‚s-Hertogenbosch: Minderhoud und Flirt vor Werth und Emilio

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Hans Peter Minderhoud und Flirt, Sieger der Weltcup-Etappe von 's-Hertogenbosch 2017. (© Facebook Indoor Brabant)

Zum ersten Mal seit November musste Isabell Werth sich heute in ‚s-Hertogenbosch in der letzten Qualifikation vor dem Weltcup-Finale geschlagen geben.

Wahrscheinlich war es der Schnitzer gleich im ersten Drittel ihrer Kür heute in ‚s-Hertogenbosch, der Isabell Werth und ihren Westfalen Emilio v. Ehrenpreis heute den Sieg kostete. Der Plan war eigentlich starker Trab, aber Emilio wollte wohl ein bisschen viel und galoppierte an. Das war umso ärgerlicher als da der Wallach den Rest seiner äußerst schwierigen Kür zu Beethoven- und u.a. Puccini-Klängen praktisch fehlerfrei zu Ende brachte. Einzig in den Zweierwechseln verhaspelte er sich noch einmal und sprang hinten einen Wechsel nicht mit. Aber Piaffe, Passagen, Übergänge und Pirouetten waren Weltklasse. 83,30 Prozent zeigte die Anzeigentafel an. Das war zunächst die Führung.

Sieg für den Titelverteidiger

Aber dann kamen die beiden Weltcup-Titelverteidiger, Hans Peter Minderhoud und der nun 16-jährige in der Schweiz gezogene Florestan-Sohn Flirt. Die beiden hatten eine Sternstunde. Ja, der Fuchs ist immer zu eng. Dennoch gibt er sein Allerbestes, um es so gut wie möglich zu machen und das gelingt ihm in der Regel auch. Zum Beispiel mit absolut taktmäßiger Piaffe-Passagearbeit, klar voneinander abgesetzen Passage- und Trabtraversalen und einer sehr guten Schritttour. Nicht zu stören scheint die Richter, dass der Wallach besonders vor den Linkspirouetten regelmäßig mit beiden Hinterbeinen gleichzeitig auffußt. Da gibt es trotzdem Noten zwischen 7,0 und 8,5. Nach rechts ist es besser aber auch noch nicht ganz durchgesprungen. Aber „Flirty“ leistete sich ansonsten keinen einzigen wirklich falschen Tritt und die gesamte Kür ist hervorragend auf die Kür abgestimmt bzw. umgekehrt. So wurden es 84,890 Prozent für die beiden Champions vom Vorjahr, die ja als solche ohnehin schon für Omaha gesetzt sind.

Zaire auf dem Vormarsch

Es scheint, als sei der Knoten bei Jessica von Bredow-Werndls leichtfüßiger KWPN-Stute Zaire geplatzt. Die gesamte Hallensaison über haderte die zwölfjährige Son De Niro-Tochter mit ihren Nerven. Aber schon gestern im Grand Prix in den Brabanthallen von ‚s-Hertogenbosch zeigte sie sich von ihrer allerbesten Seite. Und so war es auch heute in der Kür. Ganz konzentriert und bei ihrer Reiterin, aber dennoch ausdrucksstark tanzte sie von Lektion zu Lektion. Wenn Zaire gut geht, bieten sie und ihre Reiterin ein Bild voller Harmonie. Die Anlehnung ist mustergültig, ganz das nach klassischen Grundsätzen sorgfältig ausgebildete Pferd. Highlight sind die metronomisch gleichmäßigen Passagen, Zick-Zack-Traversalen, in denen die Reiterin sogar zum kurz Überstreichen kommt, rhythmische Piaffen und vieles mehr. Was noch besser werden muss, sind die Fliegenden Wechsel von Sprung zu Sprung. Da wird Zaire noch etwas hektisch und die Erhabenheit geht verloren. Das änderte aber nichts an dem tollen Gesamteindruck, den die beiden in ‚s-Hertogenbosch hinterließen und der den Richtern 80,265 Prozent wert war. Man sah der Reiterin die Freude über den gelungenen Auftritt an. Und auch Zaire ließ den tosenden Applaus mit einem Gesichtsausdruck über sich ergehen als wollte sie sagen, „ich weiß, ich habe das gut gemacht“.

Schade eigentlich, dass dies das vorerst letzte Turnier für die Stute ist. Nach Omaha will Jessica von Bredow-Werndl ihren erfahreneren Unee BB mitnehmen. Und danach verabschiedet sie sich erst einmal in die Babypause. Aber in der kommenden Saison darf man gespannt sein, wie Zaire sich weiter entwickelt!

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

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