London: Casall vereitelt Whitakers Global Tour-Sieg

Rolf-Göran Bengtsson und sein Ausnahmehengst Casall. Was man ihm in den Weg stellt, überwindet er normalerweise fehlerfrei.

(© Rolf-Göran Bengtsson auf dem Weg zum Sieg in der Global Champions Tour-Etappe von London)

Die stattliche Anzahl von zwölf Paaren hatte es heute ins Stechen des Global Champions Tour-Springens von London geschafft. Ein Wahl- und ein gebürtiger Holsteiner flogen allen davon.

Schon zu Beginn der Saison hatte der Schwede Rolf-Göran Bengtsson angekündigt, sich mit dem nun 16 Jahre alten Holsteiner Hengst Casall sich 2015 ganz auf die Global Champions Tour konzentrieren zu wollen. Der Plan trägt Früchte. Allein in diesem Jahr haben die beiden im Rahmen der Global Champions Tour bereits fast 260.000 Euro verdient. 123.000 davon gab es heute für den Sieg bei der elften Etappe in London. Dabei ließen sie Großbritanniens Altmeister John Whitaker auf dem in diesem Jahr absolut überzeugend springenden Argento um acht Hundertstel Sekunden hinter sich. Der in Schleswig-Holstein beheimatete Bengtsson sagte nach seinem Sieg: „Mein Pferd hat bewiesen, dass er gut in Form ist. Er ist diese Saison sechsmal gesprungen und war jedesmal im zweiten Umlauf, also könnte ich nicht zufriedener sein mit ihm. Es ist mir ein Vergnügen hier in London zu gewinnen. Ich werde mein Bestes geben für den Rest der Meisterschaft, aber wie Jan (Tops, Anm. d. Red.) schon sagte – ich habe immer noch Gelegenheiten, Punkte zu sammeln (und damit in der Gesamtwertung die Führenden Scott Brash und Luciana Diniz einzuholen, Anm. d. Red.). Scott ist weit weg mit drei Siegen bislang, also wird es schwer, ihn zu schlagen. Wenn es ein Stechen gibt, weiß man, dass man sehr schnell sein muss, also habe ich mein Bestes gegeben, aber ich wusste, dass Scott und Hello Sanctos sehr schnell sein können. John war sehr sehr dicht, Scott war superschnell. Aber Casall und ich hatten heute Glück.“

Es wird schon noch deutlich mehr gewesen sein als das, was der Schwede in der ihm eigenen Bescheidenheit als „Glück“ bezeichnet hat. Denn ihm unterlief nicht ein solcher Fehler, wie ihn Altmeister John Whitaker bei sich bemängelte: „Ich glaube, am vorletzten Sprung war ich heute ein bisschen unsauber. Ich hätte einen Galoppsprung weniger machen können.“ Zugleich freute er sich aber auch, dass sowohl das Pferd, sein Arko III-Sohn Argento, als auch er in Form sind, ersteres in „sehr guter“, letzterer in „ziemlich guter“.

Dritter wurde der Franzose Simon Delestre mit dem elfjährigen Selle Francais-Hengst Qlassic Bois Margot v. l’Arc de Triomphe. Er meinte, es sei immer schwierig, wenn wie heute zwölf (!) Leute im Stechen sind, freute sich aber: „Qlassic Bois Margot war super heute. Es war eine super Runde.“

Schnellster der zwölf Reiter im Stechen war Christian Ahlmann auf Taloubet Z, die nach 34, 29 Sekunden die Ziellinie überquerten. Leider ließ der Galoubet-Sohn dabei eine Stange mitgehen, so dass es am Ende Rang fünf wurde hinter dem Holländer Gerco Schröder, der mit dem Holsteiner Cognac Champblanc v. Clearway den vierten Null-Fehler-Ritt im Stechen lieferte.

Marcus Ehning mit Funky Fred und Ludger Beerbaum mit For Sale hatten beide einen Abwurf im ersten Umlauf. Bei Meredith Michaels-Beerbaum und Comanche wurden es zwei. Daniel Deußer und First Class van Eeckelghem gaben in Runde eins auf.

In der Gesamtwertung hat Scott Brash nun Luciana Diniz vom Spitzenplatz verdrängt, nachdem er heute noch die Punkte für Rang sechs mitnahm. Dritter ist derzeit Christian Ahlmann. Dahinter rangiert Rolf-Göran Bengtsson als Vierter.

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