Philipp Weishaupt gewinnt Stuttgarter Klassiker auf Verkaufspferd

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Philipp Weishaupt und Krokant auf dem Weg zum zweiten Sieg bei den German Masters 2022. (© stuttgart-german-masters.de)

Nach dem Sieg in einem 1,50 Meter-Zeitspringen am Donnerstag legte Philipp Weishaupt mit dem neunjährigen Kannan-Sohn Krokant am Freitagabend noch einen drauf und schnappte sich den Sieg im Stuttgarter Klassiker German Master.

Das Video kann man rumschicken: Der erst neunjährigen Krokant, v. Kannan-Loran (OS),  fegt unter Philipp Weishaupt durch den Stechparcours der  Stuttgarter Schleyerhalle, und entreißt als als letzter Starter (0/34,91) der bis dahin führende Sophie Hinners (0736,42) mit der ebenfalls erst neunjährigen Stute Grafik v. Graf Rhapsody-Numero Uno auf Platz zwei den Sieg und die Prämie von 33.000 Euro.

Schön ist er nicht, der derbe Dunkelbraune, aber seine Riesensätze, mit denen er aus hohem Tempo die Sprünge attackiert, machten alles wieder wett. Entdeckt haben Weishaupt und sein Chef Ludger Beerbaum den Wallach bei einem CSI**  auf Beerbaums Anlage in Riesenbeck. Ohne TÜV und ohne Ausprobieren wechselte  Krokant den Besitzer, es wird nicht sein letzter gewesen ein, denn er steht auf der Verkaufsliste. „Wie alle unsere Pferde“ sagt Weishaupt, „Schließlich wollen in unserem Stall 60 Mitarbeiter jeden Monat ihr Gehalt haben.“ Auch wenn er  Krokant noch gerne weiter reiten würde, weil er in den sechs Monaten, in denen Weishaupt ihn reitet, enorme Fortschritte gemacht hat. „Da hat uns auch das Dressurtraining mit Franke Sloothaak sehr geholfen.“

Auch Sophie Hinners und Graphik, die dem Landgestüt Marbach gehört, sind noch nicht lange ein Paar. Sophie entdeckte die Stute beim Turnier in Darmstadt, als sie auf ihren Start wartete und Graphik vor ihr dran war. Das Springtalent der Stute stach ihr ins Auge, zeitgleich wie ihrem Lebensgefährten Richard Vogel. Auch Graphik hat einen rasanten Aufstieg hinter sich, ging vor wenigen Wochen in Marokko ihr erstes 1,45 Meter-Springen und gewann dort gleich den Großen Preis.

Dritter wurde der Niederländer Harry Smolders auf dem zehnjährigen Holsteiner Uricas v.d. Kattenvenne v. Uriko-Cassini (0/36,68), dem es gelang, als erster Starter die Konkurrenz ein wenig unter Druck zu setzen.

Von den 13 Pferden, die sich nach zwei Prüfungen für den German Masters qualifiziert hatten, erreichten sechs das Stechen. Außer den Genannten blieb nur der Belgier Wilm Vermeir auf Joyride ohne Abwurf (0/36,80), Vierter vor Hans- Dieter Dreher auf Cous Cous (4/36,98). Der Beste der Qualifikationen, Weltmeister Henrik von Eckermann auf Iliana kassierte einen Abwurf im Umlauf.

Mit 7500 jubelnden, klatschenden und mitfiebernden Zuschauern wurde die Schleyerhalle zum Hexenkessel.

Die Ergebnisse vom German Master-Springen finden Sie hier.

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