EHV-1: Pferd eingeschläfert im Desert International Horse Park in Thermal, zwölf positive Fälle

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Symbolbild

Im kalifornischen Thermal (USA) ist es auf dem Gelände des Desert International Horse Parks (DIHP) während eines Turniers zu einem Ausbruch der Herpes-Variante EHV-1 gekommen. Ein Pferd musste infolge der Infektion nun eingeschläfert werden. Eine Chronik der angespannten Lage.

Bereits am 11. Februar machten die Veranstalter des Spring-, Hunter- und Dressurturniers „Desert Circuit“ und „Adequan Desert Dressage“ die ersten nachgewiesenen drei Fälle von an EHV-1 erkrankten Pferden öffentlich. Beim Desert Dressage hattenbeispielsweise die Mannschaftssilbermedaillengewinner von Tokio, Steffen Peters und Suppenkasper, vor wenigen Tagen einen siegreichen Auftritt im CDI3* Grand Prix.

Eines der betroffenen Pferde hatte neurologische Symptome entwickelt, die anderen beiden lediglich Fieber. Das betreffende Stallzelt wurde isoliert und unter Quarantäne gestellt, hieß es in einer Pressemitteilung.

Bestätigt wurden die Fälle auch von offizieller Seite vom kalifornischen Amt für Ernährung und Agrikultur. Ebenso meldete sich der US-amerikanische Verband USEF zu Wort. Das Management des Desert International Horse Parks arbeite eng mit dem kalifornischen Amt und dem US-amerikanischen Verband zusammen und befolge alle Biosicherheitsmaßnahmen, um einen größeren Ausbruch zu vermeiden. Die drei Fälle hätten sich unter tierärztlicher Aufsicht und in gutem Zustand befunden. Unterdessen fanden die Turnierprüfungen auf dem Gelände weiterhin statt.

Weitere Fälle

Am 15. Februar meldete das DIHP-Team dann zwei weitere EHV-1 positive Pferde. Diese haben sich laut Meldung in dem unter Quarantäne gesetzten Stallzelt Nummer 34 befunden. Doch dabei blieb es nicht. Zwei Tage später gab es ein weiteres positives Testergebnis eines Pferdes, dieses Mal in Stall Nummer 6. Das Pferd habe Fieber gehabt und sei daraufhin getestet worden. Die betreffende Kohorte des Stallzelts sei in ein abgelegeneres Areal unter Quarantäne gestellt worden. Über die Tage seien zudem noch bei einigen weiteren Pferden Abstriche auf EHV untersucht worden, die alle negativ waren.

Hoffnungsvoll klang die Analyse der Tierärzte zu diesem Zeitpunkt: „Erstens hat der EHV-1-Stamm, den wir bisher gesehen haben, zu relativ milden Symptomen geführt, und die Pferde erholen sich schnell. Die Einhaltung der von der USEF vorgeschriebenen EHV-1-Impfung hat höchstwahrscheinlich auch dazu beigetragen, dass die Schwere der klinischen Symptome geringer ist.“ Zudem sei die absolute Zahl der positiven Fälle gering und die betroffenen Ställe 34 und 6 hätten keine weiteren Fälle von Fieber gezeigt. Darüber hinaus werde jedes Pferd mit erhöhter Temperatur sofort getestet.

Erstes Pferd mit EHV-1 eingeschläfert

Am 19. Februar gab die Pressestelle des Desert International Horse Parks ein weiteres Update heraus. Ein Pferd habe infolge der Entwicklung schwerer neurologischer Symptome eingeschläfert werden müssen. Ein weiteres EHV-1 positives Pferd habe Fieber. Zu diesem Zeitpunkt sei ein Überblick über die genaue Anzahl an nachweislich infizierten und auch negativ-getesteten Pferde schon kaum noch möglich gewesen, lautete es in der entsprechenden Pressemitteilung von Seiten des CEO und Präsidenten des Turnierveranstaltungsortes, Steve Hankin. Mehrere Ställe seien aufgrund positiver Fälle unterdessen unter Quarantäne gestellt worden. Alle auf dem Turnier anwesenden Personen wurden dazu aufgefordert, sich vor und nach jedem Stallbesuch mit Bleiche die Schuhe zu waschen und nach jedem Kontakt zu einem Pferd die Hände zu desinfizieren.

Auch werden seitdem „neue“ Pferde nicht mehr auf das Gelände gelassen. Es stehe den Haltern von Pferden im DIHP frei, ihre Pferde dort zu belassen oder unter Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen abzureisen. Die Entscheidung solle jeder individuell in Absprache mit seinem Tierarzt treffen. Wie es mit dem Turnier weitergeht? Auch damit haben sich die Veranstalter beschäftigt und sind zu einem Schluss gekommen. Die Turnierwoche ist gecancelt, in geregelten Abständen dürfen Reiter ihre Pferde, die nicht in Quarantäne sind, gemeinsam mit ihren Trainern auf bestimmten Ringen trainieren.

Status quo

Das jüngste Update zur Situation stammt vom 22. Februar. Mittlerweile habe sich herausgestellt, dass man zunächst negativen Tests nicht zu viel Glauben schenken dürfe, sofern das Pferd Fieber oder andere EHV-1 Symptome zeige. Manche Pferde seien erst beim zweiten Test als EHV-1-positiv bestätigt worden. Dennoch eine positive Nachricht von Steve Hankin: „In unserer täglichen Telefonkonferenz mit den Tierärzten von CDFA, USEF und East-West lautete die übereinstimmende Meinung der Tierärzte zu den vier neuen Fällen und den ursprünglichen sieben positiven Fällen, dass alle betroffenen Pferde ’stabil sind und sich klinisch gut verhalten‘.“

Hankin hatte in einer zuvor herausgegebenen Pressemitteilung bereits angegeben, dass man die aktuellsten Zahlen auf der Seite des kalifornischen Amtes für Ernährung und Agrikultur finde. Demnach gebe es mittlerweile zwölf bestätigte Fälle von EHV-1, drei davon mit neurologischen Symptomen.

Quelle: Desert International Horse Park News

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