Oldenburg: Die beiden letzten Louisdor-Preis Tickets, Sammys Tanz und Gerrit Niebergs Triumph im Parcours

Daniel Bachmann Andersen MArshall-Bell

Daniel Bachmann Andersen und Marshall-Bell sind beim Louisdor-Preis Finale 2020 dabei. (© Frieler)

Der Samstag in Oldenburg brachte zwei Entscheidungen in der Dressur mit sich – die, welche zwei Paare die letzten Tickets für das Louisdor-Preis Finale in Frankfurt holen und die in der Grand Prix-Kür. Und gesprungen wurde auch. Die Ergebnisse.

Acht Jahre jung ist Daniel Bachmann Andersens neuer Star im Stall, der Michellino-Sohn Marshall-Bell. Auf dem Fuchs ruhen nun die Hoffnungen des Dänen, der sich ja Anfang des Jahres vom Gestüt Blue Hors getrennt hatte und in die Selbstständigkeit gewechselt war – wissend, dass er ohne Zack, Zepter & Co. seinen Traum von Olympia damit sehr wahrscheinlich vorerst würde begraben müssen. Aber in Marshall-Bell hat er nun vielleicht ein Pferd, das ihn auch nach Paris 2024 begleiten könnte.

Als die beiden die Intermédiaire II, die Qualifikation zur heutigen Louisdor-Preis Etappe, für sich entschieden, sagte Daniel Bachmann Andersen Marshall-Bell wäre eigentlich ein Kandidat für den Nürnberger Burg-Pokal, aber wegen seines überragenden Talents für Piaffe und Passage habe er sich entschieden, ihn direkt im Louisdor-Preis zu präsentieren. Die Rechnung ging auf. Mit 74,767 Prozent und Platz eins von allen Richtern holten die beiden das Ticket für das Finale in Frankfurt. Das muss jetzt nur noch stattfinden.

Die erst 26-jährige Katharina Hemmer, Schülerin von Hubertus Schmidt hatte sich schon in Verden mit feinem Reiten auf der neunjährigen Sandro Hit-Tochter Signorina qualifiziert. Heute kam sie auf 71,512 Prozent und wurde Zweite.

Glück für den zehnjährigen Gribaldi-Sohn Grey Flanell vom Gestüt Bonhomme und Lena Waldmann. Mit 70,186 Prozent wurden sie Dritte, da Hemmer und Signorina aber schon „gebucht“ sind, darf sich auch dieses Paar auf das Finale freuen. Ihren zweiten Bonhomme-Hengst, den Hannoveraner Cadeau Noir v. Christ, im letzten Jahr noch Burg-Pokal Dritter, ritt Waldmann auf Rang sechs (68,953).

Sammy Davis Jr. tanzt wieder

Frieler

Dorothee Schneider und Sammy Davis Jr. (© Frieler)

Corona-bedingt waren die Auftritte von Dorothee Schneiders WM-Pferd, dem 14-jährigen Bayern Sammy Davis Jr., dieses Jahr rar gesät. In Oldenburg meldete sich der schwarze Beau nun zurück, war Freitag Zweiter im Grand Prix und sicherte sich heute überlegen die Kür: 80,210 Prozent, fast vier Prozent mehr als der Rest des Feldes.

Der wurde angeführt von dem niederländischen Championatspaar Madeleine Witte-Vrees und Cennin. Der KWPN-Hengst v. Vivaldi wurde mit 76,725 Prozent bedacht.

Mit vier von sieben Paaren waren die Japaner die dominierende Nation dieser Prüfung. Sie bereiten sich auf die Olympischen Spiele im eigenen Land vor und haben dafür in Europa Pferde eingekauft. So sitzt Kazuki Sado nun im Sattel des Oldenburger Hengstes Ludwig Der Sonnenkönig v. London Swing, der zuvor Helgstrand-Stallreiterin Victoria E. Vallentin durch die U25-Zeit begleitet hatte. Kazuki Sado reitet ihn seit September 2019. Heute feierten sie ihre erste Top drei Platzierung dank einer 73,035 Prozent-Runde, was zugleich eine neue persönliche Bestleistung ist.

Ein noch erfahreneres Pferd hat Sados Kollegin Akane Kuroki mit dem 16-jährigen KWPN-Hengst Zuidenwind unter dem Sattel. der OO-Seven-Sohn hatte zuvor die Schwedin Rose Mathisen jahrelang begleitet, unter anderem zur EM 2017, wo es Bronze mit dem Team gab. Mit Akane Kuroki hatte er Anfang des Jahres in Wellington schon einen Grand Prix gewinnen können. Heute wurde es Rang vier (71,920).

Zwei, die sich schon gut zwei Jahre kennen, sind hingegen Hiryuki Kitahara und der dänische Hotline-Sohn Huracan. Seine ersten Grand Prix-Prüfungen ging der heute zwölfjährige Wallach unter dem Grand Prix-Sieger von gestern, Henri Ruoste. Danach stieg Hiroyuki Kitahara in den Sattel und gewann mit ihm unter anderem 2019 die Kür in Cappeln. Die gelbe Schleife wurde es heute nicht. Mit 70,515 Prozent wurde es Rang fünf.

Dahinter reihte sich die ehemalige Deutsche Bank Reitsport-Akademistin Ninja Rathjens auf ihrem Hannoveraner Schimmel Emilio ein, mit dem sie 2017 zur siegreichen U25 EM-Mannschaft gehört hatte (69,815).

Das vierte japanische Paar, Yoshie Ota mit dem Westfalen Ribery, endete mit 64,245 Prozent heute auf dem letzten Platz. Der 16-jährige Ribery v. Rubels ist übrigens auch ein ehemaliges U25-Pferd. Damals wurde er von Michelle Budde vorgestellt.

Hauptspringen an Gerrit Nieberg

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Gerrit Nieberg und Ben (© Frieler)

Das einzige Springen der Großen Tour heute war als S** ausgeschrieben und ging über 1,45 Meter mit Stechen. Hier waren es Gerrit Nieberg und sein elfjähriger Westfale Ben v. Sylvain, die der Konkurrenz die Eisen zeigten – allerdings war es knapp.

Schon gestern waren es jeweils nur hundertstel Sekunden gewesen, die die Top-Paare im Hauptspringen voneinander trennten. Zumindest an der Spitze war das heute nicht anders. Nieberg nahm seinem Verfolger exakt vier hundertstel Sekunden ab.

Besagter Verfolger war Philip Rüping, Bereiter im Stall Schockemöhle, auf der westfälischen Congress-Tochter Coco Chanel. 35,19 Sekunden zu 35,23 Sekunden.

Auf Platz drei gab es ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten: dem BWP-Wallach Hector van D’Abdijhoeve. Der 13-jährige Cabrio van de Heffinck-Sohn hatte in seinem Leben schon einige Reiter. Thomas O’Brien brachte ihn in den Sport, gab ihn dann kurzzeitig an seinen irischen Landsmann Jack Dodd ab, ehe mit Bertram Allen ein weiterer Ire die Zügel übernahm. Unter ihm ging Hector bei der EM 2017 in Göteborg, wo Irland Europameister wurde – Hector und Allen allerdings Streichergebnis waren.

2018/2019 übernahm mit Denis Lynch wieder ein Ire den Beritt. Danach ging Hector einige Turniere mit der Schweizerin Nadja Peter Steiner, Patrick Lam (HKG) stellte ihn einmal vor, und nun sitzt mit Laurens Houben ein Belgier im Sattel. Der noch nicht ganz 25-Jährige feierte heute als Dritter (36,90 Sekunden) seinen bislang größten Erfolg mit Hector.

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