Olympia-Aus für Österreichs Victoria Max-Theurer und Abegglen

TOKYO – Olympische Spiele / Olympic Games 2021

Victoria Max-Theurer und Abegglen, Stadiontraining, Olympia Tokio 2021 (© sportfotos-lafrentz.de)

Weiterer prominenter Ausfall: Auch die Österreicherin Victoria Max-Theurer und der Westfale Abegglen werden nicht im Dressurviereck der Olympischen Spiele in Tokio zu erleben sein.

Die Österreicherin Victoria Max-Theurer kann heute nicht am Grand Prix der Olympischen Spiele in Tokio teilnehmen. Ihr Westfale Abegglen hatte sich beim gestrigen Abschlusstraining nicht so gezeigt wie von ihm gewohnt. Nach einem „für ihn völlig untypischen Verhalten“ wurde das Training beendet, heißt es aus Kreisen der österreichischen Delegation.

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Tierärzte untersuchten den Elfjährigen sofort. Während im Olympiastadion die Eröffnungsfeier stattfand, wurde Abegglen noch am Abend im medizinischen Bereich des Equestrian Parks geröntgt. Dabei stießen die Tierärzte auf einen akuten Zahnspitzenwurzel-Abszess an einem Backenzahn. „Diese Diagnose führte in Abstimmung mit der Vetkommission dazu, dass ein Start am heutigen Tag nicht möglich ist. Abegglen bekommt sofort die nötige medizinische Versorgung vor Ort“, heißt es aus Österreich.

Untersuchungen nach der Rückkehr des Westfalen entscheiden dann über die weiteren Schritte. Bereits beim zweiten Stadiontraining hatte der Ampere-Sohn sich mehrfach frei gemacht. Vermutlich hatte sich schon hier der erste Zahnschmerz angekündigt.

Doppelt bitter: Team geplatzt

Nicht nur für Victoria Max-Theurer, für die Tokio bereits ihre fünften Olympischen Spiele sind, ist der Ausfall bitter. Auch das Dressur-Team aus dem Alpenstaat ist geplatzt. Österreich hatte entschieden, keinem Ersatzpferd die weite Reise nach Japan zumuten zu wollen. Allerdings hätte nach dem Reglement so oder so kein Ersatz mehr einspringen können, da die akute Verletzung nach dem gestrigen Vetcheck aufgetreten ist. Nach dieser Überprüfung der Pferde durch Tierarzt und Chefrichterin müssen die endgültigen Nennungen seitens der Federationen abgegeben werden. Eine Änderung ist dann nicht mehr möglich. „So wollen es die Regeln“, erläutert es eine sichtlich enttäuschte Equipechefin Ursula Barth.

Für Österreich gehen heute als Einzelreiter Christian Schumach mit Te Quiero v. Totilas und Florian Bacher mit Fidertraum v. Fidertanz im Grand Prix an den Start.

Abegglen war auf dem aufsteigenden Ast. Der von Marcus Hermes bis Grand Prix ausgebildete Ampere-Sohn hatte bereits mehrfach Ergebnisse von über 75 Prozent in internationalen Prüfungen erzielt und zählte bei stark besetzten Horses & Dreams in Hagen zu den Platzierten. Beim Turnier in Achleiten hatten Victoria Max-Theurer und Abbeglen vor wenigen Wochen erstmals eine Kür präsentiert und auf Anhieb mehr als 83 Prozent für das clever choreographierte Programm erhalten.