Para-Dressur: Brenner glückt Mission Titelverteidigung

Hannelore Brenner und Women of the World, ihre „Olle“

(© Hannelore Brenner und Women of the World, ihre "Olle")

Hannelore Brenner hat in der Para-Dressur (Grade III) für den zweiten deutschen Titel bei diesen Weltreiterspielen gesorgt. Die 51-Jährige, die am Samstag noch bei der Eröffnungsfeier die deutschen Teilnehmer in das Stadion geführt hatte, konnte ihren Sieg aus dem Jahr 2010 in Kentucky verteidigen und fügt ihrer Medaillensammlung eine weitere Goldmedaille hinzu. Die Teammedaillen werden morgen vergeben, die deutschen Chancen stehen gut.

Hannelore Brenner strahlt oft und gern, mit ihrer Stute Woman oft he World hat sie dazu auch häufig Anlass. Nach ihrem Siegesritt bei den Weltreiterspielen in der Normandie mischte sich in das Strahlen eine gehörige Portion Rührung. Ich war noch nie emotional so berührt, beim Rausreiten habe ich fast geweint, erzählt sie. Die 51-jährige Betriebswirtin aus Wachenheim holte an diesem Mittwoch ihre 15. Goldmedaille bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen und ist damit die derzeit erfolgreichste Para- Reiterin (Grade III). Brenner ist inkomplett querschnittsgelähmt. Olle, wie die 19- jährige Fuchsstute Woman of the World liebevoll genannt wird, benahm sich auf dem Abreiteplatz gar nicht wie eine Dame im fortgeschrittenen Alter, war im Gegenteil recht explosiv. Beim Einreiten hat sie dann gemerkt: Jetzt geht es richtig los! Und entwickelte Ehrgeiz, schildert Hannelore Brenner ihren Ritt. 73,61 Prozentpunkte gaben die Richter für den Ritt, damit verteidigte die Olympiasiegerin ihren WM-Titel aus 2010 in Kentucky. Ganz knapp war der Vorsprung auf die Silbermedaillengewinnerin aus den Niederlanden. Susanne Voets bekam 73,14 für ihren Ritt auf Vedet PB.O.P. Bronze ging an die Dänin Susanne Jensby Sunesen auf Thy`s Ouefaire, 71,97.
Mit Platz sieben erreichte der zweite deutsche Reiter, Steffen Zeibig aus Arnsdorf bei Dresden, sein Ziel, das Kürfinale zu erreichen. Zeibig fehlt von Geburt an der rechte Unterarm, der rechte Unterschenkel und der rechte Fuß. In London 2012 gehörte er zum Team der Silbermedaillengewinner bei den Para- Equestrians. In der zweiten Prüfung bei den Weltreiterspielen erreichte er mit seinem Nachwuchspferd Feel Good genau 68 Prozentpunkte. Er beschreibt seine Rappstute als sensibel und unerfahren, bescheinigt ihr jedoch viel Potential.

Anders als in der Regel- Dressur werden die Mannschaftsmedaillen erst am Donnerstag vergeben, denn in Para- Equestrian werden Ergebnisse aus Teamtest und Championshiptest addiert. Die Deutschen belegen derzeit aussichtsreichen dritten Platz, in Führung ist Dauerchampion Großbritannien. Zu dem guten Zwischenstand des deutschen Teams haben auch die Silbermedaillengewinnerin aus London, Britta Näpel, mit ihrem sechsten Platz in Grade II und die schwer sehbehinderte Carolin Schnarre (Osnabrück Lotte) beigetragen. Letztere ist zum ersten Mal bei einem Championat dabei und musste erst mal mit den vielen Eindrücken fertig werden, die bei einem solchen Großereignis auf die Sportler einstürmen. Die Jüngste starte mit Del Rusch, dem Wallach, der ihr von Teamkollegin Elke Philipp zur Verfügung gestellt wird. Elke Philipp aus Treuchtlingen ritt mit Regaliz auf Platz vier in Grade Ia.

Die Ergebnisse

Christine Meyer zu Hartum