FEI: Vereinigte Arabische Emirate wieder aufgenommen

(© Distanzweltmeister Hamdan Bin Mohd Al Maktoum reitet für die Vereinigten Arabischen Emirate)

Nachdem die Nationale Reiterliche Vereinigung der Vereinigten Arabischen Emirate (UAE) eine rechtlich bindende Vereinbarung zur Einhaltung der FEI-Regeln unterschrieben hat, wurde sie wieder eingegliedert in die Internationale Reiterliche Vereinigung.

Im März waren schwerste Verstöße gegen die ethischen Grundsätze und die Regeln der FEI bei UAE-Distanzrennen bekannt geworden, woraufhin der Weltreiterverband die Emirates Equestrian Federation (EEF) ausgeschlossen hatte.

Mit der nun getroffenen Vereinbarung garantiert die EEF, dass das Wohlergehen der Pferde „voll respektiert“ wird und dass die FEI-Regeln bei allen nationalen und internationalen Distanzrennen im Land streng eingehalten werden.

Seitens der FEI wurde das Schriftstück von Präsident Ingmar de Vos und Generalsekretärin Sabrina Zeender unterschrieben. Von Seiten der EEF gaben der EEF-Präsident HE Scheich Sultan Bin Khalifa Bin Zayed Al Nahyan, der Generalsekretär Taleb Dhaher Al Mheiri sowie der Generalsekretär des Nationalen Olympischen Komitees der UAE, Mohammad Al Kamali, ihr Autogramm.

Zu den wichtigsten Punkten in besagter Vereinbarung zählen die Folgenden:

  • Es werden Maßnahmen getroffen, um tödliche Unfälle von Pferden zu vermeiden;
  • Angemessene Ruhephasen werden respektiert;
  • Pferde in einer Ruhephase sind gesperrt für nationale Turniere (dass sie nicht an internationalen teilnehmen können, wird bereits von der FEI sichergestellt);
  • Der Einsatz von verbotenen Flüssigkeitsgaben und jeglicher Substanzen, die unter den FEI-Doping- und Medikationsregeln verboten sind, auf der Strecke, rundherum und innerhalb der Vet-Gates wird unterbunden;
  • Das verbotene Ersetzen von Pferden wird verhindert;
  • Es wird verhindert, dass sich verbotene Fahrzeuge auf der Strecke befinden;
  • Jeder Reiter und jedes Pferd, die durch die FEI gesperrt wurden, werden von der IT der EEF automatisch auch für nationale Turniere gesperrt;
  • Die Aufgabe und die Autorität Offizieller bei ihrer Pflichtausübung wird zu jeder Zeit respektiert;
  • Einweisung und Schulung von Athleten, Trainern, Helfern, EEF-Mitarbeitern und Stalltierärzten wird noch vor dem Start der Distanzsaison 2015/2016 im Oktober durchgeführt;
  • Man richtet sich nach den FEI Regeln nach einem Todesfall und wo immer möglich werden dieselben Muster auch bei Todesfällen auf nationaler Ebene eingehalten;
  • Es wird ein unabhängiger Ratgeber eingesetzt, der von der FEI abgesegnet wird;
  • Interessenkonflikte werden vermieden;
  • Die Verteilung des Preisgeldes entspricht dem von der FEI abgesegneten Plan.
  • Die Regeln für nationale Rennen in den Vereinigten Arabischen Emiraten stimmen voll und ganz mit denen der Internationalen Reiterlichen Vereinigung überein.

Die EEF wird die FEI während der Saison 2015/2016 mit monatlichen Berichten versorgen, die über Schritte informiert, die unternommen werden, um die FEI-Regeln weiterhin einzuhalten und wird außerdem jede weiteren Forderungen der FEI erfüllen. Nach der Saison 2015/2016 wird Bericht erstattet werden, wann immer die FEI dies verlangt.

Zudem wird die EEF ein Forschungsprojekt unterstützen, um die Gründe für die Verletzungen bei Wüstenrennen herauszufinden. Distanztrainer sind verpflichtet, sich an diesem Projekt zu beteiligen.

Die Vereinbarung erfasst auch das neue Gesetz, das in den UAE eingeführt wurde, um den Handel und den Gebrauch im Rennsport und andere Pferdesportarten zu unterbinden sowie die Maßnahmen, die im Falle eines Verstoßes gegen dieses Gesetz zu ergreifen sind.

Davon abgesehen verfolgt die FEI bzw. die Equestrian Community Integrity Unit (ECIU) im Auftrag der FEI die Fälle von Betrügereien bei Rennen, die im März ebenfalls publik wurden. Damals stellte die britische Journalistin Pippa Cuckson fest, dass der FEI Ergebnislisten von Qualifikationsrennen geschickt worden waren, die nie gelaufen wurden. Diese Aspekte werden gesondert behandelt. Aber die Vereinbarung umfasst dennoch Punkte, die derartiges in Zukunft verhindern sollen. Auch von Seiten der EEF werde die Angelegenheit untersucht, berichtet der Weltreiterverband.

Die EEF hat zugestimmt, dass FEI berechtigt ist, bei Nichteinhalten der Vereinbarungen entsprechende Sanktionen vorzunehmen. Dazu würde ganz sicher die Wiedereinsetzung der Sperre zählen sowie den Rückzug der Zulassung zu den Distanz-Weltmeisterschaften 2016 in Dubai, aber nicht nur.

Die Vereinbarungen gelten vorerst für drei Jahre. Innerhalb dieser Periode sind die EEF sozusagen auf Bewährung. In dieser Zeit wird man sich zusätzlich zu den monatlichen Berichten einmal jährlich treffen, um die Lage zu besprechen und gegebenenfalls noch anzupassen. Diese Periode der Bewährung kann von der FEI verlängert werden, wenn nötig.

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