Amsterdam: Kein Vorbeikommen an Isabell Werth, Zonik Zweiter

FEI World Cup Dressage™ Amsterdam NL

Isabell Werth und Weihegold – einmal mehr ein Sieg für das Paar Nummer eins auf der Weltrangliste. (© FEI/DigiShots)

Isabell Werth und Weihegold spielten heute in Amsterdam einmal mehr in einer eigenen Liga. Da war kein Vorbeikommen. Zweiter wurde diesmal Edward Gal. Und Jessica von Bredow-Werndl glückte heute eine Aufholjagd.

Nein, die nun 13-jährige Oldenburger Stute Weihegold v. Don Schufro ist immer noch kein Pferd, das im starken Trab die Lampen austritt. Das können andere besser. Aber ihre Balance, ihre Durchlässigkeit und Kraft zusammen mit dem Können von Isabell Werth machen jede Prüfung zu einem Highlight an Präzision. So auf den Punkt und dabei mit so viel Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit geht derzeit kein Pferd Grand Prix. Das Publikum honorierte den letzten Ritt der Prüfung mit stehenden Ovationen, die Richter gaben 88,540 Prozent.

Isabell Werth erklärte später: „Weihe war heute wirklich fantastisch. Ich kann dieses Gefühl von Kraft und Versammlung gar nicht beschreiben. Sie ist wie ein Metronom – wir können einfach alles machen, was wir wollen!“ Dabei wurde es den Reitern heute nicht leicht gemacht in der Halle. „Die Atmosphäre war wirklich aufgeladen. Ich musste also vorsichtig sein, weil sie wirklich heiß war. Ihre Piaffe-/Passagetour war wirklich spitze. Aber im versammelten Schritt musste ich den Atem anhalten, weil sie nur darauf wartete, anzugaloppieren.“

Große Hoffnungen für Zonik

Platz zwei ging in die Niederlande, an einen sehr glücklichen Edward Gal auf dem dänischen Zack-Sohn Zonik. Die beiden waren zuletzt vor Weihnachten in London am Start gewesen, wo sie den Grand Prix gewannen und in der Kür Dritte geworden waren. Heute gab es 81,860 Prozent für den zehnjährigen Rappen, der in Amsterdam seinen dritten Grand Prix ging, und sein Reiter war voll des Lobes: „Es ist fünf Wochen her, seit wir Dritte in London geworden waren und da ist eine sichtbare Verbesserung.“ Zonik bekäme immer mehr Kraft und sei zunehmend motiviert. „Plötzlich machen wir große Schritte vorwärts und ich habe große Hoffnungen für ihn für die Zukunft.“

Ein Unee in Bestform

Dritte wurden Jessica von Bredow-Werndl und Unee, denen heute eine deutlich bessere Prüfung gelang als noch im Grand Prix. Der nun 17-jährige Gribaldi-Sohn präsentierte sich fit und motiviert und war heute deutlich geschlossener als noch gestern. 81,195 Prozent gaben die Richter. Jonny Hilberath sagte nach dem Ritt, der Hengst sei frischer als je zuvor. Die Erklärung lieferte die Reiterin: „Je älter er wird, desto mehr Kraft bekommt er. Ich glaube, er erlebt gerade einen zweiten Frühling.“

Langehanenberg im Pech

Einen richtig doofen Tag hatte heute Helen Langehanenberg. Gestern waren sie und Damsey noch Zweite gewesen im Grand Prix und auch heute fing der Hannoveraner Hengst fantastisch an mit wunderschönen Piaffen wie aus dem lehrbuch, taktreinen Passagen ohne Spannung, dafür mit viel Ausdruck, herrlich fließenden Traversalen, kurz und gut: Eigentlich ist Damsey in der Form seines Lebens, voll motiviert und voller Saft und Kraft, so dass die Reiterin nur ganz dezent einzuwirken braucht. Doch in der Schritttour, eigentlich ein Highlight der beiden, passierte es: Damsey streckte die Zunge raus. Nicht nur ein bisschen, sondern es sah ein wenig so aus, als wolle er sich das eigene Auge ablecken. Helen ritt tapfer noch einige Lektionen, gab dann schließlich aber auf.

Allen Grund zufrieden zu sein, hatte heute auch Fabienne Lütkemeier, die Amsterdam Zukunftshoffnung Fabregaz gesattelt hatte. Der DSP-Wallach v. Florestano zeigte heute eine super Prüfung, die mit 79,750 Prozent bewertet wurde und Rang sechs bedeutete.

Ausblick aufs Finale

Isabell Werth ist als Titelverteidigerin ja ohnehin gesetzt für das Weltcup-Finale in Paris. Danach gefragt, wen sie dort reiten möchte, erklärte sie: „Weihe ist natürlich meine erste Wahl. Aber Emilio wird bei den letzten beiden Qualifikationen in Göteborg und ’s-Hertogenbosch gehen.“ In Neumünster wird die Weltranglisten-Erste nicht am Start sein. Was ihre Erwartungen für das Weltcup-Finale in Paris angeht, hält Isabell Werth sich zurück: „Ich bin zufrieden, aber ich sage nie, dass ich zuversichtlich bin. Das ist nicht meine Art. Das hier ist Sport. Man weiß nie, was passieren wird. Man muss also immer wach bleiben!“

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