Patrick Stühlmeyer siegt im Großen Preis und Youngster-Finale auf Hof Waterkant

Patrick Stühlmeyer_Drako de Maugre_ACP Andreas Pantel_Waterkant

Patrick Stühlmeyer und Drako de Maugre siegten im Großen Preis von Pinneberg 2022. (© ACP Andreas Pantel)

Da ist jemand mit dem richtigen Fuß aufgestanden! Patrick Stühlmeyer ritt am Sonntag seinen Youngster zum Sieg im Finale und krönte sein Wochenende darauf noch mit dem Sieg im Vier-Sterne-Großen Preis – und auch da war sein Pferd erst neun Jahre alt.

Nicht weniger als 50 Reiter-Pferd-Paare verzeichnete die Starterliste für das Highlight des CSI4* Hof Waterkant in Pinneberg. Bei bestem Wetter waren zahlreiche Besucher gekommen, um Spitzenreiter aus aller Welt beim Sport zu beobachten. Und der war hochkarätig. Denn der Parcours stellte die Starter vor einige Herausforderungen mit offenem Wassergraben, dreifacher und zweifacher Kombination und einigen einfarbigen Sprüngen und Planken. Acht Reiter gaben auf, zehn schafften es mit einem fehlerfreien Umlauf ins Stechen.

Dort überzeugte Patrick Stühlmeyer mit seinem Auftritt im Sattel des erst neunjährigen Selle Français-Hengst Drako de Maugre v. Kannan. Der Hengst hatte sich im Umlauf schon sehr gut angefühlt, so Patrick Stühlmeyer nach seinem Sieg. Im Stechen ging er volles Risiko und wurde belohnt. Nach 39,21 Sekunden stoppte die Zeit, alle Stangen blieben in ihren Auflagen. Damit nahmen Drako de Maugre und Stühlmeyer der Konkurrenz nochmal sieben Zehntelsekunden ab. Was für ein Auftritt des neunjährigen Hengstes in seinem ersten internationalen Großen Preis über 1,60 Meter! Es ist der größte Erfolg in der bisherigen Karriere des Kannan-Sohns, der von der Französin Alexandra Francart in den internationalen Sport gebracht wurde. Stühlmeyer stellte Drako de Maugre vor gerade mal einem Monat erstmals auf dem Turnier vor. Für den Sieg im Großen Preis von Holstein gab es nun 25.000 Euro in die Haferkasse des neunjährigen Hengstes.

Patrick Stühlmeyer sagte nach seinem Sieg: „Es ist unglaublich. Heute ist uns alles gelungen. Vergangene Woche in Rastede waren wir im Großen Preis noch Zweite. Aber Drako ist einfach ein grundschnelles Pferd, deshalb stehen wir heute ganz vorne und ich bin sehr stolz auf ihn.“

Emanuele Gaudiano aus Italien zeigte mit seinem besonders aufwendig, aber vorsichtig springenden Chalou v. Chacco-Blue zuvor, was im Stechen möglich ist. Die beiden legten ebenfalls eine schnelle Runde hin und wurden mit der Zeit von 39,91 Sekunden Zweite. Ebenfalls bemerkenswert waren die Runden der ehemaligen Weltmeisterin der jungen Springpferde, Chao Lee unter der amtierenden Deutschen Meisterin Katrin Eckermann. Auch sie warf mit der Runde im Sattel der ebenfalls erst neunjährigen Comme il faut-Stute einiges in die Waagschale und wurde mit der Zeit von 40,89 Sekunden schlussendlich Dritte.

Hausherrin mit Minimax auf Rang sechs

Rang vier belegte der Schwede Rolf-Göran Bengtsson im Sattel des Holsteiner Hengst Zuccero v. VDL Zirocco Blue. Der zehnjährige Holsteiner Verbandshengst und sein Reiter kamen nach 43,26 Sekunden ins Ziel. Damit ging ein Sonderehrenpreis an den Züchter zu Ehren des besten Holsteiner Pferdes im Großen Preis: Hanno Koehncke. Es folgte der Mexikaner Nicolas Pizarro mit der Conthargos-Tochter Pia Contra auf Rang fünf, gefolgt von Hausherrin Janne-Friederike Meyer-Zimmermann mit Minimax auf Rang sechs mit dem schnellsten Vier-Fehler-Ritt im Stechen. Die Stange konnte den Eindruck jedoch nicht trüben, dass der 13-jährige Cornado I-Sohn wohl wieder zurück ist im großen Sport.

Auch der Deutsche Meister Mario Stevens war gut unterwegs, bekam mit Starissa jedoch ebenfalls eine Stange und wurde damit Siebter, gefolgt von Philipp Weishaupt mit Zineday und Finja Bormann mit A crazy son of Lavina.

Eine Schrecksekunde gab es nach Patrick Stühlmeyers siegreichem Stechritt, auf den als letzter Starter Philip Rüping mit Casallco folgen sollte, ihres Zeichens amtierende Deutsche Vize-Meister im Springreiten. Am zweiten Sprung jedoch passte die Distanz so gar nicht, Pferd und Reiter gingen über Kopf, standen zwar beide sofort wieder auf, Casallco zunächst allerdings lahm. Nach Informationen des Turniersprechers soll es Pferd und Reiter aber verhältnismäßig gut gehen. Zur Abklärung wurde Casallco dennoch in die Klinik gebracht. Dominique Hendrickx aus Belgien schied mit Floris Tn ebenfalls aus, allerdings nachdem sie den Umlauf zu Ende geritten hatte. Bei ihr war Blut am rechten Sporen gefunden worden.

Für Patrick Stühlmeyer ging der Tag schon gut los

Vor dem Großen Preis hatten 70 Nachwuchspferde die Gelegenheit, ihr Können zu zeigen. Das Youngster-Tour-Finale wurde nämlich um Mittagszeit in einer Zwei-Phasen-Springprüfung entschieden, in dem die Hindernisse 1,35 Meter hoch für die Siebenjährigen und 1,40 Meter hoch für die Pferde des Jahrgangs 2014 waren. Dort konnte Patrick Stühlmeyer seine ersten Sieg des Tages mit dem 2015 geborenen Ogandros PS v. Ogano Sitte-Contendros. Der OS-Wallach blieb ohne Fehler und beendete die Prüfung in 31,66 Sekunden.

Zweiter wurde unter dem Sattel von Emanuele Gaudiano der achtjährige Julius.D v. Arezzo VDL. Die beiden kamen nach 31,93 Sekunden und ohne Fehler ins Ziel. Den dritten Platz errang der siebenjährige Holsteiner Wallach Caillan v. Casall-Carry, der von Rolf-Göran Bengtsson (SWE) präsentiert wurde (0/32,22 Sekunden). Ingesamt blieben 27 der 70 Teilnehmer ohne Fehler.

Alle Ergebnisse von Hof Waterkant finden Sie hier.

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