Fahren: Niederländischer Nationenpreis-Sieg

Bester Deutscher: Michael Brauchle

Aachen Soers 19.07.2014 CHIO Fahren Viersp‰nner (Marathon/Gel‰ndep¸fung): Michael Brauchle (GER) Foto: Julia Rau Am Schinnergraben 57 55129 Mainz Tel.: 06131-507751 Mobil: 0171-9517199 R¸sselsheimer Volksbank BLZ 500 930 00 Kto.: 6514006 Es gelten ausschliesslich meine Allgemeinen Gesch‰ftsbedingungen (© Julia Rau)

Die Niederländer sind im Fahren derzeit offensichtlich unschlagbar. Zum achten Mal in Folge gewannen sie auch 2014 den Nationenpreis in Aachen. Ijsbrand Chardon, Koos de Ronde und Theo Timmermann ließen nach drei Teilprüfungen die Konkurrenz deutlich hinter sich und gewannen die wertvolle Trophäe mit 292,85 Punkten. Die Hoffnung der deutschen Mannschaft ihnen in Aachen das Siegen schwerer zu machen erfüllte sich nicht. Im Gegenteil: Sie mussten in der Siegerehrung noch den Ungarn den Vortritt lassen, die vor allem durch die starke Geländefahrten in der Mannschaftswertung den zweiten Platz belegten (309,82). József Dobrowitz, József Dobrowitz jun. und Zoltán Lázár setzen schon mal Zeichen in Richtung Weltmeisterschaft in der Normandie im September.

Zu gern hätten das auch Mareike Harm, Christoph Sandmann und Georg von Stein für das deutsche Team getan (312,36), in Summe blieben sie nicht nur in der Gesamtleistung, sondern auch in den Einzelergebnissen weit hinter den Erwartungen zurück. Mareike Harm enttäuschte in der Dressurprüfung, erhofft war ein besseres Ergebnis als das der Männer, tatsächlich lieferte sie das Streichergebnis. Nach mäßigem Abschneiden im Marathon freute sie sich über einen Kegelparcours in dem lediglich Zeitstrafpunkte (2,12) zu Buche schlugen, achter Platz. In Georg von Steins Gespann war es ein junges Pferd, das in Aachen seine große Chance bekommen sollte. Das klappte auch in der Dressur, brachte dann aber Probleme mit sich. Wohl doch noch nicht reif für diesen anspruchsvollen Wettbewerb, verursachte Donald Duck Abstimmungsprobleme im Marathon und verhinderte eine bessere Platzierung. Im Kegelfahren fiel ausgerechnet am letzten Hindernis ein Ball, aus der Traum vom Stechen. Der zehnte Platz milderte bestenfalls die Enttäuschung. Christoph Sandmann, eigentlich immer eine feste Bank im deutschen Team, kam in Aachen auch nicht so recht in Fahrt. Noch im grünen Bereich seine Leistung im Dressurviereck, im Gelände eher schaumgebremst. Anders als vor zwei Wochen beim Hausturnier in Lähden und der Verteidigung des Titels Deutscher Meister zogen seine Pferde in der Soers nicht richtig durch. Das gipfelte in einer ungewohnt schlechten Leistung im Kegelparcours, in dem er das Streichergebnis für die deutsche Mannschaft lieferte.

Bester deutscher Fahrer war am Sonntag einmal mehr Michael Brauchle, der als Einzelfahrer an den Start gegangen war. Nur zwei Gespanne erreichten das Stechen, in dem sich Brauchle (93,01 Sekunden) dem Franzosen Benjamin Aillaud geschlagen geben musste (91,85). Letzterer hatte schon das Kegelfahren am Freitag für sich entschieden, machte in Aachen nachdrücklich darauf aufmerksam, dass ab jetzt auch mit den Franzosen im Fahrsport zu rechnen ist. Rechtzeitig vor den Weltreiterspielen im eigenen Land rüsten die Franzosen auf, waren zwischenzeitlich sogar der deutschen Mannschaft bedrohlich nahe.

Eine Analyse der Leistungen der deutschen Fahrer erfolgte schon in Aachen. Natürlich auch die Überlegung was wäre gewesen wenn – wenn zum Beispiel Michael Brauchle in der Mannschaft gewesen wäre, hat er doch mit seinen beiden zweiten Plätzen im Marathon und im Kegelfahren tolle Leistungen geliefert. Bundestrainer Karl-Heinz Geiger ist froh, dass er in zwei Wochen in Riesenbeck noch einmal Gelegenheit bekommt, die Gespanne im Wettkampf zu beobachten und erst danach die endgültige Benennung der Mannschaft für die Weltreiterspiele vornehmen muss. Bis dahin wird er zu Michael Brauchle nach Lauchheim fahren, mit ihm schwerpunktmäßig dressurmäßig arbeiten (in Aachen wurde er in der Dressur 22.). Und vielleicht ist Casanova bis dahin wieder fit, Brauchles erfahrenstes Pferd. Casanova hat ihm in Aachen auf dem Dressurviereck gefehlt.

„Natürlich ist unser Abschneiden in Aachen sehr ärgerlich. Wir hatten große Ziele, unsere Rechnung ist ganz und gar nicht aufgegangen. Aber nun gilt es aus den Fehlern zu lernen“, zieht der Bundestrainer Bilanz. „Einen Lösungsansatz haben wir schon. Jetzt nützt es gar nicht mehr mit dem Vergangenen zu hadern, jetzt schauen wir nach vorn.“

Die Ergebnisse finden Sie hier.

Christine Meyer zu Hartum