Offiziell bestätigter Wolfsriss in Thüringen

Wolf

(© www.st-georg.de)

In Crawinkel in Thüringen wurde erstmals ein Fohlen von einem Wolf gerissen. Es handelt sich um ein weibliches Tier, das in der Gegend bereits bekannt ist.

Die Gegend um Crawinkel ist bekannt für das Naturschutzprojekt „Thüringeti“, das Bürgermeister Heinz Bley 2013 ins Leben rief. Es handelt sich dabei um ein riesiges arrondiertes Areal, in dem Pferde und Rinder beinahe wild aufwachsen. Auch Sportpferde werden hier gezüchtet. Einmal im Jahr werden sie im Rahmen einer Auktion versteigert.

Das Fohlen, das nun von „der Wölfin von Ohrdruf“ gerissen wurde, sei in der Nacht vom 18. auf den 19. März frisch geboren worden, berichtet Heinz Bley gegenüber der Thüringer Allgemeinen. Am kommenden Morgen habe man nur noch Reste gefunden, „ein Drittel des Fohlens“, so der Landwirt und Bürgermeister.

Die Mutterstute stand in einer Herde mit 40 weiteren Stuten sowie 40 Kühen auf einer umzäunten Weide. Dass das Fohlen einem Wolf zum Opfer gefallen war, wurde laut der TA von einem Rissgutachter bestätigt.

Heinz Bley befürchtet, dass es nicht bei diesem einen Vorfall bleiben wird: „Die Stuten auf der Weide fohlen jetzt und die Kühe kalben. Es wird mit weiteren Verlusten durch Wolfsangriffe zu rechnen sein. Was sollen wir machen? Wir führen unsere täglichen Tierkontrollen durch. Mehr können wir nicht machen. Für den Wolf ist das ein bisschen wie im Schlaraffenland.“ So zitiert ihn die Thüringer Allgemeine.

Die Ohrdrufer Wölfin soll 2017 mehr als 80 Schafe und Ziegen gerissen haben. 2018 seien es 50 gewesen. 2017 hatte die Wölfin auch sechs Welpen zur Welt gebracht, deren Vater ein Labrador ist. Einer dieser Halbwölfe lebt sicher noch. Drei sollen erschossen worden sein. Der Verbleib der restlichen zwei ist unerwähnt.

Dies ist das vierte Fohlen, das seit Dezember Opfer eines Wolfsrisses wurde. Die drei anderen Fälle ereigneten sich alle in Niedersachsen, zunächst in Stöcken (Heidekreis), dann in Rodewald (Landkreis Nienburg/Weser) und schließlich in Neustadt am Rübenberge.

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