Jessica von Bredow-Werndl: Turnier-Comeback in Ludwigsburg, Paris 2024 mit Dalera und mehr

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Jessica von Bredow-Werndl und Ferdinand BB in München 2021 (© Maximilian Schreiner)

Vom 22. bis 25. September treffen sich einige der besten Dressurreiter der Welt für den zweiten CDI4* vor dem Schloss Monrepos in Ludwigsburg. Mit dabei ist unter anderem die Olympia- und Weltcup-Siegerin Jessica von Bredow-Werndl. Es wird ihr erstes Turnier nach der Babypause. Wie es ist mit nun zwei Kindern und was sie für die kommenden Jahre plant, hat sie gestern in einer Online-Pressekonferenz verraten.

Jessica von Bredow-Werndl plant, Ferdinand BB in Ludwigsburg an den Start zu bringen. Der Florencio-Sohn, den sei als Remonte bekam und der inzwischen ihr Zweitpferd hinter Dalera ist, hatte sie ja während ihrer Schwangerschaft an ihren Stallreiter Raphael Netz verliehen, der mit ihm dreifacher U25-Europameister wurde. Es war allerdings von Anfang an klar, dass „Ferdl“ danach wieder unter Jessica geht. Wie Raphael Netz gegenüber St.GEORG sagte: „Ich bin superdankbar, dass ich Ferdinand reiten durfte! Aber es stand nie zur Diskussion, dass ich ihn übernehme. Vor ein paar Tagen habe ich ihn feierlich an Jessi zurückgegeben.“

Deren Tochter Ella kam vor vier Wochen zur Welt. Vier Tage später schon saß Jessica von Bredow-Werndl schon wieder im Sattel. „Glücklicherweise ist ja alles gut gegangen. Ich brauchte keinen Kaiserschnitt und es ist alles heil geblieben“, sagte sie gestern im Online-Pressegespräch. Und vorher sei sie vorsichtiger gewesen, als bei ihrem ersten Kind, dem nun fünfjährigen Moritz. Nur für Piaffe und Passage habe sie sich nochmal selbst in den Sattel gesetzt. „Ich habe einige Pferde, die die Piaffe gerade lernen und ich habe mir eingebildet, dass ich das selbst machen muss“, schmunzelte sie.

Auf Ludwigsburg freut sie sich. Sie selbst war dort letztes Jahr nicht am Start, wohl aber Raphael Netz. Und sie wisse ja, wenn Familie Kasselmann etwas macht, dann machen sie’s „g’scheit, wie wir in Bayern sagen“.

Mitnehmen will sie neben Ferdinand BB eventuell auch Forsazza de Malleret für die Qualifikation zum Nürnberger Burg-Pokal. Und natürlich Ella. Wie sie zwei Kinder und Turniere unter einen Hut bringen wil? „Ich weiß es noch nicht, aber ich bin guter Dinge. Auf großen Turnieren begleiten mich ohnehin meine Eltern und mein Sohn entscheidet schon selbst, ob er mitfährt, oder mit Papa zuhause bleibt. Bei der Kleinen ist nicht die Frage, ob man etwas schafft, sondern wie. Und ich habe viel Unterstützung, auf den Turnieren durch meine Eltern und zuhause auch durch eine Hilfe, die auch mit zu Turnieren fahren würde.“

Turnierplanung

Was die Turnierplanung in den kommenden Monaten angeht, peilt Jessica von Bredow-Werndl die Weltcup-Saison sowohl mit Dalera als auch mit Ferdinand BB an. Das erste große Ziel ist also Omaha 2023. Saisonhöhepunkt sollen aber die Europameisterschaften werden. Bei beiden Events geht es für von Bredow-Werndl ja um die Titelverteidigung und sie rechnet fest mit Dalera – nicht nur für 2023. Dalera plane sie auch für die Olympischen Spiele 2024 ein. „Die Motivation ist bei uns beiden auf jeden Fall mehr als da! Mein Ziel ist es, Paris mindestens noch mit ihr zu gehen.“

Die Doppelolympiasiegerin wurde auch gefragt, wo sie die Dressur nun sieht nach der Mannschaftsbronzemedaille bei den Weltmeisterschaften in Herning. „Immer noch ganz oben!“, sagt sie mit Überzeugung. „Ich freue mich sehr für meinen Bruder, der dort dreimal Personal Best geritten ist. Das habe ich bei meinem ersten Championat nicht geschafft.“ Es habe eben ein „Ü80-Paar“ gefehlt, aber die Reiter hätten einen super Job gemacht, unter anderem ja auch Frederic Wandres, der bei dem gestrigen Gespräch ebenfalls zugegen war.

Wandres mit Bluetooth nach Ludwigsburg

Frederic Wandres hat Ludwigsburg ebenfalls fest eingeplant, nicht nur weil die Veranstalter, die Familie Kasselmann, sein Arbeitgeber ist. „Ich komme ja aus dem Ländle, von daher freue ich mich immer besonders, wenn ich im Süden und besonders in Baden-Württemberg ein Turnier reiten kann.“

Zumal Ludwigsburg in seinen Augen nicht ein Turnier wie jedes andere ist. „Wir kommen ja viel rum, reiten auch in Amerika. Aber das Viereck vor dem Schloss Monrepos in Ludwigsburg ist eine einzigartige Kulisse!“

Vor der möchte er dieses Jahr mit seinem zweiten Grand Prix-Pferd Bluetooth antreten. Der Bordeaux-Sohn hat ja in den letzten Monaten einen enormen Sprung gemacht, der seinen vorläufigen Höhepunkt mit dem Sieg im Grand Prix Special beim CHIO Aachen fand. Außerdem war Bluetooth Reservist für die WM.

Der Reiz an Ludwigsburg liege aber nicht nur in der Kulisse, betont Wandres. „Es ist eine absolute Bereicherung für Baden-Württemberg, so ein Turnier im Kalender zu haben mit den etablierten Serien, dem Nürnberger Burg-Pokal und dem Piaff-Förderpreis und dem CDI4*. Das lässt keine Wünsche offen, besonders für die Profis, die dann auch noch ein junges Pferd mitbringen können.“

Letztes Jahr sei er wirklich erstaunt gewesen, wie viele Zuschauer da waren, die ansonsten gar nichts mit Pferden zu tun haben. „Umso besser, wenn wir solche Menschen ebenfalls für den Pferdesport begeistern können!“

Das ist auch dieses Jahr der Plan. Der Eintritt ist frei, berichtet François Kasselmann. Man biete zwar auch VIP-Tickets an, aber da der Park rund um das Schloss ohnehin in Privatbesitz ist und es erlaubt ist, dort spazieren zu gehen, könne jeder zuschauen.“

Weitere Teilnehmer

Die Teilnehmerliste verspricht tollen Sport. Neben von Bredow-Werndl und Wandres stellen unter anderem Dorothee Schneider und Benjamin Werndl in der kleinen Tour Nachwuchspferde vor, Schneider den Schweizer Franziskus-Sohn Flashback und Werndl den Rheinländer Don Frederic-Sohn Discover.

Für die große Tour bringt Werndl Daily Mirror mit und Dorothee Schneider First Romance. Ebenfalls dabei sind unter anderem Isabell Werth mit Budhi und Fabienne Müller-Lütkemeier.

Patrik Kittel (SWE) wird sein Nachwuchspferd Forever Young HRH reiten, Susan Pape vertritt mit Eclectisch die britischen Farben. Aus den USA sind unter anderem Susan Dutta/Don Design DC und Benjamin Ebeling/Illuster van de Kampert dabei.

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