Distanz-Phantomrennen: Lord Stevens soll die Sache untersuchen

Der Weltreiterverband FEI hat Lord Stevens engagiert – den ehemaligen Chef der Metropolitan Police in London, auch bekannt als Scotland Yard – um mit seinem Unternehmen Quest die jüngsten Vorwürfe im Skandalsport Distanz zu untersuchen.

Stevens soll herausfinden, was es auf sich hat mit den „Phantomrennen“, die es jüngst gegeben zu haben scheint. Das sind Distanzwettbewerbe, die zwar in den Ergebnislisten des Weltreiterverbands zu finden sind, die aber anscheinend nie gelaufen wurden. Die britische Journalistin Pippa Cuckson vom „Telegraph“ hatte zunächst entdeckt, dass die Ergebnisse zweier Qualifikationsrennen haargenau mit denen anderer Rennen übereinstimmen inklusive Zwischenzeiten usw. Das legt den Verdacht nahe, dass die Ergebnislisten einfach kopiert wurden. Inzwischen ist klar, dass es sich um zehn solcher „Phantomrennen“ handeln muss. Wenn sich das als wahr erweist, wäre das ein Riesenskandal. Die FN der Vereinigten Arabischen Emirate, die dafür vernatworlich ist, die Ergebnisse der Rennen in ihrem Land in die Datenbank der FEI einzupflegen, müsste sich erklären. Unter den Pferden, die angeblich in jenen Betrugsrennen liefen, sind auch welche aus den Ställen der Herrscher von Dubai und Abu Dhabi.

Indem solche Phantomrennen öffentlich gemacht werden, kann man die Qualifikation für wichtigere Rennen erwirken, für die die Pferde und Reiter ihre Fitness zuvor unter Beweis gestellt haben müssen. Der Weltreiterverband hatte sich zu den Vorwürfen zunächst nicht äußern wollen, gab jetzt aber bekannt, Quest mit der Untersuchung der Angelegenheit betraut zu haben. Lord Stevens und sein Team waren auch schon involviert gewesen, als es darum ging, die Dopingfälle bei den Olympischen Spielen 2008 in Hongkong aufzuarbeiten.

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