Hand. Daphne lieferte: 75,909 Prozent. Damit war klar, für den Sieg musste Linda über 74 Prozent erreichen. Am Anfang waren sie und ihr Fürst Wettin-Sohn auch auf dem besten Weg. Doch dann erschreckte Fierro sich, schoss nach vorne und stand danach noch etwas unter Strom. Endergebnis: 71,363 Prozent, Silber für Deutschland mit 216,816 Punkten, Gold für die Niederlande mit 219,757 Zählern.

Bundestrainer Oliver Oelrich berichtete der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) später: „Generell muss man sagen, dass die Leistungsdichte immer größer wird und damit die Tagesform immer mehr entscheidet. Unsere Reiter hätten alle Möglichkeit gehabt, haben es eben nur heute nicht aufs Viereck gebracht. Natürlich sind wir ein bisschen enttäuscht, aber man muss auch anerkennen, dass die Niederländer in den letzten Jahren viel gearbeitet haben und in diesem Jahr einfach mal ‚dran‘ waren. Und nun denken wir an die Einzelwertung. Dort haben alle vier deutschen Paare die Chance, in die Medaillen zu reiten.“

Das beste Ergebnis für Deutschland hatte bereits gestern die Deutsche Meisterin Romy Allard auf Summer Rose beigetragen: 73,666 Prozent. In der Gesamtwertung war sie damit Zweite hinter Daphne. Valentina Pistner und Burg-Pokal Sieger Flamboyant kamen mit 71,787 Prozent aus dem Viereck. Das Streichergebnis lieferte Marlene Sieverding auf Fürst Levantino (auch dies ein Burg-Pokal Finalist von 2017, damals noch unter Isabel Freese) mit 70,818 Prozent.

Für die Niederländer punkteten auch Kimberly Pap auf Vloet Victory (71,909), Thalia Rockx mit Golden Dancer (71,939) und Milou Dees auf Francesco, die mit 67,363 Prozent Streichergebnis waren.

Bronze holte das dänische Team mit 211,877 Punkten und den Reiterinnen Louise Christensen auf Fürstenqueen (696,696), Laura Jarlkvist Rasmussen/Aatoftens Dornier (70,121), Maria Mejlgaard Jensen/Uno IV (70,272) und Sara Aagaard Hyrm auf Skovborgs Romadinov (71,484).

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Gold für die Children im Parcours

Eine echte Glanzleistung konnte heute die Generation U14 im Parcours demonstrieren. Mit nur vier Strafpunkten hängten Deutschlands Children die Teams aus Irland (acht Fehler) und Belgien (13) ab. Nerven bewiesen hat dabei Chiara Reyer als Schlussreiterin. Sie hatte es in der Hand mit ihrem zehnjährigen Oldenburger Cederic, einem Sohn des jüngst verstorbenen Cassus. Und sie lieferte wie auch schon im ersten Umlauf eine blitzsaubere Nullrunde – Gold für Deutschland!

Zwei Runden ohne Strafpuntke auch von Mikka Roth und dem neunjährigen Zweibrücker Caboto v. Cody. Mick Haunhorst und sein Holsteiner Conquest v. Cartani hatten in Runde zwei einen Abwurf. Das Streichergebnis lieferte in beiden Umläufen Charlotte Höing. Im ersten nahm ihre Mecklenburger Stute Bajala v. Be Bravo einen Abwurf mit, im zweiten Anlauf kam noch ein Zeitfehler hinzu.

Weitere Medaillenchancen gibt es auch in der Einzelwertung. Sowohl Mikka Roth als auch Chiara Reyer haben bislang null Strafpunkte auf dem Konto – wie allerdings auch noch vier weitere Konkurrenten. Insofern dürfte es selbst für die Reiter mit vier Fehlern wie Mick Haunhorst schwierig werden, noch aufs Treppchen zu kommen.

U21-Dressurreiter auf Goldkurs

Bei den Jungen Reitern im Viereck mussten heute die ersten beiden Teamreiter an den Start gehen. Nach der Hälfte des Wettbewerbs führt die deutsche Mannschaft mit 143,235 Punkten, dicht gefolgt von Dänemark (143,117) und den Niederlanden (142,440). Da ist also noch alles offen.

In Führung liegt aktuell Lia Welschof mit dem routinierten Don Windsor, den sie von Florine Kienbaum zur Verfügung gestellt bekommen hat. Für Lia ist es die erste Junge Reiter-EM. Im vergangenen Jahr gewann sie mit Linus K noch die Einzelwertung bei den Junioren. Mit Don Windsor erhielt sie heute genau 73 Prozent.

Ebenfalls ihr Werk getan haben Alexa Westendarp und die erst siebenjährige, selbst ausgebildete Fürstenball-Tochter Four Seasons. Sie blieben mit 70,235 Prozent etwas unter den Erwartungen. Oliver Oelrich erklärte: „Die Stute ist im starken Schritt einmal angezackelt, außerdem hatten die beiden einen kleinen Fehler bei den Viererwechseln. Ansonsten waren sie in einer tollen Verfassung. Four Seasons trabte sehr schön und ging für ihr Alter sehr sicher.“

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