Live Ticker Europameisterschaft Göteborg: Dressur – Grand Prix Special

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Liveticker EM Göteborg 2017 Dressur (© www.st-georg.de)

Bei den Europameisterschaften in Göteborg werden in der Dressur heute die ersten Einzelmedaillen vergeben. Im Grand Prix Special geht Isabell Werth als Favoritin an den Start. Im Liveticker hält St.GEORG Chefredakteur Jan Tönjes Sie auf dem Laufenden.

17:29 Uhr
Ob es Carl Hester schon dämmerte, dass er wohl medaillenlos bleiben würde an diesem Tag? Der Brite hat seinen KWPN-Wallach Nip Tuck im Grand Prix nicht so in Szene setzen können, wie zu anderen Gelegenheiten in dieser Saison. Dass er in den Trabverstärkungen nicht würde punkten können war klar (6,7), aber in den Travesalen wirkte „Barny“ heute frischer als Vorgestern. In der Passage vermochte es der Mannschaftsolympiasieger immer wieder, die Hinterbeine seines Don Ruto-Sohns unter den Schwerpunkt zu bekommen, aber in anderen Trabtempi leider nicht. Im starken Trab auf der linken Hand gab es mehrere ungleiche Tritte an unterschiedlichen Stellen. Im starken Schritt schaute Nip Tuck kurz ins Stadionrund, piaffierte aber willig und fleißig an. 74,084 Prozent lautete das Ergebnis nach 14 Lektionen. Dann kam die Galopptour, jetzt musste geliefert werden. Die Zweierwechsel waren rhythmisch, leicht in der Anlehnung und das Pferd offen im Ganschenwinkel (8,1), das galt auch für die 15 fliegenden Galoppwechsel von Sprung zu Sprung (8,4). Fokussiert und präzise sammelte der Brite jetzt Punkte ein, etwa in den Pirouetten (8,3 und 8,4). Beinahe leichtfüßig wirkte die vorletzte Passage, die Piaffe war fleißig und am Punkt. Selbstverständlich begleitete auch hier die letzte Passage der Applaus von den Rängen. 76,778 Prozent vorläufig, Platz fünf.Damit ist klar: Zwei Medaillen für Deutschland: Gold für Isabell Werth und Weihegold sowie Silber für Sönke Rothenberger und Cosmo. Und Dorothee Schneider darf sich außerdem auf die Kür mit ihrem Grand Prix-Baby.

 
17:17 Uhr
Vorm Einreiten schielte Cosmo noch einmal kurz nach außen, stand dann aber wunderbar bei der Grußaufstellung. Sönke Rothenberger ließ den Wallach fliegen! Starker Trab (9,1), Traversalen über Acht beurteilt und kadenzierte Passagen (8,4). Mehr als 83 Prozent war der Zwischenstand nach sechs Lektionen. Cosmo geht am Punkt F gleich Schritt, eine Gangart, in der er keine Neun bekommen kann. Nach starkenund vesammelten Schritt ist die Notensumme 80,437 Prozent, dann die erste Piaffe (7,7) und die zweite gelang noch besser. 79,918 Prozent, Platz eins zu diesem Zeitpunkt, war der Zwischenstand nach 20 Lektionen. Und dann kamen die neuen 2-Tempi-Wechsel (9,3), da ging das erste Raunen durch die Tribünen, erst recht nach den 15 Einerwechseln (9,3), dann Fehler im starken Galopp (6,7). Nun musste Sönke um jeden Punkt kämpfen, die Pirouetten war wirklich gut, kamen aber an die von Isabell Werth nicht ganz heran. Auf der letzten Mittellinie verlief alles nach Plan, inklusive Applaus zur letzten Passage bis zum Schlussgruß. 82,451 Prozent vorläufig. Isabell Werth konnte übrigens nicht sehen, wie ihr Teamkamerad ritt, sie musste in die Dopingprobe.
17:06 Uhr
Die größte Konkurrentin auf dem europäischen Kontinent für die Welt Nummer eins folgte auf dem Fuße, die Dänin Cathrine Dufour mit dem Caprimond-Sohn Atterupgaards Cassidy. Federleicht schwebte der Fuchs über die erste Diagonale (7,9), geschmeidige Traversalen, gute Passagen, wenngleich mitunter etwas schwankend und ein Pferd mit herrlicher Silhouette und dann ein toller starker Schritt im klaren Viertakt – so zeigte sich das Paar im ersten Drittel der Prüfung. 78,661 Prozent waren das Zwischenresultat. In der ersten Piaffe gab es eine 8,3, die zweite gelang nicht ganz so gut. Auch Dufour ritt äußerst präzise, auch wenn sie 25 Jahre weniger Prüfungserfahrung mitbringt. Die Serienwechsel strahlten große Ruhe aus, der starke Galopp war mit viel Risiko geritten, die erste Pirouette sehr zentriert (8,4), die folgenden neun fliegenden Galoppwechsel von Sprung zu Sprung waren gut (8,1) wie auch die Pirouette rechts (8,2). Das Klatschen zum Abschluss in der Passage hatte das Publikum mittlerweile zum Bestandteil der Prüfung erklärt. Das nahm Atterupgaards Cassidy sehr wohl wahr. 79,789 Prozent vorläufig.
16:56 Uhr
Was sollen diese dunklen Wolken am Horizont als die Klingel für Isabell Werth und Weihegold läutete? Das Halten war offen, der Antritt flüssig. Sicherer starker Trab und fließende Trabtraversalen führten zur ersten Passage, da ist das Paar noch bei 77,5 Prozent. Die erste Passage gleich ein Neun, erstmals war der Notendurchschnitt über 80 Prozent. Die akzentuierten Passagen sind von unfassbarer Qualität, 81,532 Prozent standen vorm Schritt zu Buche. Die erste Piaffe sorgte dann für eine kleine Schrecksekunde, „Weihe“ schien etwas müde, in der zweiten Piaffe schnaubte sein einmal ab, war aber schon aktiver. Glatte 80 Prozent zeigte die Anzeigetafel mit dem Angaloppieren. Die Serienwechsel waren ein Musterbeispiel an Korrektheit, beide mit 8,4 bewertet. Nach einer guten Linkspirouette (9,1), tollen Einerwechseln (8,4) und einer ebenso guten Rechtspirouette (9,2), war der Galoppteil dieses Mal ein beosnderer Punktebringer – Isabell Werth hatte immer gesagt, dass die Stute hier mit zunehmendem Kraftgewinn noch viel Potenzial habe, sie hatte recht. Wieder einmal. Am Ende eine gute Piaffe und eine weitere Traum-Passage, wie schon im Grand Prix begleitet vom rhythmischen Applaus des Publikums. 83,613 Prozent vorläufig,  das muss der Titel sein!
16:47 Uhr
Sonne satt als Helen Langehanenberg und Damsey in die Bahn kamen. Es sind die dritten Europameisterschaften der Reiterin und die ersten des 15-jährigen Hannoveraners. Das Halten war nahezu bilderbuchmäßig, im starken Trab streckte sich der Dressage Royal-Sohn noch mehr im Hals als im Grand Prix. Damsey ist bekannt dafür, dass seine zweiten Prüfungen meistens noch besser sind als die ersten. In der ersten Passage gab es hinten ein paar ungleiche Tritte (6,8), darauf ritt die ehemalige Weltranglistenerste die nächsten Passagen etwas vorsichtiger. 74,78 Prozent summierten sich vor dem starken Schritt für die beiden, di erst seit 1,5 Jahren ein Paar sind. Nach einer 8,7 im starken Schritt, quittierte Damsey dann in er ersten Piaffe den Dienst, Langehanenberg fasste mit dem Sporn zu, der Hengst schlug aus (3,1), auch danach mussten erst einmal Dinge geklärt werden, die Noten waren zwischenzeitlich auf 63 Prozent gerutscht. Die Zweier- (7,9) und die Einerwechsel (7,8) markierten den Aufstieg aus dem Notental. Aber das war ein mühsamer. Linkspirouette 8,1 waren Biwakstationen, um immerhin wieder über 70 Prozent zu kommen. Die letzte Piaffe war die beste der drei geforderten (was nicht so schwierig nach den beiden ersten war). Leicht im vorwärts war der Deckhengst da wieder auf Spur, leider etwas zu spät. 70,784 Prozent vorläufig.
16:36 Uhr
Mit 18 Jahren ist der in Finnland geborene Donnerhall-Sohn Donnperignon der älteste Teilnehmer, das sieht man ihm aber nicht wirklich an. Routiniert ritt die Dänin Anna Kasprzak von Beginn an die Stärken ihres „Pepe“ aus. Die Passagen, früher schon im Bereich von 8,0 und darüber, landeten im Schnitt bei 7,5, bei der Einleitung der Traversale nach rechts gab es eine deutliche Unsauberkeit (6,6). Zur ersten Piaffe trat Donnperignon gut an, das letzte Schwingen über den Rücken fehlte aber in dieser Lektion in beiden ersten Ausführungen. Nach Schritt und den ersten Galopplektionen lag das Paar bei ungefähr 73,5 Prozent. Den fliegenden Galoppwechsel nach dem starken Galopp nahm der Dunkelfuchs seiner Reiterin vorweg, Pirouetten und die neun Einerwechsel (8,1) zählten zu den absoluten Pluspunkten der Darbietung. Insgesamt hatte das Pferd die Nase beinahe konstant vor oder an der Senkrechten, bei früheren Championatsauftritten war das nicht der Fall gewesen. 74,392 Prozent vorläufig
16:27 Uhr
Unbeeindruckt vom Trubel im Stadion kam Sammy Davis jr. mit Dorothee Schneider in die Arena. Im ersten starken Trab ging die Ausbilderin aus Rheinland-Pfalz kein volles Risiko (7,5), die Trabtraversalen und der Übergang in die erste Passage sowie erneuter starker Trab waren eine fließende Einheit. Kaum zu glauben, dass dieses Pferd in seinem Leben nicht einmal zehn Grand Prix Specials gegangen ist (die besondere Geschichte dieses Pferdes können Sie hier nachlesen). Auch auf der linken Hand zeigte sich dasselbe Bild, umschmeichelt von der schwedischen Sonne, die fristgenau zum letzten Drittel des Feldes das Ullevi Stadion besucht. Vor dem Schritt lagen die beiden bei über 76 Prozent, beide Piaffen gelangen (7,2), auch das Angaloppieren nach einer ausruckstarken Passage. In der Galopptraversale kam Dorothee Schneider einen Hauch zu früh an, die Zweierwechsel waren perfekt eingeteilt (7,7) auch die 15 fliegenden Galoppwechsel von Sprung zu Sprung gelangen sicher (7,7). Aber dann! In der Linkspirouette fiel der bayerische Wallach auf einmal aus (4,8) bitter! Anschließend aber wieder alles gut, volle Konzentration, jedoch die Noten nur noch knapp unter 74 Prozent. Bei der letzten Piaffe bei X gab es dann noch einmal Abstimmungsprobleme. Sammy Davis jr. reagierte nur zögerlich auf die erste Hilfe, worauf die Reiterin noch einmal deutlicher wurde und so lange piaffierte, bis der San Remo-Sohn wieder im Takt war und sie in die Passage entlassen konnte. 73,179 Prozent vorläufig, damit wohl vermutlich kein Kürstart, wenn Damsey und Weihegold nichts Unerwartetes geschieht in der kommenden Stunde.
16:16 Uhr
Für Dänemark gingen Anna Zibrandtsen und Arlando als nächste Starter ins Viereck. Im starken Trab riss Arlando vorne die Beine hoch, hinten die Kruppe auch, die Hinterbeine erreichten nicht die Spuren der Vorderfüße (7,1). In der Passage gingen die Note bis knapp unter die 8,0. Gut 75,5 Prozent standen vor der Diagonale starker Schritt auf der Anzeigetafel, danach sind es 73,929 Prozent. In den Piaffen verlor der Paddox-Sohn den Takt. Der fliegende Wechsel zwischen den beiden Traversalverschiebungen im Galopp war über Trab, die mit begrenztem Raumgriff gesprungenen Serienwechsel gehorsam. Der Galopp ist knapp und fest, an der kurzen Seite brauchen die beiden zehn  Galoppsprünge von Ecke bis Ecke. Diese Übersetzung kommt den Pirouetten zu gute, die nach rechts erzielte die höchste Note des Ritts (8,5). Mit Passagen und Piaffen wurde das Punktekonto am Ende noch einmal etwas aufgebessert. 73,347 Prozent vorläufig
16:07 Uhr
Mit dem Danone-Sohn Dante Weltino ist die Schwedin Therese Nilshagen in dieser Saison durchgestartet. Im Grand Prix hatte es in den Serienwechseln einen Patzer gegeben. Die Frage stand im Raum: Wie würde es im Grand Prix Special klappen? Der Auftakt der Balkenhol-Schülerin verlief viel versprechend. Über 79 Prozent nach den erste Lektionen, das Pferd immer aktiv von hinten an die Reiterhand heranfußend, das Genick der höchste Punkt und die Anlehnung gleichmäßig. Sofort dehnte sich der Rappe im starken Schritt an die Hand heran, im versammelten Schritt klare Fußfolge, iun der ersten Piaffe schnaubte der Oldenburger zweimal ab und hätte energischer abfußen sollen. Die zweite Piaffe gelang aber deutlich besser. Nach zwei Drittel der Prüfung lagen die Noten immer noch über 76 Prozent im Schnitt. Dann die Serienwechsel: Die Zweierwechsel gelingen gut (7,8), die 15 Einerwechsel noch besser (8,1), der starke Galopp ist der beste, den es bisher zu sehen gab (8,5), auch die Pirouetten und die neun Einerwechsel (8,1) gelingen mehr als nur gut, die zweite Pirouette ist super, 8,4, zu Recht! Am Ende klatschen die Menschen in der Passage im Takt mit, das Stadion ist deutlich gefüllter als an den Vortagen. 78,543 Prozent – ist das sogar eine Medaille?
15.57 Uhr
Mit deutlich vorherrschender Kandare ritt der Schwede Patrik Kittel den Oldenburger Delaunay durch das erste Drittel der Prüfung. Zwischenstand 73,673 Prozent vorm Schirtt, in den Piaffen schwankte der Wallach, zeigte aber sehr taktmäßige Übergänge zwischen Piaffe und Passagen. In den Zweierwechseln knickte der Braune im Genick ab. Der starke Galopp war nach vorne ausgeritten, der fliegende Wechsel danach kam drei Sprünge zu früh. In den Pirouetten sollte sich das Pferd mehr setzen. Richtig Punkte sammelte das Paar zum Abschluss mit einer ausdruckstarken Passage-Piaffe-Tour, 75,462 Prozent vorläufig.

 

15.19 Uhr

Der Spanier Severo Jesus Jurado Lopez hatte keine weite Anreise, er ist bei dem dänischen Pferdehändler Andreas Helgstrand angestellt. Den Rappen Deep Impact v. De Niro reitet er noch nicht so lange. Erst nach dem Verkauf seines Olympiapferdes Lorenzo hat er den Hannoveraner übernommen. Mit großen Tritten marschierte der Rappe im starken Trab durch die Diagonale (8,0), allerdings war der versammelte Trab wie schon im Grand Prix ein Mischmasch unterschiedlicher Tempi, mal eher Passage, dann wieder viel zu frei. Die Passage war nicht immer gleichmäßig, die Rechtstraversale eindeutig in der Passage begonnen, trotzdem 7,4. Das Pferde neigte während der gesamten Trabtour deutlich dazu mit dem rechten Hinterbein viel weiter unter den Körper zu schwingen als mit dem linken. Vor der ersten Piaffe schwankte der Wallach, wich den Schenkelhilfen aus  für die Piaffe (5,9) waren da kaum noch Punkte drin. In der Galopptraversale rechts war Deep Impact mehrfach im Genick verworfen. Die Serienwechsel stellten keine Problem dar. Bei der Rückführung im starken Galopp kam das Pferd deutlich auf die Vorhand (7,6). Auch der Übergang vom Galopp in den versammelten Trab gelang nur über Schritt. Sollte, was diskutiert wird, der Weltreiterverband den Wegfall der Schlussnoten beschließen, ist zu befürchten, dass sich solche Bilder häufen. 72,030 Prozent vorläufig.

Jetzt ist eine kleine Pause, Bodenpflege. Weiter geht es gegen ca. 15.55 Uhr.

15.18 Uhr

Dritter Reiter für die Niederlande war Diederik van Silfhout mit Four Seasons, ein Sohn des ehemaligen Bundeschampions Fürst Piccolo. Der Westfale hatte einen leichten Taktfehler im ersten starken Trab, er wirkte dynamischer als im Grand Prix, auch in den Seitengängen und in der Passage. Phasenweise ging der Dunkelfuchs leicht hinter der Senkrechten. Sehr weiche, fließende Übergänge in der Rückführung in die Passage aus dem starken Trab zählten zu den Höhepunkten des ersten Drittels. Das Paar lag vor dem Schritt bei über 75 Prozent, und danach bei 71,825 Prozent. Mit den Piaffen arbeitete sich das Paar dann wieder langsam nach oben. Ebenfalls der Punktsumme dienlich waren die Zweierwechsel (7,9), aber in den 15 fliegende Wechseln von Sprung zu Sprung und den neune Einerwechseln zwischen den Pirouetten patzte das Paar jedes Mal. Im starken Galopp sollte das Hinterbein dynamischer ab- und vorfußen. 72,380 Prozent vorläufig.

 

15.06 Uhr

Viel Applaus schon beim Einreiten für die zweite schwedische Reiterin Tinne Vilhelmson-Silfvén und Paridon Magi v. Don Primero. Der Braune, der in einigen Exterieurpunkten seinem Erzeuger stark ähnelt (Stichwort hohe Kruppe und gerades Hinterbein), überzeugte mit gleichmäßigen Passagen in den Trabtraversalen konnte er die Balance nicht halten. Kaum einer Reiterin sitzt so gerade und ruhig im Trab auf ihrem Pferd wie die international sehr erfahrene Schwedin, die ihre neunten Europameisterschaften reitet. Der ersten Piaffe hätte man mehr Energie gewünscht, die zweite gelang etwas lebhafter. Zwischenergebnis zu dieser Zeit bei gut 72 Prozent. Sehr präzise ritt Vilhelmson-Silfvén durch die Prüfung, konnte aber nicht verhindern, dass der Wallach in den Serienwechseln am Ende zu tief kam. In den schwungvoll nach vorn angelegten 15 Einerwechseln gelang ihr das besser (7,8), die erste Pirouette war etwas groß, in der zweiten verlor der Wallach am Ende etwas Energie. Mit viel Ausdruck passagierte Magi auf der letzten Mittellinie (7,5). Das Publikum war begeistert, 74,229 Prozent, vorläufig.

 

14:52 Uhr

Der Portugiese Daniel Pinto und sein Halbtrakehner Santurio de Massa v. Münchhausen, im Styling voll seiner Lusitano-Mutter verpflichtet, begann mit einer leicht laufenden Trabverstärkung. In den Passagen kommt ihm sein iberisches Erbgut zur Hilfe, ganz gleichmäßig und ausdruckstark. Der nächste starke Trab war kaum ein Mitteltrab, der Braune hielt sich fest, musste äppeln. Im versammelten Schritt verkantete er sich leicht im Genick, in der Piaffe aber sammelte er dann Punkte (8,0 und 7,7). Vor der Galopptour lag er bein 71,6 Prozent, dann verritt er sich statt zu traversieren. Entsetztes Raunen, dann Fluchen auf der Teilnehmertribüne aus dem rot-grünen Portugal Fanblock. Pinto war schnell wieder konzentriert, Santurio weniger: Fehler zum Auftakt der 15 fliegenden Wechsel von Sprung zu Sprung. Sehr gute Linkspirouette, problemlose neun Einerwechsel und auch die Rechtspirouette gut gezeigt, beim letzten straken Trab vorm Abwenden auf die Mittellinie hatte man den Eindruck, der Braune müsste mehr im Rücken schwingen, so wie der Reiter saß, kann das nicht bequem sein. Schade um die Fehler, denn die züchterisch so interessante Kombination mit dem erfolgreichsten portugiesischen Reiter der letzten Jahre im Sattel, hat etwas. 70,394 Prozent vorläufig

14.44 Uhr

Als „Legende der Dressur“ wurde Edward Gal vollmundig vom Stadionsprecher angekündigt. Die Legende vermochte dann aber nicht den versammelten Galopp bis X zu halten, Voice trabte ein paar Meter. Der Rappe trabte mit hohem Sprunggelenk, galoppierte in der Trabtraversale nach links an, im starken Trab, bei dem der Hals noch höher aufgerichtet war als in der Passage, gab es ungleiche Tritte, der versammelte Schritt war nicht immer im Takt, aus der zweiten Piaffe kam der Wallach nicht heraus und vorm Angaloppieren hüpfte er hinten beidbeinig, bevor er in den Galopp fand. Die Richter ließen aber keine Chance aus, dem Paar für fehlerfreie, aber wenig glanzvoll ausgeführte Lektionen Noten im Bereich um 7,5 zu geben. Die Galopppirouette rechts war auf kleinstem Kreis, aber deutlich beidbeinig gestemmt statt gesprungen (7,2). Sieben Tritte in der Piaffe vor dem Abschluss – es ist nicht zu viel zu sagen, dass man in einem ländlichen Grand Prix in Deutschland mit solch einer Leistung kaum 65 Prozent bekommen hätte. 69,369 Prozent vorläufig.

14.33 Uhr

Jorinde Verwimp aus Belgien zählt zu den wenigen Reitern, die noch bei Sjef Janssen, dem Ehemann von Anky van Grunsven und belgischen Nationalcoach, trainieren. Sie war aber bemüht, die Nase ihres Wallachs Tiamo vor der Senkrechten zu behalten. Immer wieder einmal streute der Wallach zwei, drei passageartige Tritte in den versammelten Trab ein. Der starke Schritt war vom ersten Schritt an losgelassen, schreitend und mit lnagen hLas (7,3). In den Piaffen klebte das Pferd aber am Boden, Bewertungen um die 64 Prozent dafür. Die Galoppwechsel zu zwei Sprüngen wurden Galopphüpfer, weil der Wallach nicht reagierte, die 15 Einerwechsel sprang er, wenn auch deutlich gespannt Auch im starken Galopp sprang Tiamo an einer Stelle um, wo das nicht gefragt war. Zum Schluss eine gute Passage, aber in der dritten Piaffe senkte sich das Genick um gefühlte 20 Zentimeter ab. 69,440 Prozent, vorläufig

 

14.24 Uhr

Ein Pferd, das man definitiv auf der Liste haben muss, ist der KWPN-Hengst Cennin v. Vivaldi-Donnerhall. Unter seiner Reiterin Madeleine Witte-Vrees hatte es beim Grand Prix viele, teure Abstimmungsprobleme gegeben. Für den starken Trab gab es zum Auftakt schon eine knappe Acht (7,9), die Traversalen waren laufend. Der Hengst ging in guter Silhouette, man wünschte sich etwas mehr Aktion in der Hinterhand, in der Passage fußt der Dunkelfuchs kaum ab, altersbedingt sicherlich ein Kraftproblem, aber im starken Trab wäre manchmal noch etwas mehr Übertritt prima. Sehr gute Schritttour und die beiden ersten Piaffen technisch, alles was mit den Beinen passiert, gut, nur dass das Genick absackte. Grober Patzer danach beim Angaloppieren aus der Passage: Cennin zeigte Linksgalopp, auf der rechten Hand … In den Zweierwechseln kam die Nase leicht hinter die Senkrechte, aber in den 15 Einwechseln keine Spur davon. Die waren spitze: Flüssig, bergauf, ausdrucksstark (8,6)! Die zweite Galopppirouette war etwas groß angelegt. Spannend, wie sich dieses Paar bis zu den Weltmeisterschaften nächstes Jahr im September in Tryon weiterentwickeln wird! 74,635 Prozent, vorläufig.

14.15 Uhr

Der nächste Brite, Emile Faurie mit Lollipop v. Lord Sinclair, punktete im starken Trab und den Passagen, bei denen der Braune allerdings nicht immer ganz ruhig im Schweif blieb, und er verlor in den Trabtraversalen (Faktor 2, siehe unten!) Punkte, weil jedwede Kadenz ausblieb. Auch der starke Schritt (6,4) drückte den Notendurchschnitt. Der Übergang zwischen Piaffe und Passage war holperig, die zweite Piaffe mit viel Energie am Platz ausgeführt (7,5). Nach zwei Dritteln der Prüfung und verpatzten Zweierwechseln rangierte das Paar bei 71,167 Prozent. Die 15 fliegenden Galoppwechsel von Sprung zu Sprung waren gut (7,5), vor der Linkspirouette fiel der Wallach aus und die folgenden neun Einerwechsel misslangen ebenfalls, hohe Kruppe, nicht auf die Hilfen, die deutliche genug waren, reagiert. Die letzte Piaffe mit zwei Tritten nach vorn, sonst aber hoch und energisch abfußenden Tritten. 70,986 Prozent, vorläufig.

14.07 Uhr

Der Niederländer Patrick van der Meer mit dem Fuchswallach Zippo, eine der vielen nachgerückten Kombinationen im niederländischen Team, gehören nicht zu der Sorte Pferde, die einen sprachlos machen. Der KWPN-Wallach machte einen ordentlichen Job, zu den Highlights zählten die neun Zweierwechsel, aber in den folgenden 15 Einerwechseln gab es einen Fehler. Die letzte Mittellinie mit Passagen und einer leicht im Vorwärts gezeigten Piaffe waren ein guter Abschluss. 71,303 Prozent.

14.00 Uhr

Voll rehabilitiert nach dem schlechten Auftakt im Grand Prix, als die gesamte Galopptour misslang,  hat sich der Brite Spencer Wilton mit Supa Nova II. Lange Zeit stand die Wertung für den De Niro-Sohn bei hohen 78 Prozent (bis 78,857 Prozent!). Auch nach der Schritttour waren es noch mehr als 76 Prozent, also alles gut bis zur ersten Galopppirouette, die war nicht im Rhythmus und zu groß (6,7) und dann danach sprang der hünenhafte Hannoveraner Wallach die ersten der neun geforderte fliegenden Galoppwechsel von Sprung zu Sprung hinten zunächst gar nicht (4,7). 76,078 Prozent.

13.45 Uhr

Was bisher geschah:

Nach  dem ersten Drittel führt die Dänin Agnete Kirk Thinggaard/Jojo AZ (72,941) vor der Schwedin Rose Mathisen/Zuidenwind (72,381) und Belinda Weinbauer aus Österreich mit Söhnlein Brillant MJ (71,695). Die Schweizerin Anna Mengia Aerne und Raffaelo v. Bene wurden nach der Prüfung disqualifiziert. Beim Gebisscheck wird ja auch an der Flanke geschaut, ob das Pferd dort eventuell blutet. Dabei nahm die Reiterin den Schenkel soweit zurück, dass er die Schabracke zur Seite schob. Dort oben, aber nicht unterhalb des Sattels, war der Schimmel vor zwei Wochen gebissen worden und die Schabracke hatte auf der verheilten, aber noch nicht ganz abgeheilten Wunde gescheuert und es hatte etwas geblutet.

 

Um 13.45 Uhr starten wir unseren Live-Ticker von der Einzelwertung der Dressurreiter bei den Europameisterschaften in Göteborg, dem Grand Prix Special.

Ein paar Dinge vorweg, Dressurenthusiasten werden das wissen. Aber nur nochmal für den Hinterkopf.


36 Lektionen sind gefordert

Mit dem Faktor 2 gehen folgende Lektionen in die Wertung ein:

  • ganze Trabtraversalen (nach rechts und links, gleich zu Beginn der Aufgabe)
  • starker und versammelter Schritt
  • insgesamt drei Piaffen (hier die Besonderheit, dass die erste Piaffe aus dem versammelten Schritt beim Punkt G vor den Richtern an der kurzen Seite gefordert ist)
  • zwei Galopppirouetten (links und rechts)
  • die vier Schlussnoten
    • Reinheit der Grundgangarten
    • Schwung und Elastizität (inkl. Rückentätigkeit und Hinterhandsaktivität)
    • Durchlässigkeit (u.a. Geraderichten, Anlehnung, Zufriedenheit, Harmonie)
    • Sitz und Einwirkung des Reiters
  • 510 Punkte sind maximal zu erreichen

Das erste Drittel der Aufgabe besteht nur aus Trab und Passage, hier führen häufig Pferde, die dann im weiteren Verlauf ihren hohen Anfangs-Notendurchschnitt nicht halten können.


Die Prüfung hatte um 11.45 Uhr begonnen, die besten 30 Reiter aus dem Grand Prix, in dem die Mannschafts-Europameister bestimmt wurden, waren zugelassen.

Erste deutsche Starterin wird Dorothee Schneider mit Sammy Davis jr. um 16.15 Uhr sein,  Helen Langehanenberg ist um 16.35 Uhr dran, direkt danach starten Isabell Werth und Weihegold  um 16.45 Uhr. Es folgen Cathrine Dufour (DEN) mit Atteruppaards Cassidy (16.55 Uhr), Sönke Rothenberger und Cosmo (17.05 Uhr) bevor der Brite Carl Hester mit Nip Tuck um 17.15 Uhr das Feld beschließt.

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