WM 2018: Deutschland führt nach erstem Dressurtag, Dorothee Schneider Dritte

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Dorothee Schneider und Sammy Davis jr., Weltmeisterschaft Tryon 2018 (© Pauline von Hardenberg)

Deutschland vor Schweden und den USA – so lautet die Reihenfolge nachdem zwei von vier Mannschaftsreitern den Grand Prix bestritten haben. Damit führt Deutschland bei der Weltmeisterschaft. Im individuellen Ranking steht Jessica von Bredow-Werndl bei ihrem WM-Debüt als Führende fest. Dorothee Schneider ist Dritte.

Das Stadion war schon gefüllter als noch am Vormittag als Jessica von Bredow-Werndl die deutsche Mannschaft mit 76,677 Prozent in Führung gebracht hatte. Dorothee Schneider und der Bayer Sammy Davis jr. begannen souverän. Halten, grüßen: 7,7, Links- und Rechtstraversale im hohen Siebener-Bereich. Auch das Rückwärtsrichten sicher. Sammy hatte allerdings etwas offen gestanden. Starker Trab, Passage – alles nach Plan. In der ersten Piaffe kam es dann zu einem deutlichen Taktfehler. Teuer! Wackelt nun das Ziel? Gold für Deutschland? „Das muss man abhaken, nur kurz überlegen, was man anders machen muss“, sagt Dorothee Schneider. Offensichtlich wusste die erfahrene Ausbilderin aus Framersheim das genau. „Da muss ich mich halt noch mehr auf den Hintern setzen, damit er vor mir bleibt.“

Pauline von Hardenberg

Dorothee Schneider und Sammy Davis jr., Grand Prix, WM 2018 Tryon (© Pauline von Hardenberg)

Genau das blieb der San Remo-Sohn und zeigte eine der besten Galopptouren, die das Pferd in dieser Saison im Viereck präsentiert hat. Keine Spur von Unsicherheit in den Serienwechseln, die in Aachen noch nicht funktioniert hatten – ob mit oder ohne Nachhilfe seitens eines Langohr-Nagers. Ohne Störung im Viereck und mit einer tänzerisch leichten Schlusslinie für deren Piaffe Bundestrainerin Monica Theodorescu lobende Worte fand – wie auch für alle Galopplektionen – beendete das Paar die Prüfung knapp oberhalb der 75-Prozent-Marke, 75,062 Prozent. Und mit dem guten Gefühl, „dass sich die Pirouetten nochmal deutlich verbessert haben.“

Dorothee Schneider Dritte nach Tag 1

Eine kleine Überraschung war die Runde der Schwedin Juliette Ramel mit Buriel. Direkt nach Schneider am Start, ging der braune Wallach eine sichere Runde. Von der schwedischen Richterin Annette Fransen Iacobaeus auf Platz eins (76,957), von der deutschen Chefrichterin Katrina Wüst auf Platz vier (74,891) gesehen. Schneider wurde von vier der beim Championat sieben Richter an dritter und von zwei an Position zwei einrangiert. Nur der Brite Andrew Gardener sah sie auf Platz fünf.

In der Mannschaftswertung liegen die Deutschen mit 151,739 Punkten vor den USA. Die Gastgeber (148,385) liegen ganz knapp vor den Schweden (148,354). Vierte sind die Briten.

Das wird noch spannend.

… sagt Bundestrainerin Monica Theodorescu und zieht ein positives Fazit. Sie weiß aber auch, dass morgen die Karten noch einmal neu gemischt werden. Bei den Briten lauern Carl Hester und Charlotte Dujardin mit ihren neuen Pferden Delicato und Freestyle, die USA haben Katy Perry Glass mit Dublet und Laura Graves mit Verdades. Dazu sind nun auch die Schweden noch auf dem Plan zu haben, die mit Therese Nilshagen und Dante Weltino und dem erfahrenen Patrik Kittel und Well Done ihre zwei stärksten Paare für Tag zwei aufgehoben haben.

Die US-Amerikanerin Adrian Lyle konnte mit Salvino nicht ganz an die Leistungen von Aachen anknüpfen. Der Sandro Hit-Sohn kam schlecht in die zweite Piaffe. Alle Piaffen waren leicht schwankend. Am Ende der Zickzack-Traversale war der letzte fliegende Wechsel nicht durchgesprungen. Die Galopppirouetten fehlte es an Erhabenheit. 74,860 Prozent standen für den Hannoveraner Rappen schlussendlich auf der Anzeigetafel, Platz vier.

An sechster Stelle rangiert der beste Niederländer, Hans Peter Minderhoud. Der schicke Rapphengst Dream Boy v. Vivaldi erwischte einen ordentlichen Platzregen. Der hatte sich durch drückende Schwüle schon bei Dorothee Schneiders Grand Prix bei strahlender Sonne angekündigt. „Sammy hat ganz schön gepumpt nach dem Ritt“. Dem noch jungen Dream Boy, zehn Jahre ist der Deckhengst alt, fehlte der Abdruck in der Passage. In den Piaffen war er nicht immer in Balance. Mitunter zeigte das Sprunggelenk tendenziell hinten, statt unter den Körper beim Piaffieren. Fehler in den Zweiernwechseln drückten die Note zusätzlich, wie auch die nicht immer stete Anlehnung, 73,509 Prozent.

Die 30 besten Paare qualifizieren sich für den Grand Prix Special, erst in der Kür greift die Regel, wonach nur drei Paare pro Nation an den Start gehen dürfen. Morgen entscheidet sich die Mannschaftsweltmeisterschaft. Sönke Rothenberger und Cosmo werden um 11.50 Uhr (17.50 Uhr/D) , Isabell Werth und Bella Rose um 16.39 Uhr (22.39 Uhr/D) im Viereck erwartet.

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