Medikationsfall bei den Europameisterschaften der U21-Springreiter, dadurch Doppelgold für Deutschland

EM-Fontainebleau-2018

Nachwuchs-EM Fontainebleau 2018 (© fontainebleau2018.com)

Vivaldi du Dom, das Pferd des britischen Europameisters der U21-Springreiters, Harry Charles, hatte eine im Wettkampf verbotene Substanz im Organismus. Der Reiter wurde disqualifiziert. Damit gibt es nachträglich Doppelgold für Deutschland.

Durch die Streichung von Harry Charles und Vivaldi du Dom fällt Großbritannien auf den Silberrang zurück. Damit sind Cedric Wolf, Mylen Kruse, Jesse Luther, Justine Tebbel und Philipp Schulze Topphoff Europameister. Sie können ihre Silber- nun gegen eine Goldmedaille tauschen. Und Cedric Wolf hat seinen ersten Einzeltitel gewonnen.

Keine Sperre

Bei Harry Charles‘ Pferd Vivaldi du Dom hatte man Lidocain gefunden, was beim Weltreiterverband (FEI) als Verbotene Medikation geführt wird, also als eine Substanz, mit der Pferde grundsätzlich behandelt werden dürfen, aber nicht, wenn sie im Turniereinsatz sind.

Lidocain findet Verwendung als örtliches Betäubungsmittel, kann aber auch bei Herzrhythmusstörungen eingesetzt werden.

Nachdem die B-Probe das Ergebnis der A-Probe bestätigt hatte, hat Harry Charles die von der FEI vorgesehenen Sanktionen akzeptiert. Er muss 1500 Schweizer Franken Strafe zahlen sowie 2000 Schweizer Franken Verfahrenskosten. Außerdem wurde er wie eingangs erwähnt disqualifiziert, was bedeutet, dass sowohl er als auch das britische Team die Goldmedaille verlieren. Er wird aber nicht gesperrt.

Statement der Betroffenen

Harry Charles ist der Sohn des Mannschaftsolympiasiegers von 2012, Peter Charles. Der meldete sich nun mit einem Statement zu Wort:

„Mit großer Trauer haben wir die Nachricht von der Disqualifikation meines Pferdes Vivaldi du Dom von den Europameisterschaften der Jungen Reiter aufgenommen, aufgrund versehentlichen Übertragens einer Lidocain-haltigen menschlichen Hautsalbe.

Das Ergebnis ist ein unbeabsichtigter positiver Test auf Lidocain. Die Kontamination des Pferdes kam zustande durch eine unschuldige Partei, die die Creme zur Behandlung fortgeschrittenen Hautkrebses benutzt und das Pferd geklopft und gestreichelt hat.

(…) Das Pferd war am Freitag nach der Mannschaftsentscheidung getestet worden. Der Test war positiv. Das Pferd war erneut am Sonntag getestet worden. Der Test war komplett negativ.“

Charles fuhr weiter fort, er habe sich mit einem Experten getroffen, der klargestellt habe, dass die Menge an Lidocain, die man bei Vivaldi du Dom gefunden hat, „keinerlei signifikanten pharmakologischen Effekt“ gehabt haben könne.

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