’s-Hertogenbosch: Werths nächster Streich

Emilios Paradelektion, die Piaffe. Darauf gab es auch heute wieder „sehr gute“ Noten.

Isabell Werth und Emilio auf dem Schindlhof in Fritzens, Österreich. Auch sie wird dort dieses Jahr wieder am Start sein. (© Schreiner)

Mit genau 80 Prozent siegte die seit November ungeschlagene Isabell Werth auch im Grand Prix der letzten Weltcup-Etappe von ’s-Hertogenbosch, Niederlande.

Genau zweimal musste Isabell Werth seit den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro die Konkurrenz an sich vorbeiziehen lassen. Einmal mit El Santo im Grand Prix auf Mallorca und einmal mit Don Johnson bei der ersten Prüfung nach dessen Verletzungspause in Maastricht am 12. November. Alle anderen Prüfungen hat die erfolgreichste Dressurreiterin aller Zeiten unangefochten für sich entschieden. Mit drei verschiedenen Pferden und die meisten mit über 80 Prozent.

Genau 8o Prozent wurden es nach Ergebniskorrektur nach oben nun in ’s-Hertogenbosch. Zur letzten Weltcup-Etappe vor dem Finale in Omaha (USA) hatte sie noch einmal den Westfalen Emilio v. Ehrenpreis mitgenommen. Der lieferte wie immer eine Piaffe-Passage-Tour, die in weiten Teilen mindestens „Sehr gut“ war und entsprechend benotet wurden. Für die erste und die letzte Piaffe auf der Mittellinie gab es sogar jeweils einmal die 10,0. Dem gegenüber standen eine mäßige Ganze Parade und ein nicht diagonales Rückwärtsrichten. Beim Angaloppieren nach der Passage schüttelte Emilio einmal mit dem Kopf. Insgesamt wirkte der Wallach in der Galopptour etwas unter Spannung, wodurch er z.B. vor den Einerwechseln hinten schon einmal umsprang. Ein echtes Highlight war dann aber wieder die zweite Pirouette, gefolgt von der letzten Trabsequenz.

Minderhoud Zweiter

Platz zwei ging an die Weltcup-Titelverteidiger, Hans Peter Minderhoud und seinen Schweizer Florestan-Sohn Flirt mit 77,020 Prozent. Der Fuchs begann schwungvoll und frisch, wenngleich auch mit den altbekannten Lastern der zu engen Halsung. Leider ging jeweils vor den Pirouetten die Aktivität der Hinterhand nahezu völlig verloren. Der Wallach galoppierte hinten für kurze Zeit quasi beidbeinig. Aber alles in allem war es eine gewohnt sichere Runde des Paares.

Tolle Zaire

Eine sichere Vorstellung lieferten Jessica von Bredow-Werndl und ihre zwölfjährige Son De Niro-Tochter Zaire. Bei den letzten Prüfungen hatte die KWPN-Stute mitunter stark unter Strom gestanden. Heute war sie locker und konzentriert. Highlights waren z.B. die Passagen und der versammelte Schritt. Leider sprang die Stute den ersten Wechsel der Zweier etwas kurz. Der Rest gelang gut, aber etwas schwankend. Die Einerwechsel waren sicher durchgesprungen, aber noch etwas hektisch. Alles in allem gab es 75,50 Prozent für den letzten Grand Prix der Stute, ehe ihre Reiterin in Babypause geht. Zum Weltcup-Finale nach Omaha will sie noch den erfahreneren Unee mitnehmen.

Auch Rang vier war deutsch besetzt, diesmal mit Fabienne Lütkemeier und D’Agostino. Der De Niro-Sohn kam heute mit 74,180 Prozent aus dem Viereck und landete damit vor Judy Reynolds (IRL) auf Vancouver auf Platz fünf (73,640).

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

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