Mannheim: Die Schweiz gewinnt EEF-Nationenpreis nach Stechen, Deutschland auf Rang zwei

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Die Sieger des ersten EEF-Nationenpreises in Mannheim kommen aus der Schweiz. (© Yadel Möhler Photography)

Mannheim ist ja seit diesem Jahr Nationenpreisturnier der EEF-Serie, also sozusagen der kleinen Schwester der FEI-Serie. Der Auftakt hätte spannender nicht sein können.

Die Schweiz und Deutschland, beide Equipen hatten vier Fehler auf dem Konto nach den beiden Normalparcours. Also musste ein Stechen die Entscheidung bringen. Dem Reglement entsprechend, brauchte hier aber pro Mannschaft nur ein Paar antreten. Es war ziemlich genau eine Sekunde, die über Sieg und Platz zwei entschied. Doch der Reihe nach.

Für die Schweiz gab es ein Paar, das doppelnull blieb über die beiden 1,45 Meter-Parcours: Elin Ott auf Nanu II. Die anderen Kollegen hatten sich bei der Fehlerverteilung gut abgesprochen. Niklaus Schurtenberger und Quincassi lieferten mit vier Fehlern in Runde eins das Streichergebnis und waren fehlerfrei im zweiten Umlauf. Edwin Smits und Best of Berlin BS machten es genau umgekehrt. Die vier Fehler die zählten, waren die von Alain Jufer und Dante MM in Runde zwei. Die beiden waren es denn auch, die ins Stechen gehen sollten. Hier blieben sie fehlerfrei in 41,03 Sekunden.

Das deutsche Team setzte sich zusammen aus Kendra Claricia Brinkop mit Narcos v. Smidshoeve, dem neuen Rider of the Year, Patrick Stühlmeyer, im Sattel von Carmina, Sophie Hinners mit Million Dollar und André Thieme auf Conacco.

Brinkop war das Streichergebnis im ersten Umlauf mit einem Abwurf. In Runde zwei hatten sie ebenfalls einen Kl0tz, und der zählte. André Thieme und Conacco waren null in Runde eins und mit einem Abwurf Streichergebnis in Runde zwei. Sowohl Stühlmeyer und die elfjährige Casall-Tochter Carmina als auch Hinners mit ihrem neuen Star im Stall, dem Holsteiner Verbandshengst Million Dollar, lieferten zwei blitzsaubere Runden ab. Ins Stechen schickte Equipechef Marcus Döring dann Sophie Hinners und Million Dollar. Der tat auch ein drittes Mal, was ihm geheißen und kam fehlerfrei ins Ziel. Aber er war um 0,98 Sekunden langsamer als Dante gewesen. Damit stand fest: Sieg in die Schweiz, Platz zwei an die Gastgeber.

Rang drei sicherten sich die Schweden mit 10 Fehlern in der Besetzung Stephanie Holmén/Flip’s Little Sparrow (4/0), Antonia Pettersson Häggström/Chaccatara (4/2), Fredrik Spetz/Flanagan (0/8) und Jonna Ekberg/Calypso de Beafour (0/4).

Marcus Döring sagte später: „Es war mein erster Nationenpreis als Teamchef, und ich freue mich über den tollen Einstieg mit dem zweiten Platz. Wir haben heute tollen Sport gesehen, ein sehr gelungener Nationenpreis hier in Mannheim. Sophie hat zwei tolle Runden gezeigt. Es war klar, dass sie ins Stechen geht.“

Sophie Hinners selbst war vor allem happy über ihren Hengst: „Ich war schon nervös vor dem Stechen und danach dann erleichtert. Mein Pferd, das ich erst seit Januar habe, entwickelt sich unglaublich toll. Million Dollar wächst mit seinen Aufgaben, er zeigt Konstanz. Ich bin gespannt auf die Zukunft.“

Weitere Ergebnisse

Im vorangegangenen 1,45 Meter-Springen der CSIO-Tour holte Richard Vogel seinen nächsten Sieg an diesem Wochenende, wieder auf Carlchen S von Hugo Simon, mit dem er gestern schon abgesahnt hatte.

Zweite war die Französin Laura Monier mit Petter Patter, gefolgt von Sophie Hinners im Sattel von Grode Deern, Hannes Ahlmann mit dem Stationshengst der Familie, Baloucan v. Baloubet du Rouet, Patrick Stühlmeyer auf Accoton PS, Janne Friederike Meyer-Zimmermann auf Chaka Chaka, Pia Reich im Sattel von PB Löwenherz, Kendra Brinkop im Sattel von Etania und Kathrin Müller mit Conan.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

  1. Helmold Baron von Plessen

    In der Kuerze liegt bekanntlich die Wuerze. Trotzdem sei es dem Verfasser dieser Zeilen gestattet, einige Worte mehr ueber ein Paar der Deutschen Equipe beim EEF Nationenpreis in Mannheim zu verlieren : ich rede/schreibe von Million Dollar und Sophie Hinners. Wenn Dr. Dietrich Plewa, auch Springpruefungen richten wuerde, haette er, genau so wie nach den Auftritten von Fendi/Rothenberger im Viereck, spontan ausgerufen : „Das Championatskader laesst gruessen“, nachdem er die drei Umlaeufe der Kombination Million Dollar/Hinners, haette mit erleben duerfen. Drei Umlaeufe wie „Blaupausen“ in den Sand des Springstadion’s von Mannheim gezaubert, wie der Kommentator von ClipMyHorse sehr anschaulich formulierte. Diesem Paar gehoert die Zukunft und man kann nur hoffen, dass der Holsteiner Verband, dem der Hengst gehoert, dem Wahlspruch Schleswig – Holstein’s : ‚Up ewig ungedeelt“ treu bleibt. Denn dass dieses Pferd Begehrlichkeiten weckt, gerade vor Herning und Paris, steht wohl ausser Frage.


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