Neumünster: Helen Langehanenberg verabschiedet sich siegreich in die Babypause

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Helen Langehanenberg und Damsey beim Weltcup-Turnier in Neumünster 2018. (© www.sportfotos-lafrentz.de)

Mit einem überzeugenden Auftritt sicherte Helen Langehanenberg sich die Weltcup-Kür von Neumünster. Sie hätte gute Chancen beim Finale in Paris auf dem Treppchen zu stehen. Aber jetzt hat sie erst mal andere Aufgaben.

Neumünster war das letzte Turnier vor der Babypause für Helen Langehanenberg. Und wie sie selbst sagte: „Besser geht’s nicht.“ Man könnte auch sagen, besser ging es bisher nicht. Denn es wurde heute ein persönlicher Rekord für die Münsteranerin und ihren Hannoveraner Hengst v. Dressage Royal: 83,880 Prozent. Und Damsey scheint mit seinen 16 Jahren seinen Zenit noch gar nicht erreicht zu haben. Nun hat er erst mal ein bisschen Freizeit. Im Juni ist der Geburtstermin für Helen Langehanenbergs zweites Kind. Danach möchte sie so schnell wie möglich wieder in den Sattel. Und nach Tryon? „Schauen wir mal. Ich lasse das alles entspannt auf mich zukommen. Wir müssten schon eine Punktlandung hinlegen. Aber wenn es funktioniert, warum nicht?“ Wenn Damsey so aus der Pause kommt, wie er hineingegangen ist, wird mit den beiden auf jeden Fall zu rechnen sein.

Damsey war heute von Anfang an deutlich geschlossener als gestern und hoch konzentriert. Wunderbare Pirouetten akzentuierte Zick-Zack-Traversalen und sichere Serienwechsel waren die Highlights in der Galopp-Tour. Angefangen hatten die beiden aber mit ihrer Paradelektion, der Piaffe. Rhythmisch, mit reeller Lastaufnahme und fleißig abfußend zelebrierte Damsey das heute. In den Passagen schlichen sich hin und wieder ungleiche Tritte ein. Dem gegenüber stand dann wieder Damseys super Schritttour. Alles in allem eine super Runde, für die Helen später noch ein persönliches Lob von Chefrichter Ghislain Fouarge erhielt.

Sammy Davis Jr. auf Rang zwei

Anders als die Siegerin kann die Zweitplatzierte schon mal die Packliste für das Weltcup-Finale in Paris fertig machen. Dorothee Schneider hat mit ihrem Sammy Davis Jr. das Ticket in der Tasche. Der in Bayern gezogene Rappe v. San Remo hatte auch in der heutigen Prüfung wieder echte Highlights wie die Piaffe-Passage-Tour zu den Tango-Klängen seiner Kür. Wie durchlässig sowie innerlich und äußerlich losgelassen der Rappe ist, zeigte sich beispielsweise bei Übergängen aus dem Schritt in die Piaffe, wieder Schritt und daraus dann angaloppieren für die Galopptour. Allerdings schnaubte Sammy heute ein paar mal so hart ab, dass es seine Reiterin fast aus dem Sattel hob.

„Ich bin super zufrieden mit Sammy“, sagte Dorothee Schneider später. „Er entwickelt sich immer weiter und ich freue mich sehr auf Paris!“

Zack voll auf Zack

Die Überraschung von Neumünster waren wohl der Däne Daniel Bachmann Andersen und der KWPN-Hengst Zack. Sie wurden heute erneut Dritte, diesmal mit 81,475 Prozent. Als Vererber hat der Rousseau-Sohn sich ja schon lange einen Namen gemacht. Im internationalen Sport ist Edward Gals Zonik sein Aushängeschild. Und Sezuan war unter Dorothee Schneider dreifacher Weltmeister der jungen Dressurpferde.

Aber Zack hat hier in Neumünster gezeigt, dass nicht nur mit seinen Kindern zu rechnen ist. Das nächste Ziel lautet Weltcup-Finale. Wenn er sich dort so präsentiert wie in Neumünster, wird das ganz sicher eine gute Platzierung. Der Hengst zeigte sich heute noch offener und leichter als gestern. Hatte man im Grand Prix noch den Eindruck, dass der Reiter ihn sehr unterstützen musste, war die gesamte Prüfung heute von großer Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit. Und die Klippen meisterten die beiden ohne Probleme mit mehreren Highlights wie beispielsweise den Einerwechseln. „Unser bester Ritt bisher“, bestätigte Daniel Bachmann Andersen. Dazu hat er eine Kür mit einer wunderbar abgestimmten Musik.

Die weiteren Platzierten

Vierter wurde der Brite Emile Faurie auf dem statiösen De Niro-Sohn Delatio mit 78,765 Prozent, dicht gefolgt von Fabienne Lütkemeier und Fabregaz (78,245 Prozent). Madeleine Witte-Vrees hielt mit Wynton v. Jazz auf Rang sechs die NED-Fahne hoch (77,655).

Alle weiteren Ergebnisse finden Sie hier.

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