Preis der Besten 2018: Schärpenfieber in Warendorf

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Lucie-Anouk und Massimiliano beim Training daheim. (© Pauline von Hardenberg)

Alljährlich im Mai ruft das DOKR in Warendorf die Elite unter Deutschlands Nachwuchreitern zum Preis der Besten. Und dies sind die Besten der Besten.

DRESSUR

Ponys

Bei den Ponyreitern auf dem Viereck ist Lucie-Anouk Baumgürtel, Titelverteidigerin und Europameisterin, mit ihrem Spitzenpony Massimiliano einfach das Maß der Dinge. Auch dieses Jahr sicherte sie sich beide Wertungen mit 76,051 bzw. 75,439 Prozent. Bundestrainerin Cornelia Endres war voll des Lobes, obwohl Lucie heute ein paar Fehler in der Aufgabe hatte. Aber viel wichtiger als die Korrektheit der Lektionen ist doch: „Wir sehen in jeder ihrer Runden feines, gefühlvolles Reiten. Das ist schon toll.“

Moritz Treffinger und Top Queen H hatten 2017 noch Bronze gewonnen. Diesmal wurde es Silber. Er tauschte Plätze mit Jana Lang auf Cyrill. Nach Silber 2017 wurde es nun Bronze. Vierte wurde Julia Barbin auf Der Kleine König, gefolgt von der Deutschen Meisterin Anna Middelberg mit Drink Pink.

Junioren

Während die ältere Schwester – obwohl eigentlich noch im Junge Reiter-Alter – die U25Tour aufmischt, treten die Zwillinge Helen und Linda Erbe erfolgreich bei den Junioren an. Nachdem Linda im vergangenen Jahr mit ihrem EM-Pferd Fierro Silber entgegen durfte, wurde es nun der Titel und die Schärpe für die Mannschaftseuropameisterin.

Zweite wurde Valentina Pistner auf dem Oldenburger Flamboyant, der im Winter noch mit Isabell Werth zum Sieger im Nürnberger Burg-Pokal gekürt worden war, ehe er zu Pistner ging. Als Juniorenpferd macht er sich offenbar auch sehr gut. Bronze holte die Deutsche Junioren-Meisterin Romy Allard auf Summer Rose. Die beiden hatten sich in den Wertungsprüfungen auf den Plätzen zwei und drei abgewechselt. Bundestrainer Hans-Heinrich Meyer zu Strohen kommentierte: „Eine ganze Gruppe liegt auf den vorderen Rängen dicht beieinander. Das macht uns sehr glücklich und zeigt, dass Reiter, Trainer und Ausbilder ein gutes Grundniveau geschaffen haben.“

Junge Reiter

Wenig überraschend holte Semmieke Rothenberger souverän den Titel bei den Jungen Reitern. Mit ihrer Hannoveraner Stute Dissertation gewann die 18-Jährige nach zwei Siegen in beiden Wertungsprüfungen ihren ersten Preis der Besten-Titel in der Altersklasse U21. 2017 holte sie noch Bronze.

Silber ging an Alexa Westendarp auf der selbst ausgebildeten Fürstenball-Tochter Four Seasons. Die erst siebenjährige Stute wurde zweimal Zweite, damit war die Sache klar. Bronze ging an Paulina Holzknecht und Wells Fargo, Sieger der Premiere der Aachen Dressage YoungStars im vergangenen Dezember.

Children

Erstmals wurde eine Preis der Besten-Schärpe für die Children im Dressursattel vergeben, also die unter 14-Jährigen auf Großpferden. Premierensiegerin wurde die 13-jährige Kenya Schwierking mit Dinos Boy vor Lisa Steisslinger auf Havanna Negra und Alina Hahn mit Riana. Wie für die Reiter aus den anderen Altersklassen auch, ist der Preis der Besten ein Schritt in Richtung Europameisterschaften. Deutschland wird 2018 zum ersten Mal ein Children-Team zum wichtigsten Nachwuchsturnier des Jahres schicken. Das wird spannend, wie die national Besten sich international behaupten können!

SPRINGEN

Ponyreiter

Starker Auftritt von Bo Chiara Gröning mit Chessy bei den Ponyspringreitern! Zweimal knapp geschlagen Platz zwei bedeuteten den Sieg in der Gesamtwertung. Da musste die Deutsche Meisterin und Siegerin des Finalspringens, Lea-Sophie Gut, sich mit ihrem Salvador IV hinten anstellen: Silber für sie. Bronze ging an die Zweite des Vorjahres, Julie Thielen, im Sattel von Bad Man.

Junioren

Der Schleswig-Holsteiner Hannes Ahlmann ist nicht nur überaus talentiert, er hat auch die nötige Nervenstärke, um einmal ein ganz Großer zu werden. Er sicherte sich beide Wertungsprüfungen sowie dann auch die Gesamtwertung – klingt selbstverständlich, ist es aber nicht, denn bei den Siegen saß er jeweils auf einem anderen Pferd. Und beim Preis der Besten zählen die Leistungen der Paare. Aber es hat trotzdem gereicht. Die Partner des Erfolges waren der bewährte Sunsalve sowie Ahlmanns Zukunftshoffung Nerrado, den er erst seit fünf Monaten hat. PdB-Siegerpferd wurde Nerrado.

Calvin Böckmann wäre es um ein Haar gelungen, für eine kleine Sensation zu sorgen. Denn noch nie war es einem Talent gelungen, in einem Jahr in zwei Disziplinen den Preis der Besten-Titel zu holen. Aber nach Gold in der Vielseitigkeit war Silber im Parcours trotzdem ein Riesenerfolg!

Ein Abwurf am letzten Hindernis seines Crüger war verantwortlich dafür, dass dem Deutschen Meister Max Haunhorst statt der zum Greifen nahen Goldmedaille Bronze umgehängt wurde.

Children

Aber immerhin eine Goldmedaille nimmt Familie Haunhorst von dem Wochenende in Warendorf mit nach Hause, nämlich die von Max‘ jüngerem Bruder Mick. Der war mit Conquest das Maß der Dinge bei den Children.

Silber ging hier an Mikka Roth auf Atthina, gefolgt von Charlotte Höing auf Fixit.

Junge Reiter

Justine Tebbel trat heute in die Fußstapfen ihres bereits im Seniorenbereich hoch erfolgreichen Bruders Maurice, der 2013 „Bester“ bei den Jungen Reitern geworden war. Mit Lycon verwies sie Philipp Schulze Topphoff mit Cooper und den Deutschen Meister Sven Gero Hünecke im Sattel von Sunshine Brown auf die Plätze.

VIELSEITIGKEIT

Ponyreiter

Und noch eine Premiere beim Preis der Besten: Erstmals wurde in Warendorf auch die Entscheidung bei den Vielseitgkeitsreitern auf Ponys ausgetragen. Siegerin wurde Helena Bottermann auf dem selbst gezogenen und ausgebildeten Nibelungenstern. Dabei waren die beiden bei ihrem ersten PdB-Auftritt 2017 noch Vorletzte gewesen. Wurde dem dann auch beim Bundeschampionat siegreichen Pony einst prophezeit, für ihn würde niemals die Hymne gespielt werden. Sag niemals nie! Und international haben die beiden sich mit einem Sieg beim CCIP2* in Oudkarspel ebenfalls schon bewiesen. Sag niemals nie!

Helena profitierte von den Fehlern im Springen der bis dato vor ihr liegenden Reiterinnen. Dazu gehörte auch Emily Romberg mit Sandro, die Schlussendlich die Silbermedaille auf der Ehrenrunde trug. Dritte wurde nach zwei Abwürfen Jana Lehmkuhl auf Veith.

Junioren

Ehe er auf dem Springplatz zu Silber ritt, sicherte sich Calvin Böckmann den dritten Preis der Besten-Titel in Folge und den ersten bei den Junioren. Bei den beiden anderen Gelegenheiten startete der 17-Jährige nämlich noch bei den Ponys. Für die Juniorenzeit hat er nun in Altair de la Cense eine Partnerin, die ebenso für ihn kämpft, wie zuvor Toppony Askaban.

Silber ging an Ingrid Klimkes Tochter Greta Busacker im Sattel von Coco Maurice vor Hella Jensen und Luzi-Caro.

Junge Reiter

Quasi einen Sieg auf den letzten Drücker feierte in ihrem finalen U21-Jahr die Wirtschaftsinformatik-Studentin Hella Meise mit ihrer Trakehner Stute First Flight’s Beauty. Nach Rang zwei in der Dressur zeigte sie sich auch im Gelände und im Parcours souverän fehlerfrei.

Silber holten Emma Brüssau und ihre Stute Donnerstag, auch sie übrigens aus der Trakehner Zucht. Für sie war es der erste Auftritt bei den Jungen Reitern. Fit gemacht dafür hat sie sich beim ehemaligen deutschen Co-Bundestrainer Chris Bartle in England. „Ich habe viel gelernt, nicht nur im Gelände, sondern auch im Springen. Das gibt mir gerade jetzt für den Start im Zwei-Sterne-Bereich viel Sicherheit“, sagte sie.

Bronze ging an Fritz Ludwig Lübbecke im Sattel von Caramella. Die beiden erhielten im Gelände übrigens auch noch den Stilpreis. Aufs Treppchen gelangten sie aber vor allem dank der fehlerfreien Parcoursrunde der selbst gezogenen Stute. Die hätte Sportsoldat Jerome Robiné auch gebraucht, dann hätte er auf dem Treppchen gestanden. Aber nach einem Abwurf und zwei Zeitfehlern seines ebenfalls von der Familie selbst gezogenen Quaddeldou R wurde es Rang vier.

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