Marcus Ehnings Erfolgshengst Plot Blue lebt nicht mehr

Tschüss, Plotti!

(© Tschüss, Plotti!)

Plot Blue lebt nicht mehr. Der niederländische Hengst, der unter Marcus Ehning lange Jahre zu den absoluten Ausnahmepferden im internationalen Springsport zählte, musste eingeschläfert werden

Plot Blue musste nach einem Unfall auf dem Phantom eingeschläfert werden. Er wurde 22 Jahre alt. Trotz intensiver medizinischer Hilfe sei der Hengst nicht zu retten gewesen, schreibt das Gestüt Beligneux le Haras auf seiner Facebookseite. Auf der Hengststation in Frankreich nordöstlich von Lyon hatte Plot Blue seit Januar 2018 gestanden. Marcus Ehning war über diese Entscheidung nicht glücklich. Der Hengst zählte acht Jahre lang zu den besten Springpferden der Welt. Unter Ehning siegte der Dunkelbraune mit der charakteristischen breiten Blesse unter anderem beim Weltcupfinale 2010 in Genf.

Dreamteam: Marcus Ehning und Plot Blue

Der Schweizer Werner Muff hatte den Sohn des ebenfalls international erfolgreichen Mr. Blue v. Couperus in den Sport gebracht. Das Paar stand bei der Weltmeisterschaft 2006 in Aachen (32. in der Einzelwertung, Team: 5.) und den Europameisterschaften 2007 (34. in der Einzelwertung, Team: 4.) im Schweizer Aufgebot. 2009 zählte die Kombination Marcus Ehniung und Plot Blue erstmals zu einer deutschen Equipe: In Windsor gewann das deutsche Team Bronze bei den Europameisterschaften. Es folgte Mannschaftsgold bei der WM in Kentucky/USA. In der Einzwelwertung sprang für das Duo Platz 16 heraus. Noch besser lief es bei den Olympischen Spielen 2012. London verließen Ehning und Plot Blue als Zwölfte. Hier ging der Hengst übrigens im deutschen Team gemeinsam mit Christian Ahlmanns Codex One, der gerade in Hamburg aus dem Sport verabschiedet wurde.

Der erste internationale Auftritt von Marcus Ehning mit dem KWPN-Hengst war gleich mehr als nur eine Duftmarke, die die beiden setzen konnten: Doppel-Nullrunde im Nationenpreis von Spruce Meadows in Kanada, der als einer der schwersten in der Welt gilt. Zuvor hatte Ehning den Hengst in Nördlingen und bei sich in der Nachbarschaft in Coesfeld geritten, quasi zum Kennenlernen.

1,3 Millionen weltweit gewonnen

In Nationenpreisen war Plot Blue eine sichere Bank, ob in Hickstead, Falsterbo oder Paris – „Plotty“ lieferte. 1,3 Millionen Euro hat er in seiner Karriere gewonnen. In den Großen Preisen von Cannes, Mannheim, dem Saut Hermès in Paris und St. Gallen führte das Paar die Ehrenrunde an. 2013 war er Dritter im Großen Preis von Aachen. In seiner letzten Saison waren Marcus Ehning und Plot Blue 2015 noch Fünfte in Stuttgart. Dann verabschiedete sich der Hengst in Genf zwei Wochen vor Weihnachten aus dem Turniergeschehen.

Züchterisch nicht minder gut

Die Statistik der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) weist für Plot Blue 34 in Deutschland sportaktive Nachkommen auf. Vier davon sind bereits in S-Springen erfolgreich. Der Deckeinsatz stand zunächst nicht im Fokus. Zwei seiner Söhne sind in Deutschland ins Hengstbuch I eingetragen. Einer davon ist Million Dollar, der beim Holsteiner Verband äußerst populär ist.

Plot Blue stammt aus einer Pilot-Mutter. Sein Mutterstamm mündet über die in Oldenburg eingetragene Stute Santa Fee v. San Fernando in einen Vollblutstamm. San Fernando, ein Selle Français v. Arthy-Nakin, wurde unter anderem von Franke Sloothaak geritten. Die dritte Mutter in Plot Blues Pedigree, die Vollblutstute Wildbeere xx. v. Vierzehnender xx, enstammt einem prominentem Stamm. Nicht nur der Röttgener Galopper Wauthi xx, der nach Platz vier im Deutschen Derby die Triple Crown in Deutschland knapp verpasste, zählen zu dieser Familie. Auch der Hengst Wahnfried xx zählt hierzu. Er nahm auf die deutsche Warmblutzucht Einfluss. Sein Sohn Der Löwe xx gilt als der Stammvater der einst in der Hannoveraner Zucht so einflussreichen L-Linie.

Geboren wurde Plot Blue in den Niederlanden bei  F. C. M. Burgers in Rosmalen. Die Mutter Ilotte brachte insgesamt drei Pferde mit Erfolgen auf 1,60 Meter-Niveau. Plot Blues ein Jahr älterer Halbbruder Oklund v. Holland ging unter anderm unter Olympiasieger, Welt- und Europameister Jeroen Dubbeldam.Air Zoom Pegasus 33

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