Weltreiterspiele Tryon 2018

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Luftaufnahme des Tryon International Equestrian Center, wo bei den Weltreiterspielen 2018 Pferdesportgeschichte geschrieben werden wird. (© www.tryon2018.com)

Der Dressurausbilder Georg Otto, „Butzer“, Heyser ist in gestorben. Der Reitmeister wurde 80 Jahre alt. Der ursprünglich aus Ostpreußen stammende Dressurreiter war erfolgreich im Deutschen Dressurderby und trug als Trainer auch zu drei deutschen Goldmedaillen der Olympischen Spiele 2008 bei.

1937 kam Georg Otto Heyser als Sohn des Reitmeisters Georg Heyser (1903-1966) im ostpreußischen Degimmen (das 1938 umbenannt wurde in Kleindräwen) in der Nähe des Hauptgestüts Trakehnen zur Welt. Nach Kriegsende und Flucht gelang es der Familie in Halstenbek an der Westgrenze zu Hamburg sich eine neue Existenz, den Brander Hof aufzubauen. Der junge Heyser, „Butzer“, ritt zu dieser Zeit schon erfolgreich in Dressurprüfungen. Reitunterricht und die Zucht von Trakehner Pferden waren die wirtschaftliche Grundlage der Familie. Zentraler Bedeutung in der Heyser’schen Pferdezucht kam der Stute Ann v. Adamas ox (geb. 1941) zu, die in den Westen gerettet werden konnte. Auf diese Stute, die noch im ostpreußischen Kreis Stallupönen (Ebenrode) zur Welt gekommen war, geht unter anderem der Deckhengst Argument v. Ordensglanz zurück, der Vater von Isabell Werths Antony FRH.

Vom Reiter Heyser zum Erfolgstrainer und Reitmeister

In seiner aktiven Karriere hat Heyser drei deutsche Meistertitel gewonnen und war zweimal Deutscher Vizemeister. International siegte er unter anderem im schwedischen Dressurderby. 1981 wurde der von ihm ausgebildete Rappe Amigo als bestes Pferd im Deutschen Dressurderby ausgezeichnet. Damals siegte George Theodorescu, der Vater der heutigen Bundestrainerin Monica Theodorescu, in der Prüfung um das Blaue Band. Anschließend begleitete Heyser als Trainer u.a. die Dressurmannschaften von Mexiko, Schweden und Italien auf Championaten. Auch bei den Olympischen Spielen von Seoul war er 1988 als Trainer im Einsatz. Dressurmäßig half er Olympiasieger Hinrich Romeike und Marius sowie Peter Thomsen und Ghost of Hamish in Vorbereitung auf die Olympischen Spiele von Hongkong 2008 unter die Arme. Damit trug er seinen Teil zu Romeikes legendärem Doppelgold als „Flying Dentist“ und dem Triumph der deutschen Equipe bei.

Im Februar 2009 wurde Georg Otto Heyser der Titel „Reitmeister“ verliehen. Mehr als 50 Pferdewirte hat er ausgebildet. Darunter auch seine Tochter Carolin, die als Pferdewirtschaftsmeisterin an die Tradition ihrer Familie angeknüpft hat. Eine weitere Tochter, Nicola Heyer-Burger, lebt in der Schweiz und war ebenfalls in der Dressur hocherfolgreich. Heyser hinterlässt drei Töchter, von denen eine, Carolin, den Brander Hof seit 2014 als Geschäftsführerin leitet.

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