Amsterdam: Isabell Werth vor Helen Langehanenberg im Grand Prix

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Einhändig zum Titel: Isabell Werth und Weihegold bei den Europameisterschaften 2017 in Göteborg. (© Pauline v. Hardenberg)

Der Grand Prix für die Weltcup-Kür in Amsterdam ging wenig überraschend an die Titelverteidigerin Isabell Werth mit Weihegold – trotz einer etwas verunglückten Einerwechsel-Tour.

Bei den 15 fliegenden Wechseln von Sprung zu Sprung gab es heute ein kleines Kommunikationsproblem zwischen Isabell Werth und Weihegold. Sie begannen mit Zweierwechseln, hatten dann aber den Einerrhythmus gefunden. Nur: Dann hängten sie kurz vor der Ecke noch zwei Zweierwechsel dran. Das war ein Satz mit X. Schon am Wechselpunkt fasste die Europameisterin sich an den Kopf bzw. den Zylinder und schüttelte ihn immer noch, als sie am langen Zügel die Bahn verließ. Aber sie hatte dabei ein Grinsen im Gesicht.

Die Vieren im Protokoll an dieser Stelle änderten auch nichts daran, dass ihre 80,217 Prozent das mit Abstand beste Ergebnis der Prüfung waren. Dem gegenüber standen z.B. eine sehr gute Piaffe-Passage-Tour, korrektes Halten und nach einem kurzen Moment des Zögerns diagonales und durchlässiges Rückwärtsrichten sowie gelungene Pirouetten und Galopptraversalen. Manko: die Trabverstärkungen. Die waren heute kaum gezeigt worden.

Damsey in Topform

Platz zwei ging an den Hannoveraner Hengst Damsey unter Helen Langehanenberg, der mit seinen 16 Jahren auf dem Zenit seiner Karriere ist. Schon in Münster hatte sich der Dressage Royal-Sohn frisch und spritzig präsentiert, ganz anders noch als bei den Europameisterschaften in Göteborg, wo er im Grand Prix Special einmal regelrecht den Dienst quittiert hatte. Davon war er auch heute weit entfernt. Energische Trabverstärkungen, wenn auch mit sehr hohem Sprunggelenk, sehr gute Piaffen (die etwas mehr auf der Stelle hätten sein dürfen), ausdrucksvolle Passagen (allerdings mit gelegentlichen Spannungstritten), super Pirouetten und sichere Serienwechsel summierten sich zum Endergebnis von 76,939 Prozent in der Prüfung, in der es nun ja keine Fußnoten mehr gibt außer der für Sitz und Einwirkung.

Deja Dritte

Dritter wurde der Schwede Patrik Kittel auf seiner bewährten Deja. Die schwedische Warmblutstute v. Silvano begeistert mit ihren natürlichen Grundgangarten und zeigte eine weitgehend fehlerfreie Prüfung. Problemlektion bleibt allerdings die stark schwankende Piaffe. Und auch die während der gesamten Prüfung durchfallende Kandare wünschte man sich anders. Alles in allem gab es zusammen mit einem Fehler in den Einerwechseln 74,304 Prozent.

Zonik, Unee und Fabregaz

Vierter wurde Edward Gal (NED) auf Zonik (74,283 Prozent). Der dänische Zack-Sohn, der nun das Kürzel N.O.P. im Namen trägt, das ihn als potenzielles Olympiapferd ausweist, zeigte sich heute sehr sicher und mit Höhepunkten in der Trabarbeit. Was allerdings auffällt: Er senkt sich zwar wie gewünscht in der Piaffe. Aber er federt nicht vom Boden ab, sondern zieht die Hinterbeine in die Luft, zwar absolut im Rhythmus und auf der Stelle, aber eben ohne die große Kraftanstrengung, sich wieder vom Boden abdrücken zu müssen.

Als Fünfte reihte sich heute Jessica von Bredow-Werndl mit Unee ein. Nach einem dicken Patzer in der Galoppverstärkung als der Hengst umsprang, wurden es heute noch 74,096 Prozent für Unee und Jessica von Bredow-Werndl, die wie immer mit ihrem Bilderbuchsitz glänzte.

Die dritte Deutsche im Bunde in Amsterdam war Fabienne Lütkemeier mit ihrem DSP-Wallach Fabregaz. Mit 71,384 Prozent wurde der Florestano-Sohn Zehnter.

Das vollständige Ergebnis aus Amsterdam finden Sie hier.

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