Fabienne Müller-Lütkemeier: Doppelsieg in Bettenrode

IMG_F25B104E658D-1

Fabienne Müller-Lütkemeier: zwei Siege in Bettenrode 2021 (© Instagram Hof Bettenrode)

Mit ihrem Vitalis-Duo hat Fabienne Müller-Lütkemeier die Drei-Sterne-Prüfungen in Bettenrode gewonnen. Neben ihrem Valesco freut sich auch Thomas Wagner auf einen Start im Louisdor Preis-Finale in der Frankfurter Festhalle. Und auch Bart Veeze aus den Niederlanden darf im Nürnberger Burg-Pokal sein Können unter Beweis stellen.

Bei Fabienne Müller-Lütkemeier klappte heute in Bettenrode alles: Zwei Starts, zwei Siege. Mit Valencia As siegte sie im Grand Prix Special mit 74,216 Prozent. Da hatte sich das Frühaufstehen gelohnt. Zweite wurde in dieser Prüfung die Deutsche Bank Reitsport Akademistin Jill-Marielle Becks mit Damon’s Sattelite NRW (73,627) vor Reitmeister Hubertus Schmidt, der Beryll gesattelt hatte (71,797).

Louisdor Preis: Mit Valesco von Bettenrode ins Finale

Und da waren es plötzlich zwei: Nachdem die heutige Grand Prix Special-Siegerin Valencia As sich bereits in München für das Finale im Louisdor Preis hatte qualifizieren können, steht jetzt fest: „Fabi“ reist im Doppelpack nach Frankfurt. Gestern hatte es in der Intermediaire II noch einen teuren Fehler in der Pirouette und Abstimmungsfehler danach gegeben. Heute war Valesco voll auf Spur. Geschmeidige Seitengänge, klar abgesetzte Passagen und sichere Galopppirouetten gaben richtig Punkte. 74,163 Prozent waren am Ende der deutliche Sieg.

Platz zwei ging an Thomas Wagner mit seinem Westfalen Filigrano Marone. Der Fürstenball-Sohn hat sich in seinem zweiten Jahr auf Grand Prix-Niveau deutlich gefestigt. Er ging mit schöner Silhouette, zeigte die vielleicht beste Schritttour der gesamten Prüfung und gute Seitengänge. Die erste Piaffe geriet nach gutem Ansatz etwas zäh, die zweite war deutlich besser. Mit 73,349 Prozent sicherte sich Wagner ebenfalls einen Startplatz im vorweihnachtlichen Frankfurt. Der ehemalige Berufsreiterchampion hat es ja von seiner Anlage aus nicht weit bis Frankfurt Downtown.

Dritter wurde der ehemalige süddeutsche Dressurpferdechampion Quietschbunt, Sohn des unlängst eingegangenen Quaterback. Leonie Richter reitet den mittlerweile im Besitz von Helgstrand Dressage stehenden Fuchs, der seinem Namen alle Ehre macht, noch kein Jahr. Das merkt man der Feinabstimmung der beiden kaum an. Nur in der noch recht nach vorne angelegten Galoppade des bayerischen Wallachs gab es einen Fehler in den 15 fliegenden Galoppwechseln von Sprung zu Sprung (72,14).

Favoriten auf Abwegen

Hochgewettet auf einen Finalplatz war im Vorfeld der Sieger der gestrigen Prüfung, der kapitale Millennium-Sohn Mist of Titanium. Der Oldenburger der Finnin Emma Kanerva musste aber der Schwüle und seiner guten Prüfung von gestern wohl Tribut zollen. Schon zum Auftakt der Prüfung war der Neunjährige, 2020 noch Sechster im Finale des Nürnberger Burg-Pokals, nicht richtig vor den treibenden Hilfen. Das zog sich durch die Prüfung. Emma Kanerva quittierte das mit einem Achselzucken: „Er ist neun Jahre, ein junges Pferd.“ Und sie konnte sich freuen, dass ihr zweites Pferd, die Stute Feldrose v. Feuerspiel, mit 70,953 Prozent Vierte wurde – bei der Premiere auf Drei-Sterne-Niveau.

Auch die beiden Zweiten von gestern, Christoph Koschel und der Destano-Sohn Drombusch, hatten heute keine zweite Sternstunde. Sie begannen stark aber in der ersten Piaffe fanden Reiter und Pferd nicht zueinander. Danach waren Harmonie und Konzentration nicht mehr voll da.

Viele Höhepunkte zeigten auch SilberStern und Dr. Annabel Frenzen. Große fliegende Wechsel, akzentuierte Passagen, eine gute zweite Piaffe – aber am Ende kurz vor X, wo doch eigentlich noch eine dritte Piaffe vorm Schlussgruß vor den Richtern gefragt ist, da schaute der bei Familie Frenzen gezogene Silbermond-Sohn plötzlich auf einen großen Fleck am Boden, den wohl nur er gesehen hatte. Aber auch hier, wie bei den anderen Pferden gilt: Alle kann man sich auch gut in Frankfurt am vierten Advent vorstellen.

Die Ergebnisse finden Sie hier.

Bart Veeze und Imposantos gen Nürnberger Burg-Pokal

Mit 4,5 Prozent Abstand haben die beiden Niederländer Bart Veeze und der schwarze Hengst Imposantos sich für das Finale des Nürnberger Burg-Pokal qualifiziert. Schon in der Einlaufprüfung war das Paar eine Klasse für sich. Der Hengst, auch schon Vater teurer Auktionsfohlen in Deutschland, erzielte viele Achten, beispielsweise für die geschmeidigen Traversalen. Im Galopp gab es sogar vereinzelt Neunen. Mit dem Sieg mit 76,951 Prozent ist der Wynton-Krack C-Sohn am vierten Advent beim Treffen der besten Nachwuchspferde mit von der Partie.

Platz zwei ging an Emma Kanerva und dem auf dem Gestüt Lewitz bei Paul Schockemöhle gezogenen Borderline v. Bordeaux. Der Dunkelbraune ist gerade sieben Jahre jung, war im vergangenen Jahr noch Finalist beim Bundeschampionat. Die beiden Prüfungen in Bettenrode bei Familie Hess waren seine S-Dressuren Nummer vier und fünf. Das Paar beendete die Prüfung nach kleineren Abstimmungsschwierigkeiten mit 72,585 Prozent.

Der Celler Landbeschäler Da Costa v. Dimaggio wurde mit Janina Tietze Dritter (71,951). Teuer kamen die Kombi aus dem niedersächsischen Landgestüt Celle fehlerhafte Dreierwechsel zu stehen.

Die Ergebnisse finden Sie hier.