Ludwigsburg: Piaff-Förderpreis an Peterka, Burg-Pokal-Etappe an Schneider mit Quaterline, Grand Prix Kür an Werth

0042 Davidoff ter Kwincke, PETERKA, JOANA

Joana Peterka und Davidoff ter Kwincke, Ludwigsburg 2022. (© Thomas Hellmann)

Der Samstag in Ludwigsburg war vollgepackt mit sportlichen Highlights im Viereck. Im U25-Grand Prix, Wertungsprüfung des Piaff-Förderpreises, ging der Sieg an Joana Peterka. Dorothee Schneider wusste mit Quaterline im Nürnberger Burg-Pokal erneut zu überzeugen.

Die 24-jährige Joana Peterka und ihrem KWPN-Wallach Davidoff ter Kwincke war der Sieg auch im U25-Grand Prix nicht zu nehmen. Der 14-jährige Wynton-Sohn aus einer Flemmingh-Mutter zeigte vor allem Stärken in der Galopp-Tour, dem Paar Fehler in den Wechseln von Sprung zu Sprung unterliefen. Die Trabtour gelang solide mit leichten Schwächen in den Volten und der Zick-Zack-Traversale.

Die Richter Mariette Sanders-van Gansewinkel (NED) bei E, Katrina Wüst bei H, Janet Lee Foy (USA) bei C, Magnus Ringmark (SWE) bei M sowie Cesar Torrente (COL) bei B bedachten die Vorstellung von Joana Peterka und Davidoff ter Kwincke mit insgesamt 69,791 Prozent. Damit setzten sich die beiden EM-Reservisten an die Spitze der Rangierung.

Über Platz zwei freuen konnte sich Victoria Rohrmuss mit Corelli de Luxe, einem deutschen Reitpony v. FS Champion de Luxe. Ein Pony auf Grand Prix-Niveau zu bringen ist schon eine Leistung. Sich dann noch von der Einlaufprüfung mit Platz sechs (67,5 Prozent in der Inter II) auf Platz zwei zu steigern mit insgesamt 69,209 Prozent, dürfte Victoria Rohrmuss Freude bereitet haben. Wieder eine Top-Platzierung, nachdem der 13-jährige Wallach und seine Reiterin vor rund einem Monat zwei Siege in der U25-Tour in Donaueschingen hatte erringen können.

Platz drei belegte Henriette Hachmeister mit dem 16-jährigen Grafenstolz-Sohn Grafit und 68,442 Prozent.

Das Finale des U25 Piaff Förderpreises findet im Rahmen der Stuttgart Masters vom 9. bis 13. November statt. Der Qualifikationsweg dafür ist noch nicht abgeschlossen, wie der Ausschreibung zu entnehmen ist: „Die ca. 10 Punktbesten der Wertungsprüfungen (wobei die 3 besten Ergebnisse jedes Reiters zählen) werden zu einem letzten Vorbereitungslehrgang eingeladen, der dann über die Teilnahme am Finale in Stuttgart entscheidet.“

Im Finale dann entscheidet einzig die Finalprüfung über die Platzierung in der Serie.

Quaterline und Dorothee Schneider zum Burg-Pokal

Thomas Hellmann

Dorothee Schneider und Quaterline auf dem Weg zum Sieg in der Nürnberger Burg-Pokal-Etappe in Ludwigsburg 2022. (© Thomas Hellmann)

Jetzt ist es offiziell: Dorothee Schneider wird beim Nürnberger Burg-Pokal alle Hände voll zu tun haben. Nach dem heutigen Sieg in der Nürnberger Burg-Pokal-Etappe mit Quaterline hat sie nun zwei Pferde für das Serienfinale qualifiziert. Quaterline ist nun übrigens das insgesamt 20. Pferd, was Dorothee Schneider in ihrer Karriere für das Finale des Nürnberger Burg-Pokals qualifiziert hat.

Der neunjährige Quaterback-Sohn war ja bereits bei der letzten Burg-Pokal-Etappe in Görlitz drauf und dran gewesen, sich für das Finale zu qualifizieren. Nach dem Sieg in der dortigen Einlaufprüfung gab es für den mit so viel Grundqualität ausgestatteten Wallach in der Finalqualifikation dann jedoch so viel zu gucken, dass Dorothee Schneider nach dem Ritt die Hand hob. Nicht so heute in Ludwigsburg. Quaterline überzeugt durch eine konstante Anlehnung an die Reiterhand, kadenziertes und schwungvolles Traben und bedeutendem Kreuzen in den Trabtraversalen. Die Schritttour begann ebenfalls überzeugend, im versammelten Schritt zeigte der Wallach noch etwas Spannung. Die fliegenden Galoppwechsel gelangen sicher, ebenso wie die Pirouetten. Bei den Wechseln wünschte man sich vielleicht noch etwas mehr Gelassenheit und Bergauftendenz. Unter dem Strich bedeutete das 75,195 Prozent für das Paar und damit einen souveränen Sieg. Dorothee Schneider sagt über Quaterline: „Er hat sehr sehr gute Grundgangarten, er ist durchaus auch mal guckig, und ich hatte mir auch ein wenig Gedanken deswegen gemacht, denn hier ist ja einiges los. Aber er war immer bei mir. Das Zauberwort heißt vertrauensbildende Maßnahmen: Wenn ich ihm von oben signalisiere, dass alles gut ist, dann ist auch für ihn alles gut.“

Das Nachsehen hatte Ingrid Klimke, die ihren neunjährigen Franziskus-Sohn Freudentänzer präsentierte. Franziskus und Ingrid Klimke sind übrigens die St.GEORG-Coverstars der aktuellen Oktober-Ausgabe (hier versandkostenfrei bestellbar), inhaltlich ging es bei unserem Besuch in Münster aber vor allem auch um Klimkes Nachwuchsstars, darunter eben auch der westfälische Hengst Freudentänzer. Der machte heute wohl Freude beim Zusehen. Die Richter Nicole Nockemann bei E, Knut Danzberg bei H, Dietrich Plewa bei C, Katrina Wüst bei M und Ulrike Nivelle bei B bedachten die Vorstellung der Reitmeisterin mit dem Hengst aus einer Rubinstein I-Mutter mit insgesamt 73,829 Prozent. Nun geht es für das Paar zwar nicht zum Finale des Burg-Pokals, dafür aber verriet sie, der zur Hälfte in ihrem Besitz stehende Hengst dürfe auch weiterhin bei ihr bleiben. Klimke schwärmte: “Er ist ein echtes Sonntags-Pferdchen, unglaublich lieb, sehr fein und leicht zu reiten.“

Franziskus stellte auch das drittplatzierte Pferd der Prüfung. Francis Royal heißt diese neunjährige Stute, die von Moritz Treffinger vorgestellt wurde. Die elegante Tochter einer Rubin-Royal-Stute bekam für ihre Vorstellung unter dem erst 19-jährigen Treffinger 72,365 Prozent. Nur wenig schlechter gelang Treffinger die Prüfung mit seinem zweiten Pferd in der Prüfung. Über den Auftritt des Surprice-Sohns Superstition freute sich Moritz Treffinger sichtlich, mit 72,219 Prozent wurde es Platz vier für den neunjährigen Wallach aus einer Hotline-Mutter. Hinterher wurde dem 19-Jährigen auch noch feierlich das Goldene Reitabzeichen verliehen. Was für ein Tag! Das sah auch er selbst so: “Das ist der Oberhammer –  einfach mega-super, dass ich Dritter und Vierter bin und dann direkt hinter so tollen Reiterinnen.“

Grand Prix Kür an Isabell Werth und Emilio

Höhepunkt des Tages bildete eine Vier-Sterne-Grand Prix Kür am Abend unter Flutlicht vor der imposanten Kulisse des Schlosses Monrepos. Wie schon im Grand Prix hatten auch in der Kür die Routiniers Isabell Werth und Emilio die Nase vorn. 84,125 Prozent lautete das Ergebnis für den Ehrenpreis-Sohn, der wie schon im Grand Prix auch in der Kür seine Stärken in Piaffe und Passage voll ausspielen konnte. Alle Richter waren sich bei der Rangierung einig und sahen das Paar an erster Stelle in der Rangierung.

Platz zwei belegte Benjamin Werndl mit Daily Mirror. Der 18-jährige Damon Hill-Sohn zeigte eine konstant gute Runde, die mit 82,155 Prozent belohnt wurde. Steigern konnte sich von Grand Prix zur Kür Dorothee Schneider mit ihrem zwölfjährigen Fürst Romancier-Sohn First Romance. Die beiden wurden Dritte mit 80,435 Prozent, womit sie Patrik Kittel (SWE) und Forever Young auf den vierten Platz verwiesen (80,390 Prozent). Und das bei ihrer ersten gemeinsamen internationalen Grand Prix Kür überhaupt!

Diese vier Top-Paare setzten sich deutlich vom Rest ab und waren zudem die einzigen, die die 80 Prozent-Marke zu knacken vermochten.

Am Sonntag geht es auf Vier-Sterne-Niveau noch um die Special-Tour.

Alle Ergebnisse aus Ludwigsburg finden Sie hier.

Auch interessant