Mechelen: Smolders mit Weltcup-Sieg, Beerbaum mit Schulterbruch

Longines FEI World Cup presented by Land Rover – Mechelen 2017

Siegerehrung für Harrie Smolders und Zinius, die Sieger im Weltcup-Springen von Mechelen 2017. (© FEI/Dirk Caremans)

Harrie Smolders setzte seiner unglaublichen Saison 2017 ein letztes Krönchen auf und dürfte für das neue Jahr vor allem einen guten Vorsatz haben: Weitermachen wie 2017! Ludger Beerbaum hingegen erlitt eine schwere Verletzung, von der es zunächst hieß, die Schulter sei betroffen. Inzwischen hat der Stall Beerbaum selbst Stellung bezogen und spricht von einem „mehrfachen offenen Oberarmbruch“.

Sieben Paare hatten es ins Stechen des Weltcup-Springens in Mechelen geschafft. Harrie Smolders war der vierte Reiter mit seinem 13-jährigen Nabab de Reve-Sohn Zinius. Aber sie lieferten mit ihren 38,19 Sekunden eine Zeit, gegen die kein einziges der Paare im Stechen etwas ausrichten konnte. So waren dem Niederländer, Silbermedaillengewinner der EM in Göteborg und Gesamtsieger der Global Champions Tour 2017, sowohl die 20 Weltcup-Punkte als auch die knapp 60.000 Euro für den Sieger sicher.

„Ich habe noch nie in Mechelen gewonnen und wollte es unbedingt, daher war ich total fokussiert“, erklärte Smolders seinen Erfolg. „Als ich ins Stechen kam, wollte ich einfach gewinnen. Ich bin noch nie für Platz zwei geritten, also bin ich das Risiko eingegangen und habe auf den letzten Sprung einen Galoppsprung weniger gemacht.“

Der Sieg sei für ihn nicht nur deshalb ein spezieller gewesen, weil er noch nie in Mechelen siegen konnte: „Das ist etwas ganz besonderes, weil ich meine ganze Familie mit hergebracht habe – meine Kinder, meine Frau und meine Eltern. Es war ein unvergesslicher Moment und ich bin den Zuschauern sehr dankbar. Die Atmosphäre hier ist immer sehr intensiv und das gibt uns sogar noch einen extra Push zu zeigen, was wir können!“

Dabei ist Zinius nicht einmal die Nummer eins im Stall von Harrie Smolders: „Er entwickelt sich noch. Aber jetzt, wo Emerald und Don eine Pause haben, hat er die Chance, sich in den größten Springen zu zeigen und er hat alles sehr schnell verstanden. Ich bin ein bisschen überrascht, dass er alles so einfach aussehen lässt.“

Ludger Beerbaum schwer verletzt

Richtig Pech hatte heute Ludger Beerbaum. Er hatte die Ziellinie auf Chacon mit acht Strafpunkten auf dem Konto überquert, war also eigentlich schon zuhause. Aber Chacon hatte wohl etwas missverstanden und peilte nach dem Ziel noch einmal Hindernis Nummer 5 an – nur in der falschen Richtung. Ludger Beerbaum geriet hinter die Bewegung, stürzte und musste mit einer offenen Fraktur ins Krankenhaus gebracht werden. Zunächst hatte es seitens des Weltreiterverbandes FEI geheißen, die Schulter sei betroffen.

Später stand auf der Facebook-Seite des Stalls Beerbaum zu lesen, dass der Olympiasieger sich einen „mehrfachen offenen Oberarmbruch“ zugezogen hat, aber „nach seiner bereits überstandenen Operation auf baldige Genesung hofft“. An dieser Stelle gute Besserung!

Die weiteren Platzierten

Derweil konnte Ludger Beerbaums ehemaliger Bereiter Henrik von Eckermann (SWE) auf Mary Lou einmal mehr zeigen (unter anderem belegte das Paar Platz drei beim Weltcup-Finale in Omaha), dass mit ihm zu rechnen ist. Insbesondere dann, wenn er diese elfjährige Westfalen Stute v. Montendro reitet, die heute mit 38,74 Sekunden Zweite wurde.

Platz drei ging an den Italiener Lorenzo de Luca auf dem zehnjährigen belgischen Hengst Halifax van het Kluizebos v. Heartbreaker nach fehlerfreien 39,97 Sekunden. Halifax war jüngst vom Holsteiner Verband im Zuchtversuch anerkannt worden war.

Über Rang vier konnte sich das Weltcup-Siegerpaar von 2014 freuen, Daniel Deußer im Sattel seines 14-jährigen Westfalen Cornet D’Amour v. Cornet Obolensky. Auch sie ließen alle Stangen liegen im Stechen. Die Uhr stoppte bei 40,51 Sekunden.

Die schnellste Vier-Fehler-Runde im Stechen drehten Christian Ahlmann und sein fantastischer KWPN-Hengst Taloubet Z. Damit belegten sie Rang sechs hinter dem Franzosen Roger-Yves Bost auf der Franzosen-Stute Sangria du Coty. Die beiden waren zwar die mit Abstand langsamsten im Stechen, aber eben auch ohne Abwurf. Das Gestüt Zangersheide hatte übrigens vor kurzem bekannt gegeben, dass Taloubet Z, der im kommenden Jahr 18 Jahre alt sein wird, den Züchtern dieses Jahr via Frischsamen zur Verfügung stehen wird. Wer also noch nach einem Springpferdevererber sucht …

Neben den bereits genannten war heute noch ein weiterer Deutscher im Weltcup-Springen von Mechelen am Start: Felix Haßmann auf Balzaci. Mit acht Strafpunkten im Normalparcours hatten sie mit der Entscheidung allerdings nichts mehr zu tun.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

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